Smartphone mit Gesicht entsperren: Ist diese Funktion überhaupt sinnvoll?

Das neue Samsung Galaxy S10 lässt sich über das Gesicht des Nutzers entsperren. Allerdings kann die Entsperrmethode einfach überlistet werden. Sie arbeitet also nicht so sicher wie Apples Face ID. Doch wie sinnvoll ist die Funktion überhaupt?

Mit dem iPhone X hat Apple eine neue Methode für das Entsperren des iPhones integriert. Statt eines Fingerabdrucksensors bietet es erstmals eine Gesichtserkennung für die Entsperrung des Geräts. Die von Apple mit Face ID bezeichnete Methode tastet dabei 30.000 Punkte des Gesichts ab. Dadurch entsteht dreidimensionales Abbild, sodass Versuche, das Verfahren mit einem zweidimensionalen Foto des Nutzers zu überlisten, misslingen. Laut Apple ist Face ID sogar sicherer als die Entsperrmethode über einen Fingerabdrucksensor.

Apple iPhone X: Face ID (Bild: Apple)

Um Face ID zu überlisten, muss man einen hohen Aufwand betreiben. Angeblich haben Sicherheitsspezialisten die Technik mit einer 3D-Maske eines registrierten Nutzers täuschen können.

Galaxy S10: Gesichtserkennung schlechter als bei Galaxy S9

Die Möglichkeit zur Aufnahme von 3D-Informationen fehlt den derzeit erhältlichen Galaxy-S10-Modellen. Lediglich die später erwartete Variante Galaxy S10 5G soll einen Sensor für Tiefeninformationen enthalten, wodurch die Entsperrmethode über das Gesicht sicherer sein sollte.

Samsung Galaxy S10: Gesichtsentsperrung (Bild: ZDNet.de)

Somit verwundert es auch nicht, dass die Gesichtsentsperrung des Galaxy S10 bereits mit einem einfachen Bild des Nutzers überlistet werden kann, zumal auch kein Iris-Sensor wie bei seinen Vorgängern zur Absicherung zur Verfügung steht.

Wundern darf man sich allerdings darüber, warum Samsung dieses Verfahren zur Entsperrung des Smartphone überhaupt anbietet. Schließlich wird der Nutzer noch vor der ersten Registrierung der Gesichtsdaten vor den Schwächen des Verfahrens gewarnt. „Die Gesichtserkennung gilt als weniger sicher als andere Sperrtypen, da eine gewisse Möglichkeit besteht, dass jemand, der Ihnen ähnlich sieht oder ein Bild Ihres Gesichts verwendet, Ihr Telefon entsperren könnte.“

Doch wie wichtig respektive nützlich ist die Entsperrung per Gesicht überhaupt. Schließlich bietet das Galaxy S10 und Galaxy S10+ einen unter dem Display angebrachten Fingerabdrucksensors, der im Gegensatz zu rückseitig montierten Varianten erheblich einfacher genutzt werden kann. Oder verwenden Sie überhaupt keine biometrischen Verfahren zur Entsperrung Ihres Smartphones und nutzen stattdessen eine PIN?

Umfrage

Smartphone per Gesicht entsperren: Finden Sie diese Entsperrmethode sinnvoll?

Ergebnisse anzeigen

Loading ... Loading ...

Themenseiten: Apple, Galaxy, Samsung, iPhone

Fanden Sie diesen Artikel nützlich?
Content Loading ...
Whitepaper

ZDNet für mobile Geräte
ZDNet-App für Android herunterladen ZDNet-App für iOS

Artikel empfehlen:

Neueste Kommentare 

1 Kommentar zu Smartphone mit Gesicht entsperren: Ist diese Funktion überhaupt sinnvoll?

Kommentar hinzufügen
  • Am 14. März 2019 um 15:11 von Sowas aber auch

    Auch wenn die Gesichtserkennung bei Samsung nicht mit Apple oder Huawei mithalten kann, so ist es dennoch oportun NICHT mit dem „Schnelle Erkennung“ Modus an, als Vergleich heran zu gehen.
    Denn dann genügt ein „einfaches Foto“ nicht mehr.
    Darauf hinzuweisen, dass die Gesichtserkennung (auch bei Apple oder Huawei) weniger sicher ist, ist dagegen einfach nur ehrlich.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *