Apple angeblich an Intels Mobilfunkmodemsparte interessiert

Das Interesse seitens Apple soll sich seit der Einigung mit Qualcomm abgekühlt haben. Für Intel ist ein Verkauf des Geschäftsbereichs aber weiterhin eine Alternative. Einem Analysten zufolge erwirtschaftete die Modem-Sparte zuletzt einen Verlust von rund einer Milliarde Dollar jährlich.

Apple hat offenbar mit Intel über den Kauf von Intels Geschäftsbereich für Smartphone-Modem-Chips verhandelt. Das berichtet das Wall Street Journal unter Berufung auf mit den Gesprächen vertrauten Quellen. Inzwischen soll sich Apples Interesse an einer Akquisition jedoch abgekühlt haben, während Intel weiter nach strategischen Alternativen für die Modem-Sparte suchen soll.

Apple (Bild: Apple)Die Verhandlungen begannen dem Bericht zufolge schon im vergangenen Sommer, also während sich der Patent- und Rechtsstreit zwischen Apple und seinem zweiten Modem-Lieferanten Qualcomm weiter zuspitzte. Als Apple und Qualcomm kürzlich eine Einigung und eine mehrjährige Liefervereinbarung ankündigten, sollen die Gespräche zwischen Apple und Intel zum Erliegen gekommen sein.

Quellen bei Intel sollen indes gegenüber dem WSJ erklärt haben, das Intel im Rahmen der Suche nach strategischen Alternativen für das Modem-Geschäft weiterhin an einem Deal mit Apple interessiert sei. Es sei aber auch ein Verkauf an ein anderes Unternehmen möglich.

Intel hatte das Abkommen zwischen Apple und Qualcomm zum Anlass genommen, seine Modem-Strategie zu überdenken. Das Unternehmen verkündete schließlich den Ausstieg aus der Entwicklung von Modem-Chips für den kommenden Mobilfunkstandard 5G, was einem Aus des gesamten Geschäftsbereichs gleichkommt. Derzeit werden allerdings noch vorhandene Chips, unter anderem für Apples iPhones, gefertigt, die den aktuellen 4G-Standard unterstützen.

Laut MacRumors bestätigte zudem Intel-CEO Bob Swan Ende vergangener Woche in einem Interview, dass sein Unternehmen derzeit mögliche Alternativen für die Modem-Sparte prüfe und dabei die Interessen der Mitarbeiter und auch des geistigen Eigentums von Intel berücksichtige.

„Der Verkauf der Modem-Sparte würde es Intel erlauben, ein kostspieliges Geschäft, mit dem jährlich rund eine Milliarde Dollar verloren wurde, loszuwerden“, zitiert der Blog den Analysten Patrick Moorhead von Moor Insights & Strategy. Jeder Verkauf beinhalte wahrscheinlich Mitarbeiter, Patente und Modem-Designs für verschiedene Mobilfunkgenerationen.

Ursprünglich war vermutet worden, Apple werde ab 2020 ausschließlich Mobilfunkmodems von Intel einsetzen, um sich des ungeliebten Partners Qualcomm zu entledigen. Intel soll jedoch nicht in der Lage gewesen sein, Apples Anforderungen an 5G-Chips zu erfüllen. Schon von Intels 4G-Chips war behauptet worden, sie seien weniger Leistungsfähig als die Chips von Qualcomm. Qualcomm hatte in dem Zusammenhang sogar behauptet, es müsse die Leistung seiner Modemchips für Apples iPhone drosseln, um nicht die Schwächen der Intel-Chips zu offenbaren.

Apple würde indes mit dem Kauf der Modem-Sparte seine Aktivitäten im Bereich Chipentwicklung ausweiten. Seit Jahren entwirft der iPhone-Hersteller die Prozessoren für seine Smartphones und Tablets selbst. In Benchmarks belegen die Apple-Geräte zudem oftmals vordere Plätze.

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