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Breitbandausbau: Comcast nimmt erstes Docsis-3.1-Modem in Betrieb

Comcast hat noch rechtzeitig vor dem Jahresende seine Ankündigung aus dem Januar wahrgemacht, in diesem Jahr eine Geschwindigkeit von 1 GBit pro Sekunde über sein HFC-Netz (Hybrid Fibre-Coaxial) anzubieten. Der größte Kabelnetzbetreiber und zweitgrößte Internetanbieter in den USA installierte dafür erstmals ein kommerzielles Docsis-3.1-Modem bei einem Kunden in Philadelphia – laut Comcast auch eine weltweite Premiere.

Der Übertragungsstandard Docsis (Data Over Cable Service Interface Specification) 3.1 übertrifft die derzeitige Docsis-3.0-Technik und erlaubt weit höhere Geschwindigkeiten. Das gelingt durch eine effizientere Übertragung der Daten über das verfügbare Spektrum, was rund 50 Prozent der mit Kabel verfügbaren Kapazität freisetzt.

„In einem Haus in Philadelphia haben wir den nächsten wichtigen Schritt getan, um Breitbandübertragung mit Gigabit-Geschwindigkeit über unser hybrides Glasfaser-Koaxialkabel-Netzwerk zu ermöglichen“, schreibt in einem Blogeintrag Tony Werner, Executive Vice President und CTO von Comcast. „Beim Test wurden übliche Kabelverbindungen genutzt, wie wir sie in Häusern überall im Land installiert haben. Wir brauchten nur ein neues Modem, ein Software-Upgrade für das die Nachbarschaft versorgende Gerät sowie ein paar gute Ingenieure.“ Als besonderen Vorteil von Docsis 3.1 stellte er dessen Rückwärtskompatibilität heraus. „Es werden daher keine Erdarbeiten in Straßen oder Hinterhöfen erforderlich sein.“

Comcast ist bereits mit weiteren Tests in verschiedenen Landesteilen beschäftigt. Das soll erlauben, die erzielbare Leistung in verschiedenen alltäglichen Umgebungen zu beobachten und gegebenenfalls noch erforderliche geringe Modifikationen vorzunehmen, um den massenhaften Einsatz vorzubereiten. Noch vor Ende 2016 will der Kabelnetzbetreiber Dienste mit Docsis 3.1 und Geschwindigkeiten bis zu 1 GBit/s quer durch die Vereinigten Staaten anbieten.

Noch keine Angaben macht Comcast zu den Preisen für kommende Docsis-3.1-Angebote. Der Betreiber bietet heute schon eine Geschwindigkeit von 2 GBit/s über Glasfaser, verlangt dafür aber mehrere hundert Dollar monatlich sowie hohe Einrichtungsgebühren.

Auch Australien plant den Einsatz von Docsis 3.1, um sein National Broadband Network (NBN) zu beschleunigen. Für 2016 sind Tests vorgesehen, um Docsis-3.1-Dienste über das hybride Glasfaser-Koaxial-Netzwerk ab 2017 den Kunden anbieten zu können. „Docsis ist das Sahnehäubchen, das uns sogar noch mehr Kapazität geben wird und wirklich sicherstellt, dass reichlich Bandbreite im Netzwerk verfügbar ist und alle eine großartige Erfahrung haben“, erklärte dazu Malcolm Turnbull, bis September Minister für das Fernmeldewesen und heutiger Premierminister Australiens.

[mit Material von Corinne Reichert, ZDNet.com]

Bernd Kling

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