Apple will angeblich Cobalt direkt von den Minen kaufen

Der Rohstoff wird für Akkus benötigt und Apple tritt jetzt in Konkurrenz mit großen deutschen Autobauern. Um Lieferengpässen entgegenzuwirken will Apple beim Einkauf des für Akkus wichtigen Rohstoffes Cobalt einen Sonderweg gehen.

Apple will die Versorgung mit dem Rohstoff Cobalt sicherstellen. Dafür versucht es nun direkt mit Minen Verträge abzuschließen. Cobalt wird in Form von Lithium Cobalt Oxyd (LiCoO2) in Lithium-Batterien verwendet wie sie auch in Apples iPhone oder iPad verwendet werden.

Die Nachrichtenagentur Bloomberg berichtet unter Berufung auf mit dem Gesprächen vertrauten Personen, dass Apple aktuell langfristige Lieferverträge für das seltene Metall aushandelt. Apple erwartet offenbar Lieferengpässe aufgrund der steigenden Nachfrage bei Elektroautos. So hat sich der Preis von Cobalt in den zurückliegenden 12 Monaten deutlich erhöht.

iPhone-Akkus (Bild: iFixit).Cobalt ist ein wichtiger Rohstoff für Batterien. Apple verhandelt jetzt offenbar direkt mit den Minen, um langfristige Lieferverträge aushandeln zu können (Bild: iFixit)

So soll Apple über einen Zeitraum von fünf Jahren oder länger mehrere metrische Tonnen Cobalt pro Jahr abnehmen. Apple ist mit dieser Strategie nicht alleine. Auch BMW, Volkswagen oder Samsung wollen offenbar den Nachschub über langfristige Lieferverträge sicher stellen. Die Fahrzeugbauer werden das Metall wohl für Batterien in Elektrofahrzeugen verwenden. Die Frankfurter Allgemeine Zeitung hatte vor wenigen Tagen berichtet, dass BMW wohl kurz davor ist, einen auf 10 Jahre angelegten Liefervertrag mit einer Mine zu unterzeichnen. Bislang wurden jedoch noch keine derartigen Abkommen offiziell bestätigt.

Der Abbau von Cobalt ist mit unter ein schmutziges Geschäft. Verschiedene Hilfsorganisationen kritisieren die schlechten Arbeitsbedingungen in den Minen, in denen häufig auch Kinder arbeiten müssen. Der wichtigste Cobalt-Lieferant ist die Republik Kongo, mit etwa 60 Prozent des weltweit abgebauten Cobalts. Wie auch andere Unternehmen der Technologiebranche wie etwa AMD hat Apple zudem versucht, in der Lieferkette mehr Druck aufzubauen und für faire Bedingungen im Abbau der Rohstoffe zu sorgen.

So hatte Apple im März angekündigt, kein Cobalt aus dem Congo mehr zu kaufen, das von Hand abgebaut wurde. Etwa ein Fünftel des Rohstoffs werde im Congo von Kindern abgebaut, so ein Bericht von Amnesty International. Auch eine enge Zusammenarbeit mit dem chinesischen Lieferanten Huayou Cobalt sollte das Problem der Kinderarbeit in der Apple-Lieferkette angehen.

[mit Material von Steven Musil, ZDNet.com]

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