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Mozilla warnt vor voreingenommener künstlicher Intelligenz

Die Mozilla Foundation, die hinter Firefox und anderen Open-Source-Tools steht, hat einen neuen jährlichen Statusbericht zur Internetgesundheit veröffentlicht. Als besonders problematisch beschreibt der Internet Health Report 2019 voreingenommene künstliche Intelligenz, den Missbrauch biometrischer Erkennung und zunehmende staatliche Zensur. Als positive Entwicklungen fielen hingegen eine wachsende Bewegung zum Schutz der Online-Privatsphäre sowie Bestrebungen auf, die Macht der großen Technikkonzerne einzudämmen.

Der Bericht soll dazu beitragen, das Internet als globale Ressource zu schützen – es offen, sicher und für alle zugänglich zu halten. Er kommt als umfangreiche Kompilation von Artikeln, Experteninterviews, Datenanalysen und Visualisierungen. Die Beiträge gruppieren sich um fünf wesentliche Themenfelder der Internetentwicklung: Datenschutz und Sicherheit, Dezentralisierung, Offenheit, Digitale Teilhabe und Digitale Bildung.

„Im vergangenen Jahr haben viele Menschen erkannt, dass die weitverbreitete, nach dem Laissez-faire-Prinzip erfolgende Weitergabe unserer persönlichen Daten zu einem großen Chaos geführt hat – ebenso wie das massive Wachstum und die Zentralisierung der Technologiebranche sowie der Missbrauch von Werbe-Anzeigen und sozialen Medien“, lässt sich Mark Surman zitieren, Executive Director der Mozilla Foundation.

Als gute Nachricht wertet Surman Anzeichen für eine Lenkung der digitalen Welt in eine bessere Richtung. Das beginne in Europa mit verstärkten Bemühungen, Desinformation vor den EU-Wahlen zu verhindern, und reiche bis hin zu Technologieunternehmen, die Anzeigen transparenter machen. „Wir haben diese Probleme nicht ‘beseitigt’. Es fühlt sich jedoch so an, als wären wir nun in einer neuen Ära, in der wir die Debatte, wie eine gesunde digitale Gesellschaft aussehen sollte, nachhaltiger führen können.“

Als erstes Brennpunkt-Thema stellt der Statusbericht künstliche Intelligenz heraus – und wie sie angewandt wird. „Wenn wir es den neun großen Unternehmen überlassen, die zusammen den Bereich von KI dominieren, dann scheinen wir das Gespenst einer von Konzernen kontrollierten Welt der Überwachung und Konformität heraufzubeschwören“, heißt es dazu. Das gelte insbesondere, solange es bei den Mitarbeitern eines Unternehmens auf allen Ebenen an globaler Vielfalt sowie Diversität hinsichtlich Geschlecht und ethnischer Zugehörigkeit mangelt. Künstliche Intelligenz gehe alle an, da sie inzwischen mit fast jedem digitalen Produkt verwoben ist und zunehmend Entscheidungen beeinflusst, die Menschen rund um die Welt betreffen.

Ein weiteres Brennpunkt-Thema sind die aufkommenden Smart Cities. Hier geht es darum, wie Stadtverwaltungen Technologie in einer Weise integrieren können, die dem Allgemeinwohl und nicht nur kommerziellen Interessen dient.

ZDNet.de Redaktion

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