Gerücht: Samsung plant Aufteilung

Samsung Electronics will in einer Pressekonferenz am Dienstag Pläne enthüllen, die einem besseren Shareholder-Value dienen. Die Ankündigung erfolgt unter dem Druck aktivistischer Investoren, die den koreanischen Konzern zu einer Aufteilung in zwei Einheiten sowie einer hohen Dividendenzahlung an die Aktionäre drängen.

Die von Reuters zitierte Seoul Economic Daily erfuhr von einem Informanten, dass Samsung tatsächlich eine Aufspaltung in Betracht zieht. Branchenbeobachter gehen davon aus, dass das Unternehmen mindestens vernünftige Veränderungen in der Besitzstruktur vornehmen wird. Im letzten Monat gab Samsung zu verstehen, dass es an weitere Aktienrückkäufe denkt.

Druck gemacht hat der US-amerikanische Hedge-Fund Elliott Management, der 0,6 Prozent der Samsung-Anteile hält. Im Oktober forderte er Samsung auf, sich in eine Holding-Gesellschaft sowie eine Betreibergesellschaft zu spalten. Elliott verlangte außerdem eine Dividenden-Sonderzahlung an die Aktionäre in Höhe von 26 Milliarden Dollar.

Samsung als größter südkoreanischer Mischkonzern ist bekannt für eine verschachtelte und undurchsichtige Firmenstruktur. Eine wenig transparente Rolle scheint er auch im Korruptionsskandal um die südkoreanische Präsidentin Park Geun Hye und eine persönliche Vertraute gespielt zu haben, die erheblichen Einfluss auf ihre Politik nahm. Polizeiliche Ermittler duchsuchten wiederholt Samsungs Büros und beschlagnahmten umfangreiches Beweismaterial.

Darüber hinaus steht Samsung derzeit auch wirtschaftlich unter Druck. Das Debakel um das Galaxy Note 7 wird die Bilanzen des Unternehmens bis Ende März 2017 mit rund 5 Milliarden Euro belasten. Welche Auswirkungen der Rückruf sowie der Produktionsstopp des Note 7 auf die Reputation der Marke Samsung hat, lässt sich noch nicht abschätzen.

Als „unwahr“ dementiert hat Samsung inzwischen, dass es den Verkauf seiner PC-Sparte zum Preis von 800 Millionen Euro prüfe und deshalb bereits seit Monaten Gespräche mit Lenovo führe. Im Herbst stieß Samsung aber bereits sein wirtschaftlich nahes Druckergeschaft ab, das HP für 1.05 Milliarden Dollar übernahm. Rund 6000 Mitarbeiter wechselten dabei von Samsung zu HP, darunter etwa 1500 Ingenieure und Entwickler.

[mit Material von Katie Collins, ZDNet.com]

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Bernd Kling

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