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Google patentiert Liefersystem mit Schließfächern auf selbstfahrenden LKW

Google forscht nicht nur mit Hochdruck an selbstfahrenden Autos, sondern geht offenbar auch der Frage nach, wie sich solche Fahrzeuge einsetzen lassen. Beim US-amerikanischen Patent- und Markenamt hat es sich jetzt eine „autonome Lieferplattform“ patentieren lassen. Das US-Patent mit der Nummer 9.256.852 beschreibt unter anderem fahrerlose LKW mit Schließfächern auf der Ladefläche, in denen Waren an Kunden ausgeliefert werden könnten.

In dem am 1. Juli 2013 eingereichten Antrag führt Google aus, dass die beiden größten kommerziellen US-Kurierdienste über 100.000 Fahrzeuge betreiben, von jedes einzelne davon einen Fahrer benötige. Das anhaltende Wachstum beim Online-Shopping mache aber zusätzliche Kapazitäten und mehr Effizienz für den letzten Weg zum Kunden erforderlich.

Google hat sich selbstfahrende Lieferwagen mit Schließfächern patentieren lassen (Bild: Google/USPTO).

Googles autonome Lieferplattform würde Fahrer komplett überflüssig machen. Dabei geht es allerdings weniger um selbständige Fahrzeuge als vielmehr um eine sichere Möglichkeit, Pakete an mehrere Ziele auszuliefern ohne menschliche Hilfe bei der Übergabe, etwa zum Kassieren bei Lieferung.

Googles fahrerlose LKW sehen eine Reihe von Schließfächern vor, die mit einem Zahlenschloss gesichert sind. Die Empfänger eines Pakets sollen per Textnachricht über das baldige Eintreffen ihrer Sendung informiert werden. Zudem erhalten sie auf diesem Weg die entsprechende Schließfachnummer samt des zugehörigen Nummerncodes. Jeder Code kann laut Google nur einmal verwendet werden, wenn das Fahrzeug die Zieladresse erreicht hat, die durch das integrierte Positionsbestimmungssystem ermittelt wird. Alternativ könne ein Ziel dynamisch bestimmt werden, durch die Nähe zu einem Mobilgerät mit NFC-Chip.

In dem Patent erläutert Google ähnliche Techniken wie für seine selbstlenkenden Autos. Die Lieferwagen „könnten künstliche Intelligenz, Sensoren und Technologie zur Positionsbestimmung einsetzen, um selbständig ohne aktives Eingreifen eines menschlichen Fahrers zu fahren“.

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Das Alter des Patentantrags spiegelt sich in den Ausführungen wider, dass „einige autonome Straßenfahrzeuge über 300.000 Testmeilen bei verschiedensten Verkehrsbedingungen ohne einen einzigen Unfall im autonomen Betrieb zurückgelegt haben.“ Im Januar hatte Google mitgeteilt (PDF), dass seine Flotte fahrerloser Fahrzeuge seit 2009 insgesamt 1,5 Millionen Meilen im autonomen Modus gefahren sei.

Außer Google forscht auch Amazon stets an neuen Liefermethoden. Dazu zählen seine Lieferdrohnen Prime Air für leichtgewichtige Pakete sowie ein App-basiertes System, um Pakete von Privatleuten zustellen zu lassen. Vergangenes Jahr testete der Onlinehändler in Kooperation mit Audi und DHL auch die Warenlieferung in den Kofferraum eines geparkten Fahrzeugs.

[mit Material von Liam Tung, ZDNet.com]

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Björn Greif

Björn kam nach seinem Magisterstudium und Ausflügen in den Sportjournalismus 2006 als Volontär zu ZDNet. Im Anschluss wurde er Redakteur und hat mehr als 12.600 Nachrichten zu tagesaktuellen Themen verfasst, mit Schwerpunkt auf Business, Hardware und Mobile.

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