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Amazon: Cloudgeschäft sorgt für hohen Profit

Amazon hat im dritten Quartal 2018 die Gewinnschätzungen übertroffen, aber mit seinen Umsätzen die Erwartungen der Analysten verfehlt. Vor allem der verhaltene Ausblick auf das beginnende Weihnachtsgeschäft aber führte dazu, dass die Amazon-Papiere nachbörslich um bis zu 8 Prozent niedriger gehandelt wurden.

Der Nettogewinn belief sich auf 2,9 Milliarden Dollar oder 5,57 Dollar je Aktie bei einem Umsatz von 56,57 Milliarden Dollar. Die Wall Street hatte 3,14 Dollar je Aktie bei einem Umsatz von 57,1 Milliarden Dollar erwartet.

Gute Zahlen konnte Amazon im Kerngeschäft ohne AWS vor allem aus Nordamerika berichten. Dort wuchs der Umsatz gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahrs um 35 Prozent auf 34,35 Milliarden Dollar und einen Nettogewinn von 2 Milliarden Dollar. Den internationalen Umsatz konnte das Unternehmen um 13 Prozent auf 15,55 Milliarden Dollar steigern, musste dabei aber einen Betriebsverlust von 385 Millionen Dollar.

CEO Jeff Bezos stellte den anhaltenden Schung von Amazon Business heraus, der B2B-Platform des Konzerns. Er führte einen zu erwartenden Jahresumsatz von 10 Milliarden Dollar für diese Sparte an, die Privatwirtschaft und öffentliche Hand in acht Ländern bedient: „Amazon Business gewinnt rasch neue Kunden einschließlich großer Organisationen im Bildungswesen und Kommunalverwaltungen – und mehr als der Hälfte der Fortune-100-Unternehmen.“

Doch vor allem das Cloudgeschäft beflügelte Umsatz und Gewinn. Amazon Web Services (AWS) wuchs weiterhin rapide und steuert jetzt auf einen Jahresumsatz von 27 Milliarden Dollar zu. Vor einem Jahr betrug der auf das Jahr hochgerechnete AWS-Umsatz nur 18 Milliarden Dollar. Im dritten Quartal erzielte die Sparte einen Nettoumsatz von 6,7 Milliarden Dollar, entsprechend einer Steigerung um 46 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Obwohl AWS nur für 12 Prozent der insgesamten Umsätze sorgte, trug es 2,1 Milliarden Dollar zum Betriebsgewinn bei.

Der Cloud-Sektor insgesamt entwickelt sich noch immer stark, zumal auch Microsofts Cloud-Plattform weiterhin schnelle Zuwächse erzielt und gestern einen Umsatzzuwachs von Azure um 76 Prozent melden konnte. „Wir sind sehr zufrieden mit dem Wachstum in diesem Geschäft“, erklärte Amazons Finanzchef Brian Olsavsky hinsichtlich AWS. Das Cloudgeschäft habe nicht nur vom Zustrom der Enterprise-Kunden, sondern auch von „größeren Effizienzgewinnen bei unseren Infrastrukturkosten“ profitiert.

[mit Material von Stephanie Condon, ZDNet.com]

Bernd Kling

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