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Dropbox zieht von AWS in eigenes Rechenzentrum um

Dropbox hat in einem Blogbeitrag Pläne öffentlich gemacht, auf eigene Cloud-Infrastruktur umzuziehen. Vor allem in ein Storage-System im Exabyte-Bereich habe es investiert, schreibt es. Man sei inzwischen so groß, dass die Kosten für eigene Infrastruktur im Vergleich zu einer Public Cloud nicht mehr so hoch ausfielen. Laut Wired wurden 90 Prozent des Umzugs während der letzten zweieinhalb Jahre abgewickelt.

Bisher war Dropbox von Amazon Web Services (AWS) gehostet und nutzte besonders dessen Simple Storage Service (S3), worüber es schreibt: „Wir waren ein Early Adopter von Amazon S3, das uns die Möglichkeit gab, unseren Betrieb schnell und zuverlässig zu skalieren. Amazon Web Services war und ist ein unschätzbarer Partner – wir hätten ohne einen Dienst wie AWS nicht so schnell wachsen können, wie dies der Fall war.“

Für den Aufbau einer eigenen Infrastruktur gibt es demnach zwei Hauptgründe. Der erste ist ein Mangel an Differenzierungsmöglichkeiten. „Eines unserer Hauptunterscheidungsmerkmale ist Leistung. Wenn wir uns Storage ins Haus holen, können wir den kompletten Stack von einem Ende zum anderen anpassen und die Leistung für unseren speziellen Anwendungsfall verbessern.“ Und zweitens könne man als „einer der weltweit führenden Anbieter von Clouddiensten“ seine Größe ausspielen und sowohl Hardware als auch Software anpassen, ohne unwirtschaftlich zu werden.

Auf Amazon waren auch bisher nur die tatsächlichen Dateien der Dropbox-Nutzer gespeichert. Für Metadaten zu diesen Dateien und seinen Anwendern nutzt Dropbox immer schon eigene Infrastruktur, wie es erklärt. Zu seinen Anforderungen an das File-Storage-System zählen Verschlüsselung im Ruhezustand, Datenbeständigkeit von über 99,9999999999 Prozent und Verfügbarkeit über 99,99 Prozent.

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Dropbox entspricht somit einem Branchentrend zu Private Clouds. Es gibt aber auch eine Gegenbewegung: Netflix hat seine Rechenzentren zugunsten der Amazon-Cloud aufgegeben und betreibt nur noch ein eigenes Content Delivery Network. Die Spieleplattform Zynga wiederum wurde mit AWS groß, baute dann eigene Rechenzentren – und kehrte 2015 zu AWS zurück.

Der Fall Zynga zeigt besonders, dass die Skalierbarkeit einer Public Cloud auch bei negativem Wachstum Vorteile hat. Möglicherweise ist es einer gewissen Vorsicht geschuldet, wenn Dropbox betont, es werde weiter Amazon nutzen, wenn dies Sinn ergebe.

Vor einer Woche konnte Dropbox 500 Millionen Nutzer melden. Im Juni 2015 waren es noch 400 Millionen Konten von privaten und geschäftlichen Nutzern gewesen. Aktuelle Zahlen zu seinen Umsatz bringenden Firmenkunden nannte der Cloud-Storage-Anbieter jedoch nicht. Skeptische Investoren halten die der letzten Finanzierungsrunde zugrunde liegende Bewertung von 10 Milliarden Dollar nicht mehr für gerechtfertigt.

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Florian Kalenda

Seit dem Palm Vx mit Klapp-Tastatur war Florian mit keinem elektronischen Gerät mehr vollkommen zufrieden. Er nutzt derzeit privat Android, Blackberry, iOS, Ubuntu und Windows 7. Die Themen Internetpolitik und China interessieren ihn besonders.

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