Batterielaufzeit: Edge bietet auch unter Windows 10 1809 Vorteile gegenüber der Konkurrenz

In einem Vergleichstest des Edge-Teams hält der eigene Browser 24 Prozent länger als Chrome und 94 Prozent länger als Firefox durch. Microsoft nimmt das nicht wie früher zum Anlass einer Werbekampagne. Edge steht vor dem Umstieg auf Chromium.

Microsoft hat ohne großes Aufheben Testergebnisse veröffentlicht, die seinem Browser Edge deutliche Vorteile gegenüber den Rivalen Chrome und Firefox zuschreiben. Anders als früher nahm es das aber nicht zum Anlass für werbende Videos, Blogeinträge und mehr. Der Softwarekonzern beließ es vielmehr bei einem knappen Bericht des Edge-Teams, der auf GitHub einzusehen ist.

Windows 10: Edge (Bild: ZDNet.de)

Der Test galt der Effizienz des Browsers bei der Wiedergabe eines bildschirmfüllenden HTML5-Videos durch Streaming. Gemessen wurde auf Notebooks der Surface-Book-Reihe mit identischer Ausstattung. Als Betriebssystem kam Windows 10 1809 Build 1763 zum Einsatz. Zudem wurden gleiche Einstellungen gewählt wie eine Bildschirmhelligkeit von 50 Prozent und Stummschaltung. Desaktiviert waren Features wie Standortermittlung, Bluetooth, Updates und der Sensor für Umgebungshelligkeit. Vor Testbeginn wurde der Cache eines jeden Browsers geleert.

Als Ergebnis ermittelte das Edge-Team einen klaren Vorteil für den Microsoft-Browser. Edge 18 spielte Videos demnach um 24 Prozent länger ab als Chrome 69 und sogar 94 Prozent länger als Firefox 63. Microsoft Edge hielt durchschnittlich über 16 Stunden durch, Googles Chrome knapp 13 Stunden und Mozillas Firefox nur 8 Stunden und 16 Minuten.

Umso erstaunlicher erscheint, dass diese Ergebnisse nicht wie früher mit großem Trommelwirbel kundgetan wurden. Anfang 2018 etwa startete Microsoft mit zwei Videos ins neue Jahr, die erhebliche Vorzüge seines Windows-10-Browsers Edge im Vergleich zu Googles Chrome bewarben. Sie stellten Edge als schneller, sicherer und stromsparender als Chrome heraus.

Den langjährigen Microsoft-Beobachter Paul Thurrott wundert Microsofts derzeitige Zurückhaltung umso mehr, als Edge in den letzten Jahren auch nach eigenen Messungen seinen Effizienz-Vorsprung zunehmend verloren hatte. Während Microsoft im Juni noch einen 47-prozentigen Vorteil gegenüber Google Chrome meldete, war dieser im April 2017 auf 35 Prozent und im Mai 2018 auf nur noch 14 Prozent gefallen. Bei dieser Entwicklung hätte Chromes Batterielaufzeit also Edge mit der Auslieferung von Windows 10 Version 1809 überholen können – tatsächlich aber konnte Edge den Trend wieder umkehren.

Thurrott fragt sich auch, ob Edge den gemessenen Effizienz-Vorsprung und die Batterielaufzeit wird halten können, wenn Microsoft wie angekündigt die eigene Browserengine EdgeHTML aufgibt und im kommenden Jahr durch den HTML-Renderer Blink von Chromium ersetzt – der Open-Source-Version des Google-Browsers Chrome. Er vermutet oder hofft es – „dank der zugrundeliegenden Integration mit dem Betriebssystem“.

Themenseiten: Browser, Chrome, Edge, Microsoft, Webentwicklung

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