Intels erster KI-Coprozessor ist fertig

Intel hat die baldige Verfügbarkeit des „Nervana Neural Network Processor“ angekündigt. Bis zum Ende des Jahres 2017, so CEO Brian Krzanich, soll der Chip ausgeliefert werden. Der als NPP abgekürzte Baustein ist eine Spezialentwicklung, die auf der Übernahme des KI-Startups Nervana basiert. Intel hatte das Unternehmen im August 2016 für einen nicht genannten Betrag gekauft.

Der bisher unter dem Codenamen „Lake Crest“ entwickelte Coprozessor ist ein anwendungsspezifisches Design (ASIC), das auf schnelle Berechnungen in neuronalen Netzwerken ausgelegt ist. Dafür arbeitet der NPP mit variablen Genauigkeiten, die während der Berechnungen neu vergeben werden können, Intel nennt das Flex Point. Wie genau die Recheneinheiten aussehen, hat der Chiphersteller noch nicht verraten. Bekannt ist nur, dass der NPP aus 12 „Processing Cluster“ genannten Blöcken besteht, die über proprietäre Busse namens ICL mit anderen Modulen auf dem Baustein vernetzt sind.

Bandbreite ist bei KI-Anwendungen alles, daher sitzen vier HBM2-Stapel mit je 8 GByte auf dem NPP, die zusammen ein Terabyte pro Sekunde an Daten liefern können. Das ist konzeptuell ähnlich wie bei modernen Grafikkarten oder GPU-Beschleunigern. Diese sind auch die Hauptkonkurrenz des Intel-Bausteins. Vor allem Nvidias Volta-Karten, die es bisher nur für Rechenanwendungen und nicht für Spiele gibt, werden von KI-Entwicklern derzeit wegen ihrer hohen Leistung bevorzugt.

Früheren Angaben von Intel von Anfang 2017 zufolge, die das Unternehmen nun nicht wiederholte, soll der NPP zehnmal schneller bei künstlicher Intelligenz rechnen als bestehende Produkte – das war aber noch vor dem Erscheinen von Volta. Eine Leistungseinschätzung für den gegenwärtigen Zeitpunkt gibt es noch nicht. Ebenso nennt Intel weder das Herstellungsverfahren noch den Preis des Produkts.

Fest steht aber, dass der NPP als Coprozessor auf einer Steckkarte mit PCI-Express-3.0 erscheinen wird. Auch davon gibt es noch keine Fotos, nur Renderbilder des Chips selbst. Wie der Neuro-Chip wirklich aussieht wird wohl vor allem Facebook wissen. Dieses Unternehmen will den NPP Intel zufolge einsetzen, und zwar für optimierte Werbung und eine, so wörtlich, „stärker personalisierte Erfahrung“ bei der Nutzung des sozialen Netzwerks. Auch andere typische KI-Anwendungen wie Medizinforschung, autonome Fahrzeuge und Wettervorhersagen nennt Intel, es gibt dafür aber noch keine Partner bekannt.

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Nico Ernst

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