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Chronicle: Alphabet stellt Geschäftsbereich für Enterprise Security vor

Die Google-Mutter Alphabet stellt einen neuen Geschäftsbereich vor, der großen Unternehmen IT-Sicherheit als Service anbieten soll. Der Bereich Chronicle könne laut Google von der leistungsfähigen Infrastruktur von Google und der Fähigkeit profitieren, große Datenmengen schnell analysieren und speichern zu können. Über den Einsatz von künstlicher Intelligenz will der neue Bereich schneller und besser als traditionelle Methoden Cyber-Angriffe in großen Unternehmen erkennen und beheben.

Alphabet startet mit dem Sicherheitsunternehmen Chronicle, das großen Unternehmen Sicherheitslösungen anbieten soll (Bild: Alphabet).

Google steigt damit sehr spät in einen bereits hart umkämpften Markt ein. Etablierte Sicherheitsanbieter wie Symantec, Checkpoint oder Trend Micro und jüngere Unternehmen wie Cylance agieren hier genauso wie Technologiekonzerne wie Cisco, IBM oder HPE. Vor allem große Unternehmen müssen riesige Datenmengen analysieren, um einen Angriff feststellen zu können, das überfordert die Sicherheitsbeauftragten in Unternehmen. Daher bleiben erfolgreiche Angriffe oft mehrere Wochen oder Monate unentdeckt.

„Wir glauben, dass es hier eine bessere Methode gibt. Wir wollen Geschwindigkeit und Effizienz von Sicherheitsteams um den Faktor 10 verbessern, indem wir es einfacher, schneller und kostengünstiger machen, Sicherheitssignale zu sammeln und auszuwerten“, kommentiert Stephen Gillet, CEO des neuen Unternehmens und ehemaliger Symantec-Manager in einem Blog. „Wir bauen unsere eigene Intelligence- und Analytics-Plattform, um dieses Problem zu lösen.“ Damit so Gillet weiter, werden Sicherheitsanalysen, die heute Stunden oder Tage dauern, in Sekunden oder Minuten erledigt sein.

Ein wichtiger Bereich dieser schnellen Analysen werden auch günstige Storage-Kosten sein, die Google Anwendern vermutlich ebenfalls als Service bereitstellen will. Durch eine langfristige Beobachtung sämtlicher Log-Dateien werde die Analyse noch effektiver, so Gillet weiter.

Chronicle wurde in den vergangenen zwei Jahren bei X, the moonshotfactory entwickelt. Hier verfolgt Alphabet Projekte wie selbstfahrende Autos oder Project Loon, mit dem Internet in entlegene Regionen gebracht werden soll. Neben Chronicle werden auch die Technologien von VirusTotal weiter angeboten. Das Unternehmen wurde 2012 von Google übernommen.

Über die technischen Grundlagen von Chronicle schweigt sich Alphabet derzeit noch aus. Auch die Zahl der Unternehmen, die in der Testphase mit der Lösung arbeiten, nennt der Anbieter nicht.

Gillet hatte im Februar 2016 das Unternehmen zusammen mit Shapor Naghibzadeh, dem ehemaligen Sicherheitsleiter bei Google und Mike Wiacek gegründet. Es ist nach Verily, einem Gesundheitsunternehmen und Waymo, einem Unternehmen für autonomes Fahren, der dritte Geschäftsbereich, der aus dem Forschungsbiotop X als eigenständiges Unternehmen unter den Schirm von Alphabet kommt.

Der Leiter der X-moonshotfactory, Astro Teller, erklärt in einem Blog, dass das eigentliche Ziel des Unternehmens wohl noch weiter in der Zukunft liegt: „Der echte Mondflug ist, Cyberattacken vorherzusagen und abzuwehren, bevor sie in das Netzwerk einer Organisation vordringen.“

Chronicle werde als eigenständiges Unternehmen mit eigenen Verträgen und eigenen Policies agieren, aber dennoch Zugriff auf die Alphabet-Experten in den Bereichen Machine Learning und Cloud Computing haben. Derzeit laufe ein Test für ein Preview-Release der Lösung bei einigen Konzernen, es sei aber derzeit noch zu früh, um über Details zu sprechen, so Gillet.

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Martin Schindler

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