Galaxy S9: Samsung verzichtet auf In-Display-Fingerabdrucksensor

Stattdessen verbaut Vivo erstmals einen Synaptics-Sensor unter einem Smartphone-Display. Neue S9-Renderings zeigen einen rückseitig unter der Kamera platzierten Fingerabdruckleser. Auf der Rückseite von S9+ ist eine vertikal angeordnete Dual-Kamera zu sehen.

Samsungs kommendes Flaggschiff Galaxy S9 wird offenbar ohne den vielfach erhofften In-Display-Fingerabdrucksensor kommen. Bestätigt wurde jedoch ein neues Sensormodul von Synaptics, das Vivo als erster Hersteller unter dem Display eines Smartphones verbauen wird.

Das ist auch deshalb überraschend, da Samsung schon länger in Zusammenarbeit mit Synaptics nach einer solchen Lösung suchte und dafür erhebliche finanzielle Mittel einsetzte. Eigentlich war schon für die Generation Galaxy S8 und S8+ ein Fingerabdrucksensor im Display angedacht, erwies sich jedoch als noch nicht marktreif.

Rendering von Galaxy S9 (Bild: @OnLeaks)Rendering von Galaxy S9 (Bild: @OnLeaks)

Inzwischen aber hat Synaptics die Serienproduktion der optischen In-Display-Fingerabdrucksensoren der Produktreihe Clear ID angekündigt. Avisiert wurde dabei der erstmalige Einsatz von Clear ID FS9500 in einem kommenden Flaggschiff-Modell eines führenden Top-5-Anbieters. Zu diesen zählt Vivo selbst derzeit nicht, merkt SamMobile an – aber der chinesische Hersteller gehört derselben Muttergesellschaft wie Oppo, das tatsächlich zu den weltweit führenden Smartphoneproduzenten zählt.

Laut Synaptics ist Clear ID doppelt so schnell wie 3D-Gesichtserkennung, deren Einsatz Apple beim iPhone X vorzieht – auf Sicherheit sei daher nicht zugunsten von Geschwindigkeit zu verzichten. Ein Vorserienmodul des Fingerabdrucksensors konnte Analyst Patrick Moorhead erproben und beschrieb seine Erfahrung als „schnell und einfach“. Er wünscht sich den Einsatz auch in Premium-Geräten von Samsung, Apple, Motorola und LG.

Dass Samsung zumindest bei Galaxy S9 und S9+ noch keinen In-Display-Fingerabdrucksensor verbaut, legen auch CAD-basierte Renderings nahe, die von diesen Modellen aufgetaucht sind. Sie wurden über das Twitter-Konto @OnLeaks verbreitet, das für seine zutreffenden Leaks bekannt ist. Sie zeigen beim S9 ein äußerlich kaum verändertes Design der Vorderseite, aber als einzig auffallende Veränderung auf der Rückseite einen neu platzierten Fingerabdruckleser unterhalb der Kameralinse.

Größer fällt die Überraschung beim S9+ aus mit einer Dual-Kamera auf der Rückseite. Sie ist vertikal angeordnet, und auch hier zeigt sich unterhalb wieder ein Fingerabdrucksensor. Wie Apple bei iPhone 7 und iPhone 8 ist Samsung damit offenbar bestrebt, das größere Plus-Modell mit Dual-Kamera-Technik abzuheben.

Nicht wenige Nutzer wird freuen, auch weiterhin einen bewährten Klinkenanschluss für Kopfhörer zu sehen. Statt großer äußerer Veränderungen aber müssen sie auf gesteigerte innere Werte der neuen Modelle hoffen. Komponenten, Software und Features werden den Kauf der neuen Smartphone-Generation rechtfertigen müssen. Angekündigt ist bereits der Exynos-Prozessor 9810 als „jüngster Flaggschiff-Prozessor“. Er kommt mit der dritten Generation angepasster CPU-Kerne, einer aktualisierten GPU und einem Gigabit-LTE-Modem mit erstmaliger 6CA-Unterstützung.

Themenseiten: Biometrie, Galaxy, Galaxy S9, Kamera, Samsung, Smartphone

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1 Kommentar zu Galaxy S9: Samsung verzichtet auf In-Display-Fingerabdrucksensor

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  • Am 17. Dezember 2017 um 13:10 von DoN

    Für mich sieht es eher danach aus, als könnten die Renderings falsch sein, bzw. falsch interpretiert. Das, was als Finger“print“sensor gerendert wurde könnte auch einfach die Position für die Finger“vital“sensoren sein. Seit dem S6 haben alle S-Modelle den Herzfrequenzmesser und den Blutsauerstoffsensor auf der Rückseite. Der fehlt auf dem Rendering.

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