Telekom verkündet Ende von Smartphone-Bloatware

Smartphones des Bonner Mobilfunkkonzerns sollen in Zukunft keine angepasste Firmware mehr erhalten. Stattdessen kommt die Original-Firmware des jeweiligen Herstellers zum Einsatz.

Die Telekom will in Zukunft keine Smartphones mit angepasster Firmware ausliefern. Wie der Konzern mitteilt, sollen dadurch die von ihm vertriebenen Geräte schneller Sicherheits- und Betriebssystemupdates erhalten. Damit folgt die Telekom O2 und 1&1, die diesen Schritt bereits zur Einführung des Galaxy S8 vollzogen hatten. Die beiden Telekom-Konkurrenten bieten auch das Galaxy Note 8 wird mit der von Samsung entwickelten Original-Firmware an hatten.

Neben der Integration der aktuellen Sicherheitspatches soll mit der Aktualisierung Gesichtserkennung und Kamera zuverlässiger funktionieren.Bisher hat die Telekom die Original-Firmware der Smartphonehersteller angepasst, um „nützliche Anwendungen für den Mobilfunkkunden bereitzustellen“. Allerdings empfanden viele Kunden die vorinstallierten Apps als weniger nützlich und wollten die als Bloatware empfundenen Apps löschen, was laut Telekom jedoch nicht möglich war. „Allerdings blieb die individuelle Anpassung der Anwendungen auf dem Gerät aus, da das nachträgliche Löschen der vorinstallierten Anwendungen nicht möglich war.“

Dennoch verzichtet die Telekom nicht gänzlich auf die von ihr entwickelten Apps. Nach der Einrichtung des Smartphones bekommen Kunden im weiteren Verlauf entweder während der Einrichtung oder danach, was vom jeweiligen Smartphone-Modell abhängig ist, Telekom-Anwendungen zur Auswahl angezeigt.

Wie eine Untersuchung von ZDNet.de ergab, stehen in der Tat Betriebssystemaktualisierungen und Sicherheitsupdates deutlich später auf von Providern vertriebenen und mit einer angepassten Firmware versehenen Smartphones zur Verfügung. Bei der Auslieferung der Updates fällt weiterhin auf, dass einige Provider weniger häufig aktualisieren. Beim S6 hat beispielsweise die Telekom mit 24 Updates die meisten Updates ausgeliefert. Dicht dahinter folgen Vodafone und Congstar mit je 22 Updates. Mit 19 Updates hat O2/Telefónica die von ihr vertriebenen S6-Modelle mit Aktualisierungen versorgt. Dann erst kommen die freien Geräte (DBT), die von Samsung direkt das Update erhalten. Auf dem letzten Platz landet 1&1, das nur 10 Aktualisierungen an das von ihr vermarktete Galaxy S6 ausgeliefert hat.

Somit ist klar, dass 1&1-Kunden Sicherheitsupdates nicht monatlich erhalten. So hat beispielsweise 1&1 am 4.5.2017 das Android-7-Update für das Galaxy S6 mit Sicherheitspatchlevel 1.2.2017 ausgeliefert und erst am 11.10.2017 ein Update mit dem für Samsung-Geräte aktuellen Sicherheitspatchlevel 1.8.2017 veröffentlicht. Geräte von Samsung und den anderen Providern haben hingegen bis auf wenige Ausnahmen monatliche Sicherheitsupdates erhalten.

Sicherheitsaktualisierungen

Es ist zu begrüßen, dass nun auch die Telekom auf Firmware-Anpassungen für Smartphones verzichtet, sodass Sicherheitsaktualisierungen schneller beim Kunden ankommen. Wie wichtig diese sind, verdeutlicht eine Ransomware-Attacke aus dem letzten Jahr bei der Windows-Systeme befallen wurden. Hätten damals alle Admins die von Microsoft bereitgestellten Sicherheitsupdates für Windows installiert, würde man das Wort WannaCry heute nicht kennen.

Tipp: Sind Sie ein Android-Kenner? Überprüfen Sie Ihr Wissen – mit 15 Fragen auf silicon.de

HIGHLIGHT

EMM – ein nützliches Werkzeug zur Einhaltung der DSGVO

Am 25. Mai 2018 tritt die europäische Datenschutzgrundverordnung (EU-DSGVO) in Kraft. In diesem Dokument finden Unternehmen Rahmenbedingungen, mit denen sie ihre Richtlinien für mobilen Datenschutz und mobile Sicherheit sowie die Durchsetzungskonzepte bewerten können.

Themenseiten: Android, Deutsche Telekom, Sicherheit

Fanden Sie diesen Artikel nützlich?
Content Loading ...
Whitepaper

ZDNet für mobile Geräte
ZDNet-App für Android herunterladen Lesen Sie ZDNet-Artikel in Google Currents ZDNet-App für iOS

Artikel empfehlen:

Neueste Kommentare 

Noch keine Kommentare zu Telekom verkündet Ende von Smartphone-Bloatware

Kommentar hinzufügen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *