„Intel inside“: Intel kürzt Ausgaben für Marketingprogramm

Das seit 1991 laufende Programm soll um 40 bis 60 Prozent gekürzt werden. Die Branche erwartet durch die geringeren Ausschüttungen steigende PC-Preise. Intel leitet die Dollars offenbar auch in andere Sparten um und stärkt das Geschäft mit Rechenzentren.

Intel setzt den Rotstift bei seinem Marketingprogramm „Intel inside“ an, das bereits seit 26 Jahren läuft. Wie CRN von Branchenquellen in Erfahrung brachte, sollen die Zuschüsse für PC-Hersteller und Vertriebspartner um 40 bis 60 Prozent gekürzt werden.

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Folgenreich kann das aufgrund der ohnehin schmalen Gewinnspannen der PC-Hersteller sein, für die Intels Zuschüsse seit vielen Jahren ein verlässlicher Teil ihrer Kalkulation sind. „Das wird wahrscheinlich zu Preiserhöhungen seitens der OEMs führen“, zitiert die Publikation den CEO einen bedeutenden Anbieters, der nicht namentlich genannt werden wollte. „Unglücklicherweise geschieht das zu einem Zeitpunkt, da die Kosten für Komponenten den höchsten Stand in Jahren erreicht haben.“ Das lasse nichts Gutes ahnen hinsichtlich neuer PC-Käufe von Geschäftskunden. Ein Dominoeffekt quer durch das gesamte Intel-Ökosystem sei zu befürchten.

Intel bestätigte die anstehenden Veränderungen, wollte aber noch keine Aussagen zum Ausmaß der Einschnitte machen. „Während wir die Praxis des gemeinsamen Marketings mit unseren OEM-Kunden weiterentwickeln, wird die Marke ‚Intel inside‘ ein wichtiges Symbol für Leistung und Qualität bleiben“, sagte ein Intel-Sprecher ausweichend. „Die von uns vorgenommenen Änderungen sollen Kunden bei einem effizienteren und effektiveren Marketing zusammen mit Intel helfen, während es unser Marketing in größere Übereinstimmung mit Intels geschäftlichen Prioritäten bringt.“

Der Manager eines anderen Intel-Partners, der über die Einschnitte unterrichtet wurde, sprach außerdem von einer Verlagerung von Mitteln zu anderen Intel-Sparten, die nicht auf PC-Umsätze und Vertriebskanäle ausgerichtet sind. „Die Mittel werden jetzt eingesetzt werden, um das Geschäft mit den Rechenzentren zu stärken, es geht mehr zu den Daten statt zum Computing“, ließ er sich zitieren. „Eine Menge Dollars gehen in andere Bereiche oder bleiben im Haus, um Intels Gewinne und Margen zu verbessern.“

In seinem jüngsten Quartalsbericht meldete Intel einen Gewinnsprung von 34 Prozent bei einem eher bescheidenen Umsatzzuwachs von zwei Prozent. Seinen Umsatz verbesserte Intel vor allem in den Geschäftsbereichen Internet of Things (plus 23 Prozent), Data Center (plus 7 Prozent), nichtflüchtiger Speicher (plus 37 Prozent) und Programmable Solutions (plus 10 Prozent).

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Allerdings kommt der Löwenanteil von Intels Einnahmen nach wie vor aus dem klassischen Geschäft mit Client-Prozessoren. Ihr Ergebnis stagnierte bei 8,9 Milliarden Dollar – und dieser Bereich könnte mit dem reduzierten Marketingprogramm weiter ins Hintertreffen geraten. CRN zitiert dazu einen langjährigen exklusiven Intel-Partner, der angesichts schwindender Unterstützung von Intel bereits Partnerschaften mit anderen CPU-Herstellern einging – einschließlich eines bedeutsamen Abschlusses mit dem wieder erstarkten Intel-Rivalen AMD.

Der Chiphersteller nutzte die Dollars des Intel-inside-Programm auch als Waffe im Wettbewerb. Das führte zu einem europäischen Kartellverfahren gegen Intel. Die EU-Kommission sah es 2009 als erwiesen an, dass Intel mit Rabattaktionen bei PC-Herstellern und Einzelhändlern Mitbewerber mit unfairen Praktiken vom Markt ausschloss. Intel wurde daraufhin zu einer Strafe in Höhe von 1,06 Milliarden Euro verurteilt. Das 2014 ergangene Urteil hob der EuGH jedoch wieder auf und wies in diesem Jahr das Gericht der Europäischen Union an, Intels Argumente noch einmal anzuhören.

Themenseiten: CPU, Intel, Marketing, PC, Prozessoren

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