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Microsoft gibt Cortana-Integration in Dynamics 365 auf

Microsoft bricht die begonnene Cortana-Integration in seinem Cloud-Angebot Dynamics 365 ab. Noch im Sommer hatte Microsoft seine Partner zu überzeugen versucht, dass sich Dynamics 365 durch die Integration des digitalen Assistenten entscheidend vom Mitbewerb abhebe.

„Nach sorgfältiger Abwägung haben wir uns entschieden, das als Preview vorgestellte Feature der Cortana-Integration entfallen zu lassen“, heißt es in dem ungewöhnlich knappen Blogeintrag des Dynamics-365-Teams. „Dynamics 365 wird nicht länger im Cortana-Notizbuch erscheinen, und Cortana wird den Nutzern nicht länger relevante Informationen über Vertriebsaktivitäten, Konten, Chancen und Meetings anbieten.“ Eine Begründung für den Schritt liefern die Entwickler nicht. „Wir freuen uns auf Ihr Feedback und Ihre Ideen“, schließen sie vielmehr lapidar.

Verfügbar war Cortana bislang in Dynamics 365 Online 9.X und 8.X sowie in Dynamics CRM Online 2016 Update. Seit Mitte letzten Jahres ist Microsoft Dynamics 365 auch aus der Microsoft Cloud Deutchland verfügbar.

Trotz der Cortana-Abkündigung arbeitet der Softwarekonzern weiter daran, Dynamics 365 mit AI-Technologien zu ergänzen. So erhielt das Customer-Insights-Modul Vorhersagemodelle für Vertrieb und Service. Auch Bilderkennung über Azure-Dienste wurde bereits demonstriert. Auf der Konferenz Ignite stellte Microsoft Ende September neue virtuelle Support-Agenten als Dynamics 365 AI Solutions vor. Diese wurden für Enterprise-Kunden maßgeschneidert unter Nutzung von Microsofts Knowledge-Graph, Bing-Daten und Machine-Reading-Technologie.

Microsoft scheint bei Dynamics 365 bewusst einen anderen Weg gehen zu wollen als bei anderen Produkten. Während Cortana anfangs wenig mehr als ein Frontend für die Bing-Suche war, wurde zunehmend deutlich, dass der digitale Assistent Microsofts Apps und Services wie Skype, Edge, Office und Outlook mit künstlicher Intelligenz beflügeln sollte.

Zu diesem Plan gehörte bis zur überraschenden Abkündigung auch Dynamics 365. Es wirft die Frage auf, was das für Cortana bedeutet. Microsofts digitaler Assistent bleibt hinter seinen Rivalen in verschiedener Hinsicht zurück. Ende letzten Jahres waren beispielsweise nur 230 Cortana-Skills verfügbar – für Amazons Sprachassistenten Alexa hingegen mindestens 25.000 Skills.

[mit Material von Mary Jo Foley, ZDNet.com]

ZDNet.de Redaktion

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