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Bestätigt: Microsoft übernimmt GitHub für 7,5 Milliarden Dollar

Microsoft übernimmt GitHub für 7,5 Milliarden Dollar. Der Software-Konzern aus Redmond erwartet, dass die Übernahme bis zum Ende des Kalenderjahres 2018 abgeschlossen ist.

Microsofts CEO von Xamarin, Nat Friedman, übernimmt die Leitung der Entwicklungsplattform in San Francisco. GitHub CEO Chris Wanstrath wird als Teil der Vereinbarung Microsoft Technical Fellow.

Microsoft übernimmt GitHub für 7,5 Milliarden Dollar. GitHub-Mitbegründer Chris Wanstrath (li) wird Microsoft Technical Fellow. Microsofts CEO von Xamarin, Nat Friedman, übernimmt die Leitung der Entwicklungsplattform  (Bild: Microsoft).

Es wird erwartet, dass Microsoft die GitHub-Akquisition weitgehend so behandelt, wie es LinkedIn behandelt. GitHub wird also voraussichtlich weitgehend unabhängig bleiben. Es gibt jedoch Microsoft-Produkte und -Dienste – zum Beispiel Visual Studio Team System (VSTS) -, bei denen Microsoft entscheiden muss, ob und wie es mit GitHub zu integrieren ist.

Microsoft arbeitet seit einigen Jahren mit GitHub zusammen

Im Jahr 2017 hatte Microsoft etwa 1300 Mitarbeiter, die aktiv Code zu 825 Top-Repositories auf GitHub beigesteuert haben. Damit liefert der Software-Konzern deutlich mehr als Google, das mit 900 Mitarbeitern für etwa 1100 Repositories verantwortlich ist.

In seinem Blogbeitrag zur Übernahme erläutert CEO Nadella die Überlegungen, die hinter Microsofts GitHub-Deal stehen: „Von den größten Unternehmen bis hin zu den kleinsten Start-ups ist GitHub das Ziel für Entwickler, um zu lernen, zu teilen und gemeinsam Software zu entwickeln. Das ist auch ein Ziel für Microsoft. Wir sind die aktivste Organisation auf GitHub, mit mehr als 2 Millionen ‚Commits‘ oder Updates, die an Projekten vorgenommen wurden.“

Im Rahmen der heutigen Übernahme von GitHub wird Microsoft im Wesentlichen auch zum Verwalter des plattformübergreifenden Entwicklungs-Frameworks von Electron.

Ursprüngliche Meldung: Microsoft will angeblich GitHub übernehmen

Microsoft ist Berichten von Business Insider und Bloomberg zufolge an einer Übernahme von GitHub, das bei vielen Softwareentwicklern beliebte Code-Repository-Unternehmen, interessiert. Angeblich soll die Übernahme, es ist von einer Kaufsumme in Höhe von 5 Milliarden Dollar die Rede, bereits heute bekannt gegeben werden.

GitHub ist ein bei Entwicklern sehr beliebtes Werkzeug. Viele Unternehmen, einschließlich Microsoft und Google, verwenden es, um ihren Unternehmenscode zu speichern. Es hostet weltweit 80 Millionen Repositories von circa 27 Millionen Entwicklern auf seiner Plattform. GitHub ist auch ein soziales Netzwerk für Programmierer. In 2015 wurde das Unternehmen mit 2 Milliarden Dollar bewertet. Zu seinen Investoren zählen Andreesen Horowitch und Sequoia Capital. Im August gab GitHub bekannt, dass es einen CEO sucht, der Chris Wanstrath, einen der Mitbegründer des Unternehmens, ersetzen soll. In der Zwischenzeit trat Julio Avalos, Chief Business Officer von GitHub, in den Vorstand des Unternehmens ein und übernahm einen Großteil der täglichen Leitung des Unternehmens.

Microsoft ist inzwischen einer der größten Beitragszahler bei GitHub, und da Microsoft-Chef Nadella das Unternehmen von der völligen Abhängigkeit vom Windows-Betriebssystem zu mehr Eigenentwicklung unter Linux verlagert, benötigt das Unternehmen neue Wege, um sich mit der breiteren Entwicklergemeinde zu verbinden, nachdem der Versuch mit CodePlex, eine eigene Repository-Infrastruktur aufzubauen, 2017 gescheitert ist. Schon damals empfahl Microsoft als Alternative zu CodePlex GitHub. Eine zusammen mit GitHub entwickelte Importfunktion half den Entwickler, Quellcode, Lizenzen und Dokumentationen zu GitHub umzuziehen. Microsoft reagierte damit nach eigenen Angaben auf die Dominanz von GitHub als Plattform zur Veröffentlichung und Verwaltung von Open-Source-Softwareprojekten. Auf GitHub hat Microsoft 2016 mehr als 16.000 Beiträge zu Open-Source-Projekten geleistet.

Auch Google musste die Dominanz von GitHub anerkennen und schloss seinen Hosting-Service für Open-Source-Projekte im Januar 2016. Auch der Internetkonzern empfahl Nutzern von Google Code einen Wechsel zu GitHub.

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Kai Schmerer

Kai ist seit 2000 Mitglied der ZDNet-Redaktion, wo er zunächst den Bereich TechExpert leitete und 2005 zum Stellvertretenden Chefredakteur befördert wurde. Als Chefredakteur von ZDNet.de ist er seit 2008 tätig.

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