Categories: ForschungInnovation

Apples Titan-Projekt konzentriert sich auf Software für selbstfahrende Autos

Für sein Project Titan hat Apple Dan Dodge angeworben, den Gründer und früheren CEO von QNX. Gleichzeitig verschiebt sich der Schwerpunkt des noch immer nicht offiziellen Projekts, das ursprünglich der Entwicklung eines Elektroautos dienen sollte, in Richtung auf Software für selbstfahrende Autos. Das berichtet Bloomberg und beruft sich auf Informanten, die mit dem Projekt vertraut sind. An der Berichterstattung beteiligte sich Mark Gurman, der sich bei 9to5Mac mit seinen meist zutreffenden Vorhersagen für kommende Apple-Produkte profilierte und eben zu Bloomberg wechselte.

Demnach hat sich Apple für einen Strategiewechsel entschieden, nachdem wichtige Führungskräfte ausschieden, es zu Verzögerungen kam und die Ausrichtung insgesamt unklar schien. Dennoch wolle es seine Pläne für die Entwicklung eines Fahrzeugs nicht aufgeben. Offenbleiben soll dabei aber die Option, mit einem etablierten Autohersteller zusammenzuarbeiten, statt ein kommendes Elektroauto in Eigenregie herzustellen.

Auf eine mögliche Zusammenarbeit angesprochene Partner in der Autobranche konnten sich allerdings bisher nicht dafür begeistern. BMW und Daimler brachen offenbar Gespräche mit Apple über die gemeinsame Entwicklung eines Elektroautos wieder ab. Die Verhandlungen sollen in erster Linie daran gescheitert sein, dass sich die deutschen Autobauer nicht mit Apple darauf einigen konnten, wer die Kontrolle über die mit den Fahrzeugen gesammelten Daten erhält. Differenzen gab es auch in der Frage, wer das Projekt leiten sollte. In diesen Verhandlungen sprach Apple angeblich über ein hochvernetztes Elektroauto, das zumindest auch teilautonom fahren sollte.

Vor kurzem übernahm die Leitung des schlingernden Titan-Projekts der Apple-Veteran Bob Mansfield, der seit 1999 in leitenden Positionen für den iPhone-Hersteller arbeitet. Anders als sein Vorgänger berichtet er direkt an CEO Tim Cook. Mansfields Sparte umfasst drei Abteilungen (Software, Sensoren, Hardware), an deren Spitze ebenfalls langjährige Mitarbeiter des Unternehmens stehen.

ANZEIGE

So lassen sich Risiken bei der Planung eines SAP S/4HANA-Projektes vermeiden

Ziel dieses Ratgebers ist es, SAP-Nutzern, die sich mit SAP S/4HANA auseinandersetzen, Denkanstöße zu liefern, wie sie Projektrisiken bei der Planung Ihres SAP S/4HANA-Projektes vermeiden können.

QNX-Gründer Dodge, der offenbar schon früher in diesem Jahr zu Apple kam, arbeitet im Software-Team. Mit ihm erhält Apple einen hochkarätigen Experten mit unverzichtbarem Branchenwissen. QNX Software Systems aus Ontario, das auch in Deutschland eine Niederlassung unterhält und 2010 von Blackberry übernommen wurde, stellt Betriebssysteme, Werkzeuge für die Software-Entwicklung sowie technische Dienstleistungen bereit, die von Autos über Appliances und medizinische Geräte bis hin zu Steuerungssystemen alles abdecken. Dabei hat QNX bereits Dutzende Automobilhersteller auf seiner Seite – unter anderem Acura, Audi, BMW, Chrysler, Ford, GM, Honda, Hyundai, Jaguar, Mercedes, Land Rover Range Rover, Porsche, Toyota und Volkswagen. Fords neues Infotainmentsystem Ford Sync 3 basiert nicht auf mehr auf einem Embedded-Betriebssystem von Microsoft, sondern auf Blackberrys QNX-Plattform – und auch Apples Infotainmentsystem CarPlay setzt auf QNX auf.

Nahe der QNX-Zentrale in einem Vorort von Ottawa eröffnet Apple ein Forschungs- und Entwicklungszentrum, um weitere Mitarbeiter mit einschlägiger Erfahrung anwerben zu können. Ähnlich ging Apple bei der Einrichtung einer noch nicht offiziell bestätigten Niederlassung in Berlin vor. Dort arbeiten angeblich bereits über ein Dutzend Experten an der weiteren Entwicklung seines Kartendienstes Maps sowie standortbasierter Dienste – und hochauflösende Kartendaten sind zudem unverzichtbar für selbstfahrende Autos.

Grund für die Standortwahl war offenbar, dass auch der Kartendienst Here seinen Sitz in Berlin hat. Apple soll aggressiv Manager und Entwickler von Here abgeworben haben, darunter auch Programmierer, die an Routing-Algorithmen und Echtzeitkarten arbeiteten. Here wurde von Nokia nach der Übernahme von Navteq im Jahr 2007 gegründet und im letzten Jahr durch ein Konsortium von Daimler, BMW und Audi erworben.

Bernd Kling

Recent Posts

Ohne Passwort-Management keine IT-Sicherheit

Neben hochentwickelten Firewalls und Authentifizierungsverfahren spielt eine möglichst hohe Passwortsicherheit eine entscheidende Rolle für die…

14 Stunden ago

Starke Leistung im kompakten Desktop-PC | MSI Business & Productivity Desktop-PCs für vielseitige Anwendungen

Ein klassischer Desktop-PC im Tower-Format ist nicht für jeden geeignet, besonders bei begrenztem Arbeitsraum. MSI…

17 Stunden ago

Silicon Security Day Europe

Wie kann Künstliche Intelligenz helfen, den Krieg gegen Ransomware und "Nukleare" Ransomware 3.0 zu gewinnen?

18 Stunden ago

Silicon Security Day Austria

Beim Silicon Security Day in Österreich am 2. Juni 2022 ab 9:45 Uhr dreht sich…

18 Stunden ago

ONLYOFFICE kündigt umfangreiches Update für Kollaborationsplattform und Dokumenten-Editoren an

Die quelloffene Online-Office-Lösung ONLYOFFICE kündigt ein umfangreiches Update für ihre Kollaborationsplattform (ONLYOFFICE Workspace 12.0) und…

19 Stunden ago

VeeamON: Veeam wird Marktführer bei Data Protection

Auf der Konferenz VeeamON zeigt sich Veeam sehr optimistisch. Die Zahlen unabhängiger Marktforscher bestätigen den…

2 Tagen ago