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Intels schnellster: 18-Kerner Core i9-7980XE kommt in den Handel

Nach dem eher holprigen Marktstart der neuen Serie Core X im Juni 2017 hat Intel die beiden schon damals angekündigten Spitzenmodelle auf den Markt gebracht: Der Core Core i9-7980XE besteht aus 18 Kernen, die 36 Threads ausführen können, der Core i9-7960X arbeitet mit 16 Cores und 32 Threads. Der Preis für so viel Technik ist so extrem wie der Name, denn als „XE“ und mithin Extreme Edition hat Intel den Namen aus dem alten Kampf mit AMD wiederbelebt. Den 18-Kerner gibt es für rund 2000 US-Dollar, zwei Cores weniger kosten noch 1700 US-Dollar.

Beide CPUs basieren noch auf der Architektur Skylake-X, sind also von den Xeon-Pendants aus der 14-Nanometer-Fertigung abgeleitet. Aktuell ist mit dem Tag des Marktstarts für Desktops bei Intel aber das Coffee-Lake-Design, das als achte Generation der Core-Reihe vermarktet wird. Diese CPUs bieten aber mit dem Core i7-8700K maximal sechs Kerne, die High-End-Skylakes sind für Multithreading-Anwendungen zu bevorzugen. Dazu zählen im Gegensatz zu dem von Intel angepeilten Segment der Spiele aber vor allem Rendering, Videoschnitt, Softwareentwicklung und umfangreiche Bildbearbeitung. Consumer-Software lastet in der Regel kaum mehr als 8 Kerne oder 16 Threads wirklich aus.

Wie die bisherigen Core-X passen die beiden Neuzugänge in den Sockel LGA 2066, den bisher nur Mainboards mit dem Chipsatz X299 bieten. Pflicht ist dafür auch DDR4-Speicher, der ohne Overclocking effektiv bis zu 2666 MHz schnell sein darf. Es gibt aber auch schon länger höher getaktete Module mit XMP-Profilen, durch welche sich die Frequenzen und Latenzen automatisch einstellen lassen. Wie schon der bisherige Spitzenreiter mit 14 Kernen, Core i9-7940X, liegt die empfohlene Leistungsaufnahme unter Last bei 165 Watt. Das schaffen nur große Luftkühler oder Wasserkühlungen.

Der wesentliche Unterschied zu den Xeons liegt in den frei einstellbaren Multiplikatoren der neuen Skylake X. Dadurch lassen sich deren nominal etwas niedrigeren Takte, verglichen mit Kaby Lake und Coffee Lake, auf das Niveau der technisch aktuelleren CPUs mit weniger Takt hieven. Das steigert aber die Leistungsaufnahme drastisch, mehr als 200 Watt unter Last sind dann keine Seltenheit.

Dass Intel die beiden technisch extremen und sehr teuren Prozessoren genau jetzt auf den Markt bringt, ist als direkte Reaktion auf AMDs Threadripper mit 16 Cores und 32 Threads zu werten. Sowohl mit 16 und erst recht mit 18 Kernen schlagen die neuen Core-X ersten Tests zufolge AMDs Ripper. Auch bei Single-Threaded-Anwendungen bei Spielen platziert sich der Core X in der Regel knapp vor AMDs Threadripper.

Sehr deutlich absetzen kann sich Intel von AMD nur bei dem außerhalb von Supercomputern und technisch-wissenschaftlichen Anwendungen noch raren Code mit AVX512. Diese für Entwickler recht umständlich zu handhabenden Vektorerweiterungen können die Leistung bei geeigneten Programmen noch einmal vervielfachen, AMDs AVX-Einheiten arbeiten bisher wesentlich langsamer. Hier liegt für Programmierer aber der besondere Reiz der Core X, denn im Gegensatz zu früheren Desktop-CPUs, die von den Xeons abstammen, hat Intel diesmal die Leistung mit AVX nicht künstlich beschränkt.

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Nico Ernst

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