Categories: E-CommerceMarketing

Singles‘ Day: Alibaba meldet Umsatzrekord von 30,8 Milliarden Dollar

Der chinesische E-Commerce-Riese Alibaba berichtet von erneuten Rekordverkäufen am Singles‘ Day dieses Jahres, der am 11.11. als „weltweites Shopping-Festival“ zelebriert wurde. Bis um Mitternacht gingen laut Alibaba Bestellungen mit einem Brutto-Handelsvolumen (Gross Merchandise Value, GMV) von 30,8 Milliarden Dollar ein – und damit 27 Prozent mehr als im letzten Jahr.

Zum ersten Mal veranstaltete auch die Lazada Group ihr eigenes Shopping-Festival in sechs südostasiatischen Märkten – Lazada wurde 2012 von Rocket Internet gegründet und kürzlich von Alibaba erworben.

Im Angebot waren Produkte von 180.000 einheimischen und ausländischen Marken. Mehr als 40 Prozent der Besteller kauften von internationalen Herstellern, zu denen Apple, Dyson, Kindle, Estée Lauder, L’Oréal, Gap, Nike und Adidas zählten. Als umsatzstärkste Länder verkauften Japan, die USA, Südkorea, Australien und Deutschland nach China.

Die Verkäufe wurden durch eine mehrstündige Stargala beflügelt, die live auf Alibabas Plattformen einschließlich Taobao und Weibo übertragen wurde. Die Veranstaltung fand in der Mercedes-Benz-Arena in Shanghai statt mit prominenten Stars wie Mariah Carey, Jay Chou, Naomi Watanabe, Miranda Kerr sowie dem Cirque du Soleil.

„Ich denke, Sie müssen Alibaba und sein Handeln im Zusammenhang mit dem langfristigen anhaltenden Trend in China sehen, der im Aufstieg der chinesischen Mittelklasse besteht“, erklärte dazu Alibabas Executive Vice Chairman Joe Tsai. „Dieser Trend wird nicht aufhören, ob es einen Handelskrieg gibt oder nicht.“ Die Rekordumsätze am 11.11. profitierten auch von der Initiative New Retail, wie Alibaba-CEO Daniel Zhang ausführte.

Mit den genannten Zahlen übertrifft Alibabas Singles‘ Day locker Veranstaltungen wie Prime Day, Black Friday und Cyber Monday. Der Shopping-Tag, der in China ursprünglich unter Studenten als eine Art Anti-Valentinstag galt, schwappt inzwischen auch nach Europa. über. In diesem Jahr nutzten einige Händler wie Media Markt, Saturn und Lidl den Termin für vergünstigte Angebote. Auch Alibaba selbst bereitet sich darauf vor, in Deutschland aktiv zu werden – ein Büro in München ist bereits vorhanden.

Skeptisch äußert sich ein Bloomberg-Kommentar zu den von Alibaba angeführten Umsatzrekorden. Das angegebene Brutto-Handelsvolumen stehe in keiner klaren Beziehung zu realen Umsätzen und Gewinnen. Tatsächlich entspricht das Gross Merchandise Volume nicht den Umsatzerlösen (Net Sales), da Rabatte, verbundene Kosten und retournierte Produkte keine Berücksichtigung finden.

Bernd Kling

Recent Posts

Google-Forscher entdeckt schwerwiegende Sicherheitslücke in Mozillas NSS-Bibliothek

Ein Angreifer kann Speicherbereiche mit eigenem Code überschreiben. Der Mozilla-Browser Firefox ist aber nicht betroffen.

3 Tagen ago

Forscher warnen vor unsicheren Cloud-Computing-Diensten

Sie richten 320 Honeypots mit unsicher konfigurieren Diensten sowie schwachen Zugangskennwörtern ein. Bereits nach 24…

3 Tagen ago

Online-Handel unter Bot-Beschuss

Unter dem Motto „Es ist ein Bot entsprungen“ machen Hacker dem Online-Handel dieses Weihnachten erneut…

3 Tagen ago

Mit Neo zu Cloud-Native-Ufern

OutSystems fokussiert sich auf Lösungen für die Low-Code-Programmierung. Dieses Verfahren zur Softwareerstellung ohne tiefgehende Programmierkenntnisse…

3 Tagen ago

Netzwerktransformation mit NaaS

Viele Netzwerk-Admins achten in erster Linie auf die Konnektivität. Netzwerk as a Service (NaaS) kann…

3 Tagen ago

ONLYOFFICE: Partnerprogramm bietet zahlreiche Vorteile für neue Reseller

Wer seinen Kunden im Rahmen seiner Softwarelösung, IT-Services oder einfach nur als Reseller die Open-Source-Kollaborationsplattform…

3 Tagen ago