Categories: Cloud

Microsoft stellt erstes Linux-Produkt vor

Microsoft hat erstmals in seiner Geschichte ein eigenes Linux-Produkt veröffentlicht, das einen eigenen Linux-Kernel enthält. Allerdings ist Azure Sphere weder eine Linux-Distribution von Microsoft noch ein Linux-Windows. Bei Azure Sphere handelt es sich vielmehr um einen Software- und Hardware-Stack zur Absicherung von Edge-Geräten.

Azure Sphere setzt sich aus drei wichtigen Komponenten zusammen: Microcontrollern, dem Azure Sphere Security Service und dem auf Linux basierenden Betriebssystem Azure Sphere OS. „Nach 43 Jahren ist es das erste Mal, dass wir einen eigenen Linux-Kernel ankündigen und vertreiben“, sagte Microsoft-Präsident Brad Smith.

Die Microcontroller, die unter anderem zusammen mit MediaTek entwickelt wurden, nutzen Sicherheitstechniken der Spielkonsole Xbox. Sie enthalten auch ein Pluton genanntes Sicherheitssubsystem. Technisch basieren sie auf Cortex-A-Prozessorkernen von ARM.

Das Azure Sphere OS wiederum baut nicht nur auf Microsofts eigenem Linux-Kernel auf, es verfügt auch über Anwendungscontainer, die den Code in einzelne Teile aufspalten. Der Azure Sphere Security Service wiederum ermöglicht eine Authentifizierung, reagiert auf Bedrohungen und liefert Information über Geräte- und Anwendungsfehler. Entwicklern stehen zudem die Visual Studio Tools für Azure Sphere zur Verfügung, um Anwendungen zu schreiben und Azure-Sphere-Geräte mit Azure zu verbinden und auf Azure IoT Hub und andere Dienste zuzugreifen.

Azure Sphere ist ab sofort als eingeschränkte Preview verfügbar. Der erste Azure-Sphere-Chip ist der MediaTek MT3620. Entwickler-Kits sollen ab Mitte des Jahres erhältlich sein. Allgemein sollen die ersten auf Azure Sphere basierenden Geräte bis Ende 2018 „in den Regalen stehen“.

Der frühere Microsoft-CEO Steve Ballmer hatte Linux noch als „Krebsgeschwür“ bezeichnet. Seitdem hat sich die Beziehung des Unternehmens aus Redmond zu dem quelloffenen Betriebssystem stark verändert. Ende 2017 waren beispielsweise mehr als 40 Prozent der auf Azure ausgeführten virtuellen Maschinen Linux-Systeme. Microsoft unterstützt derzeit unter anderem CentOS, CoreOS, Debian, Oracle Linux, Red Hat Enterprise Linux, Suse Linux Enterprise, OpenSuse und Ubuntu. Schon 2016 veröffentlichte Microsoft eine Version von SQL Server für Linux.

Linux-Erfinder Linus Torvalds sagte einmal: „Sollte Microsoft jemals Anwendungen für Linux entwickeln, hätte ich gewonnen.“ Diesen Sieg scheint Torvalds nun für sich reklamieren zu können.

Tipp: Wie gut kennen Sie sich mit Open Source aus? Überprüfen Sie Ihr Wissen – mit 15 Fragen auf silicon.de.

HIGHLIGHT

Report: State of Digital Transformation EMEA 2019

Zu den größten Hürden der digitalen Transformation zählen der mobile Zugriff auf Unternehmensdaten und Anwendungen, die Nutzung unsicherer Netzwerke und nicht verwalteter Geräte. Das geht aus dem Report „State of Digital Transformation EMEA 2019“ von Zscaler hervor. Jetzt den vollständigen Report herunterladen!

Stefan Beiersmann

Stefan unterstützt seit 2006 als Freier Mitarbeiter die ZDNet-Redaktion. Wenn andere noch schlafen, sichtet er bereits die Nachrichtenlage, sodass die ersten News des Tages meistens von ihm stammen.

Recent Posts

Aukey-Webcam PC-LM1E mit 1080P ausprobiert

Mit der PC-LM1E bietet Aukey eine USB-Webcam mit einer Auflösung von maximal 1080P. Die Übertragungsrate…

14 Stunden ago

GitHub schließt von Google entdeckte Zero-Day-Lücke

Die Microsoft-Tochter verpasst die Frist von 90 Tagen sowie die von Google gewährte Verlängerung von…

14 Stunden ago

Apples Head of Global Security wegen Bestechung angeklagt

Er soll Polizeibeamten eine Spende über 200 iPads als Gegenleistung für eine Waffenlizenz geboten haben.…

16 Stunden ago

VMware warnt vor kritischer Zero-Day-Lücke in Workspace One

Sie ermöglicht eine Code-Ausführung außerhalb der virtuellen Umgebung. Ein Angreifer benötigt allerdings gültige Anmeldedaten. VMware…

18 Stunden ago

Malware verwandelt gehackte WordPress-Websites in betrügerische Online-Shops

Cyberkriminelle kapern die Websites per Brute Force. Anschließend schleusen sie Schadcode ein, der schließlich statt…

20 Stunden ago

Kontoübername mit einem Klick: TikTok schließt schwerwiegende Sicherheitslücke

Ein unabhängiger Sicherheitsforscher kombiniert zwei Fehler zu einem Exploit. Betroffen ist die TikTok-Website. Der Forscher…

21 Stunden ago