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Samsung kauft israelischen Kameraspezialisten Corephotonics

Samsung Electronics hat das israelische Start-up Corephotonics für 155 Millionen Dollar gekauft, meldet Calcalist. Das 2012 gegründete Unternehmen wurde durch seine innovative Kameratechnologie bekannt, die bereits in den Smartphones verschiedener Hersteller Eingang fand, darunter bei Samsung und Oppo.

Samsung gehörte auch bereits zu den Investoren, die dem Start-up eine Anschubfinanzierung von 50 Millionen Dollar zukommen ließen. Beteiligt hatten sich außerdem Apples Auftragsfertiger Foxconn und der Chiphersteller MediaTek. Auch SanDisk und der chinesische Mobilfunkanbieter CK Telecom sollen Geld in Corephotonics gesteckt haben.

Corephotonics hat eine Dual-Kamera entwickelt, die auch mit der Zoomfunktion besonders scharfe Bilder liefert. Die parallelen 13-Megapixel-Objektive mit ihren eigenen Sensoren verbessern zudem die Ergebnisse bei geringem Umgebungslicht. Zum Einsatz kommen zwei Objektive mit verschiedenen Brennweiten, und die Kamera kombiniert gleichzeitige Aufnahmen zu einem Bild hoher Qualität. Das verwendete Weitwinkelobjektiv und das Fixfokus-Teleobjektiv wurden ebenso von Corephotonics entwickelt wie der Algorithmus, der die beiden Aufnahmen kombiniert.

„Die Kamera ist zum entscheidenden Unterscheidungsmerkmal im weltweiten und stark umkämpften Smartphonemarkt geworden“, zitierte Corephotonics anlässlich einer schon 2017 vereinbarten Zusammenarbeit Wan-Hoon Hong, Executive Vice President von Samsung Electro-Mechanics. „Durch die Dual-Kamera-Zoom-Lösung, der Corephotonics den Weg bereitet hat und zu deren Technologie wir Zugang gewonnen haben, können wir die gegenwärtigen Fähigkeiten unserer Smartphonekameras stark ausbauen. Das wird uns näher als jemals zuvor an eine Abbildungsleistung bringen, die gewöhnlich mit einer Spiegelreflexkamera in Verbindung gebracht wird.“

Bekannt wurde Corephotonics auch durch eine im November 2017 gegen Apple eingereichte Patentklage. Die Dual-Kamera-Systeme von iPhone 7 Plus und iPhone 8 Plus sollen auf Techniken basieren, die Corephotonics entwickelt hat. Laut dem Corephotonics-CEO erklärte ein Apple-Vertreter sogar, dass Apple einen Patentstreit gerne in Kauf nehme, der mehrere Jahre dauert und mehrere Millionen Dollar kostet, bevor Apple im Fall eines Verstoßes möglicherweise Schadenersatz leisten müsse.

Manager und Ingenieure des iPhone-Herstellers sollen sich zwischen 2012 und 2016 mit Mitarbeitern von Corephotonics getroffen haben, um Hardware und Software des Start-ups in Augenschein zu nehmen und über eine mögliche Zusammenarbeit zu sprechen – ohne dass es später zu einer Lizenzvereinbarung kam. Zur Wahrung seiner Interessen engagierte das israelische Unternehmen die Kanzlei Quinn Emanuel Urquhart & Sullivan, die zuvor bereits Samsung gegen Apple vertrat.

Bernd Kling

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