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Raspberry Pi 3 kommt mit WLAN, Bluetooth und 64-Bit-CPU

Der Minicomputer Raspberry Pi wird bald in einer neuen Version erhältlich sein, die über WLAN, Bluetooth und einen 64-Bit-Prozessor verfügt. Das geht aus Prüfungsdokumenten der US-Telekomaufsicht FCC sowie geleakten Werbeunterlagen hervor.

Die Federal Communications Commission (FCC) hat dem neuen Raspberry Pi 3 Model B am 26. Februar ihr Plazet erteilt und neben Testunterlagen auch einige Fotos veröffentlicht. Der Prüfbericht gibt nicht alle technischen Details des Einplatinenrechners preis, weist aber als eingesetzte Funktechnik WLAN 802.11 b/g/n im 2,4-GHz-Band aus – und auch Bluetooth 4.1 Low Energy ist an Bord. Die Besitzer der bisherigen Modelle sind noch gezwungen, für eine Internetverbindung den integrierten Ethernet-Anschluss oder einen externen USB-Adapter zu nutzen.

Raspberry Pi 3 (Bild: FCC)

Zuvor verbaute Komponenten müssen dafür offenbar nicht entfallen, wie die veröffentlichten Bilder zeigen. Das Layout der Platine hat sich gegenüber Raspberry Pi 2 kaum geändert. Es bleibt bei HDMI und Ethernet, vier USB-Ports, einem MicroSD-Kartenleser und einem 40-Pin-Anschluss.

Auf der Social-News-Site Reddit wurde inzwischen außerdem ein ganzseitiges Inserat geleakt, aus dem weitere technische Details und Preise für das kommende Modell und Zubehör hervorgehen. Für mehr Leistung im neuen Pi steht Broadcom BCM2837, ein 64-Bit-Prozessor der ARM-Architektur mit vier Rechenkernen. Er läuft mit einer Taktrate von 1,2 GHz, während der Vorgänger mit 900 MHz auskommen musste. Als Arbeitsspeicher stehen weiterhin 1 GByte bereit.

Neben gesteigerter Performance und mehr Konnektivität wird auch eine verbesserte Energieverwaltung hervorgehoben, die den Anschluss von USB-Peripherie mit größerem Strombedarf erlaubt. Dank integriertem Bluetooth und WLAN soll der Minirechner jetzt auch „IoT Ready“ sein – bereit für das Internet der Dinge (Internet of Things, IoT).

Wenig ändert sich am Preis, der mit 26,38 britischen Pfund angegeben ist. Damit bleibt die Raspberry-Pi-Stiftung ihrem Prinzip treu, den Basispreis ihres jeweiligen Flaggschiff-Produkts bei rund 35 Euro zu halten und so millionenfache Verkäufe zu beflügeln.

Raspberry Pi war 2012 als Billigsystem gestartet, um britische Schüler zum Programmieren anzuregen. Der kreditkartengroße Einplatinen-Computer kam aber bald auch in ambitionierten Bastelprojekten zum Einsatz, und die Erfolgsgeschichte des Raspberry Pi überraschte nicht zuletzt seinen Schöpfer Eben Upton.

Seit letztem Jahr ist der Minicomputer für Firmen auch mit kundenspezifischen Modifikationen erhältlich, wenn sie mindestens 3000 Stück bestellen. Damit erweiterte sich die potentielle Zielgruppe des Raspberry Pi erneut. Mit der Möglichkeit, eine maßgeschneiderte Version für vernetzte Produkte aller Art und das Internet der Dinge zu ordern, ist der Pi verstärkt für Kleinfirmen und Start-ups interessant, darunter Kickstarter-Projekte.

Bernd Kling

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