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Mozilla: Firefox blockt Ad-Tracker standardmäßig

Mozilla am Donnerstag angekündigt, dass zukünftige Versionen von Firefox Ad-Tracker standardmäßig blockieren wird. Die neuen Einstellungen sollen schrittweise eingeführt werden, beginnend mit einer Initiative, die sich darauf konzentriert, Tracker zu blockieren, die das Laden von Seiten verlangsamen. Danach plant Mozilla, Cross-Site Tracking zu entfernen. Außerdem soll Firefox Kryptomining verhindern.

„Einige Seiten werden weiterhin Benutzerdaten im Austausch gegen Inhalte wollen“, schreibt Nick Nguyen von Mozilla in einem Blogbeitrag, „aber jetzt müssen sie danach fragen, eine positive Veränderung für Leute, die bisher keine Ahnung von dem Werteaustausch hatten, um den sie gebeten wurden“.

Firefox hat bereits begonnen, diese Funktionen in Firefox Nightly zu testen. Diese Version enthält derzeit eine Funktion, die Tracker blockiert, die das Laden von Seiten verlangsamen. Mozilla plant im September zunächst einen Test. Sollte dieser erfolgreich verlaufen, wird Firefox 63, der am 23. Oktober erscheinen soll, standardmäßig langsam ladende Tracker blockieren.

Firefox Nightly blockiert auch bereits das Cross-Site Tracking durch Cookies von Drittanbietern. Was es damit auf sich hat, erläutert Nguyen folgendermaßen: „In der physischen Welt würden es Konsumenten nicht erwarten, dass Hunderte von Anbieter ihnen von Geschäft zu Geschäft folgen, um auszuspionieren, welche Produkte sie sich ansehen oder kaufen. Benutzer haben die gleichen Erwartungen an die Privatsphäre im Web, und doch werden sie in Wirklichkeit überall verfolgt. Die meisten Webbrowser helfen den Benutzern nicht, die Privatsphäre zu erhalten, die sie erwarten und verdienen.“

Auch in diesem Fall will Mozilla zunächst mit einem Test herausfinden, ob dieser Schutzmechanismus in der Praxis problemlos funktioniert. Erst dann soll sie standardmäßig in Firefox aktiviert werden. Frühestens sei das bei Firefox 65 der Fall.

Firefox: Schutz vor Kryptominer

In einem dritten Schritt will Mozilla auch einen Schutz vor Kryptominern in Firefox implementieren. Kryptominer sind laut Sicherheitsexperten inzwischen bei Cyberkriminellen sehr beliebt. Sicherheitsspezialist McAfee verzeichnete beispielsweise im ersten Quartal 2018 im Durchschnitt fünf neue Malware-Samples pro Sekunde, insbesondere zunehmend in den Bereichen Krypto-Jacking und Krypto-Mining (McAfee Labs Threats Report). Dabei kapern die Cyberkriminellen die Browser der Opfer oder infizieren deren Systeme, um darüber heimlich legitime Kryptowährungen wie Bitcoin zu schürfen. Diese Kategorie der Coin-Mining-Malware wuchs im ersten Quartal 2018 um 629 Prozent von rund 400.000 bekannten Samples im vierten Quartal 2017 auf über 2,9 Millionen.

Der Besuch einer Webseite, die über ein Mining-Skript die CPU des Besuchergeräts für das Schürfen einer Kryoptowährung anzapft, ist zwar nicht gefährlich, doch vermindert das Krypto-Mining die Performance erheblich, weil die in JavaScript geschriebene Anwendung die CPU-Belastung häufig auf Werte von über 90 Prozent schraubt. Bei mobilen Endgeräten wie Smartphones oder Notebooks ist das besonders ärgerlich, weil durch die hohe Prozessorleistung und der damit verbundenen höheren Leistungsaufnahme die Akkulaufzeit verringert wird.

Immerhin ist es für Nutzer relativ einfach, sich gegen die ungefragte Nutzung von Rechenkapazität durch Krypto-Miner zu schützen. Hierfür wird entweder eine Antivirenlösung benötigt oder eine Erweiterung, die wie Noscript die Ausführung von JavaScript verhindert. Dazu zählen auch Adblocker wie Adguard oder uBlock Origin.

HIGHLIGHT

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Kai Schmerer

Kai ist seit 2000 Mitglied der ZDNet-Redaktion, wo er zunächst den Bereich TechExpert leitete und 2005 zum Stellvertretenden Chefredakteur befördert wurde. Als Chefredakteur von ZDNet.de ist er seit 2008 tätig.

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