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Intel will offenbar Geschäftsbereich für VR-Brillen verkaufen

Intel soll angeblich einen Großteil der Unternehmensgruppe für VR-Brillen verkaufen wollen. Noch in diesem Jahr soll die Gruppe mit einem Consumer-Produkt auf den Markt kommen, wie Bloomberg unter Berufung auf mit dem Vorgang vertrauten Personen berichtet. Die Brille soll Mobilgeräte über Bluetooth verbinden. Ein Laser-basierter Projektor soll dabei Informationen über die Umgebung im Blickfeld des Trägers direkt auf die Linse der Brille und das Auge des Trägers projizieren. Derzeit werde diese Technologie laut Bericht bei Intel noch als Superlight geführt, der Unternehmensbereich firmiere unter Vaunt.

Intel vertreibt die VR-Brille Jet Pro im Recon-Web-Store (Bild: Intel)

Der Bereich sei mit etwa 350 Millionen Dollar bewertet. Wie die Quellen berichten, könnte Intel auch mehrere Investoren suchen. Intel sei laut den Bloomberg-Quellen jedoch weniger an einem finanzkräftigen Investor interessiert, sondern vielmehr an einer Organisation mit starken Vertriebskanälen sowie Branchen- und Design-Expertise. Von Intel liegt derzeit noch keine Stellungnahme zu dem Bericht vor.

Es wäre ein weiterer Vorstoß von Intel, um sich aus der starken Abhängigkeit von Umsätzen mit Prozessoren zu lösen. Allerdings wäre das nicht der erste Versuch im Bereich Wearable. 2015 etwa startete Intel mit dem Projekt Recon und hatte dafür das gleichnamige Unternehmen übernommen. Doch im Bereich Wearable lief es für Intel bislang alles andere als rund: 2016 musste Intel die eigenen Wearables Basis Peak und B1 zurückrufen. Nachdem es 2016 in der New Devices Group zu Entlassungen gekommen ist, meldete sich Intel im Mai 2017 mit einem Partner-Programm für die Recon-Technologie. Allerdings war hier die Ausrichtung ebenfalls eher auf den Business-Bereich ausgelegt. Der Chip-Hersteller konnte bislang keinen nennenswerten Markt mit eigenen Produkten erschließen, die aktuelle in einem Web-Store vertrieben werden.

Teile des derzeit etwa 200 Mann starken Teams von Vaunt sollen noch aus dieser Übernahme stammen, so der Bloomberg-Bericht weiter. Die Entwickler sind in den USA, der Schweiz und Israel verteilt. Intel könnte neben einem eigenen Produkt versuchen, sich vor allem als Lieferant für Komponenten zu positionieren.

Auch Google musste die eigenen Pläne mit der VR-Brille Google Glass inzwischen ändern und bietet diese inzwischen vor allen für Unternehmensanwender an.

Auch wenn die Erwartungen in das Marktsegment für VR-Brillen zunächst recht hoch waren, sind solche Geräte aktuell in speziellen Nischen wie der Logistik oder bei Fieldservices zu finden. Trotzdem gehen Expertenschätzungen in den nächsten Jahren von einem Milliardenmarkt aus.

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Martin Schindler

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