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Nvidia kauft Chiphersteller Mellanox für 6,9 Milliarden Dollar

Nvidia hat die Übernahme des israelischen Chipherstellers Mellanox angekündigt. Beide Firmen unterzeichneten gestern eine verbindliche Vereinbarung, die den Kauf aller ausstehenden Mellanox-Aktien zum Preis von 125 Dollar pro Anteilsschein vorsieht. Die Transaktion hat damit ein Volumen von rund 6,9 Milliarden Dollar.

Der Abschluss der Übernahme ist für Ende 2019 geplant unter unterliegt der Zustimmung von Regulierungsbehörden. Sie soll sich aber schon ab sofort auf Nvidias Bruttomarge, den Brutto-Aktiengewinn und auch den freien Cash Flow auswirken. Den Kaufpreis wird Nvidia in bar bezahlen – am angekündigten Aktienrückkaufprogramm hält das Unternehmen trotzdem fest.

„Die Transaktion vereinigt zwei der führenden Unternehmen im Bereich High Performance Computing (HPC)“, heißt es in einer Presseerklärung von Nvidia. Nvidias Computing-Plattform und die Interconnect-Technik von Mellanox steckten in mehr als der Hälfte der Supercomputer auf der Top500-Liste. Zudem zählten die wichtigsten Cloud Service Provider und Computerhersteller zu den Kunden beider Unternehmen.

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Mellanox wurde 1999 gegründet. Das Unternehmen fertigt optische Transceiver und Ende-zu-Ende-Lösungen für Server und Storage-Systeme in Rechenzentren. Im vierten Quartal 2018 nahm es 290,1 Millionen Dollar ein und generierte einen Nettogewinn von 42,8 Millionen Dollar. Die Jahresbilanz wies 1,09 Milliarden Dollar aus, was einem Wachstum von 26 Prozent entsprach.

Bereits im Oktober 2018 war berichtet worden, dass Mellanox einen Verkauf anstrebt. Anfang der Woche war Intel als aussichtsreichster Kandidat gehandelt worden. Nvidia war jedoch bereit, mindestens 10 Prozent mehr als die von Intel gebotenen 6 Milliarden Dollar für Mellanox zu bezahlen.

Der Zusammenschluss mit Mellanox erlaubt es Nvidia nun, seine Position im Bereich Rechenzentren zu stärken und damit seine Abhängigkeit vom Markt für Grafikchips zu reduzieren. Von Mellanox entwickelte Techniken könnten Nvidia aber auch helfen, eigene Produkte im Bereich Workstation und Gaming zu verbessern.

„Das Aufkommen von künstlicher Intelligenz und Data Science sowie Milliarden von gleichzeitigen Computernutzern treibt die Nachfrage in den Rechenzentren der Welt in die Höhe“, sagte Jensen Huang, Gründer und CEO von NVIDIA. „Die Bewältigung dieser Nachfrage erfordert ganzheitliche Architekturen, die eine große Anzahl von schnellen Rechenknoten über intelligente Netzwerkstrukturen miteinander verbinden, um eine riesige Rechenzentrumsmaschine zu bilden.“

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Stefan Beiersmann

Stefan unterstützt seit 2006 als Freier Mitarbeiter die ZDNet-Redaktion. Wenn andere noch schlafen, sichtet er bereits die Nachrichtenlage, sodass die ersten News des Tages meistens von ihm stammen.

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