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Galaxy S7 und Galaxy S7 Edge: Dezember-Patch wird ausgeliefert

Samsung hat damit begonnen, die Android-Dezember-Sicherheitspatches für die Galaxy-S7-Smartphones auszuliefern. Das Update steht für derzeit für das freie Modell in Deutschland (Produktcode: DBT) zur Verfügung.

Drei Jahre nach der Vorstellung der Galaxy-S7-Reihe hatte Samsung im März 2019 angekündigt, die Smartphones nur noch alle drei Monate mit Sicherheitsupdates zu versorgen. Die Aktualisierung findet jedoch zu unterschiedlichen Zeitpunkten statt. Die von den Providern verkauften Modelle haben Anfang Dezember das November-Update erhalten, während die freien Modelle nun mit dem Dezember-Patch versorgt werden. Nachdem die Aktualisierung zunächst für die DBT-Modelle bereitsteht, dürften die freien Geräte in Österreich (ATO) und der Schweiz (AUT) in Kürze das Dezember-Update erhalten.

Dezember-Sicherheitspatches

Laut Google bringen die Dezember-Sicherheitspatches Fixes für insgesamt 52 Schwachstellen, wovon mindestens sieben mit kritisch eingestuft sind.

Zusätzlich dazu behebt Samsung 13 Schwachstellen, von denen jedoch keine mit kritisch eingestuft ist.

Monatliche Sicherheitsupdates liefert Samsung für seine aktuellen Smartphones, die nicht älter als drei Jahre sind. Dazu zählen etwa die Reihen Galaxy S10, S9, S8 sowie Note 10, Note 9 und Note 8. Das über drei Jahre alte Galaxy S7 erhält Aktualisierungen nur noch quartalsweise.

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Sicherheit von Smartphones

Sicherheitspatches sind eine wichtige Komponente, um Smartphones vor Angriffen Cyberkrimineller zu schützen. Weitere Sicherheitsschichten wie ein Sandboxing von Anwendungen und Sicherheitsservices wie etwa Google Play Protect sind gleichermaßen wichtig, wie Google in einem Blog erläutert.

Insgesamt hat sich das Sicherheitsniveau von Android-Smartphones in den letzten Jahren erheblich verbessert. Das bestätigt auch der deutsche Sicherheitsforscher Karsten Nohl in einem Interview mit Spiegel-Online: „Android als Technologie ist in den letzten Jahren sehr viel sicherer geworden, vermutlich sogar sicherer als Windows.“

Wenn, wie im Fall der S7-Smartphones, Geräte nur noch in unregelmäßigen Abständen Sicherheitsupdates oder gar nicht mehr erhalten, sei es für Angreifer inzwischen sehr schwierig, einen Angriff auf ein Android-Gerät auszuführen, was mit der hohen Komplexität und Sicherheitsmechanismen des Betriebssystems zusammenhängt. Auch bedeute ein fehlender Patch noch nicht, dass Fehler auch ausgenutzt werden können. Nohl erklärt daher, „Moderne Betriebssysteme beinhalten verschiedene Sicherheitsbarrieren, wie ASLR und Sandboxing, die allesamt typischerweise überwunden werden müssen, um ein Telefon remote zu hacken.“ Daher reichten einige vergessene Patches in der Regel nicht aus, damit Hacker ein Gerät übernehmen können. „Für einen erfolgreichen Angriff müssen stattdessen mehrere Bugs zu einer Kette verknüpft werden.“ Aufgrund dieser hohen Komplexität setzen die Kriminellen auf andere Methoden wie Social Engineering, um Anwendern bösartige Apps unterjubeln zu können. „Tatsächlich wurde im vergangenen Jahr kaum Hacking-Aktivität um Android herum festgestellt.“

Smartphone-Sicherheit: Android vor iOS

Laut einer Untersuchung von Gartner liegt Android inzwischen in Sachen Sicherheit sogar vor iOS, wobei Geräte von Samsung durch die Sicherheitslösung Knox am besten geschützt sind. Von den von Gartner überprüften zwölf Funktionen im Bereich „Corporate Managed-Security“ erreicht Samsung Knox zu 100 Prozent die Bewertung „strong“, während unter iOS 11 nur 5 von 12 Parameter mit „strong“ bewertet werden. Bei den von Gartner überprüften 16 Geräte-Sicherheitsfunktion erreicht Samsung Knox in dreizehn Fällen die Bewertung „strong“, während iOS 11 nur sieben Mal die Bestnote erhält. Auch generell holt Android laut Gartner gegenüber iOS auf. Während Smartphones mit Android 7 und fünf „strong“-Bewertungen der iOS-Plattform noch unterlegen waren, erreichen Smartphones mit Android 8 11-mal die Bestnote und ziehen damit am iPhone vorbei. Daten zu Android 9 und iOS 12 hat Gartner noch nicht veröffentlicht.

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Aktualisierung durchführen

Die Aktualisierung sollte unter Einstellungen – Software-Update auf den genannten Geräten zur Installation angeboten werden. Steht das Update dort nicht zur Verfügung oder ist das Download-Limit des Servers erreicht, kann man mit dem Samsung-Tool Smart Switch versuchen, die Aktualisierung manuell zu installieren. Oft steht diese für Smart Switch früher zur Verfügung als über OTA. Smart Switch liegt für Windows und macOS vor. Wer sich nicht sicher ist, welche Firmwareversion auf seinem Samsung-Smartphone installiert ist, kann dies mit der App Phone INFO Samsung herausbekommen. Die App listet unter anderem den Produktcode auf, sodass man anhand weiter unten aufgeführter Tabelle erfahren kann, ob ein Update zur Verfügung steht. Alternativ kann man an diese Informationen auch über die Eingabe von *#1234# in der Telefon-App. Unter CSC wird der entsprechende Provider-Code angegeben.

Samsung Galaxy S7: Aktuelle Firmwareversionen (Quelle: Sammobile, Stand 2.1.2020)

Android-Version Sicherheitspatch CSC (Providercode in Rot) Produktcode Provider
8.0 1. November 2019 G930FVFG7ESK1 VD2 Vodafone
8.0 1. November 2019 G930FTEF7ESK1 VIA O2
8.0 1. Dezember 2019 G930FDBT7ESL9 DBT Freies Gerät
8.0 1. November 2019 G930FDDX7ESK1 DTM T-Mobile
8.0 1. November 2019 G930FDDX7ESK1 DDE Congstar
8.0 1. September 2019 G930FXEG6ESI5 XEG 1&1
8.0 1. November 2019 G930FDRE7ESK2 DRE Hutchison Drei (Österreich)
8.0 1. November 2019 G930FVFG7ESK7 MOB A1 (Österreich)
8.0 1. November 2019 G930FDAX7ESK1 MAX T-Mobile (Österreich)
8.0 1. November 2019 G930FDAX7ESK1 TRG Telering (Österreich)
8.0 1. September 2019 G930FATO6ESI4 ATO Freie Geräte (Österreich)
8.0 1. September 2019 G930FAUT6ESI4 AUT Freies Gerät (Schweiz)
8.0 1. November 2019 G930FVFG7ESK7 SWC Swisscom (Schweiz)

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Kai Schmerer @KaiSchmerer

Kai ist seit 2000 Mitglied der ZDNet-Redaktion, wo er zunächst den Bereich TechExpert leitete und 2005 zum Stellvertretenden Chefredakteur befördert wurde. Als Chefredakteur von ZDNet.de ist er seit 2008 tätig.

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