MacBook-2015 (Bild: ZDNet.de)Der Core-M-Prozessor in Apples MacBook kommt ohne einen Lüfter aus. Daher ist das Apple-Notebook absolut geräuschlos. Auch die Temperaturentwicklung hält sich trotz lüfterlosem Design in Grenzen. Bei weniger intensiven Arbeiten wie dem Surfen oder Schreiben von Texten wurde die Unterseite des Gehäuses nur leicht warm. Auch beim Videostreamen erhitze sich der Bereich rundum die CPU nie unangenehm. Bei intensiven Tätigkeit erreicht die Unterseite um die 40 Grad, womit sich das Gerät aber auch noch gerade auf dem Schoß nutzen lässt.

Kommunikation

An Kommunikationsmöglichkeiten bietet das Apple MacBook 12-Zoll WLAN 802.11 a/b/g/n und ac sowie Bluetooth 4.0. Der WLAN-Empfang ist trotz Aluminium-Case sehr gut. In der Nähe des Routers, der bei uns im Büro im Umkreis von 10 Metern liegt, schaffte das MacBook mit unserer Leitung 8,77 MBit/s respektive 4,14 MBit/s im Down- und Upload. Im letzten Winkel unserer Küche, die rund 25 Meter entfernt und durch zwei Wände vom Router getrennt ist, brach die Verbindung zum WLAN nicht ab und reichte noch vollkommen aus, um ein Youtube-Video zu streamen. Bei 25 Metern hatten bereits andere Notebooks und auch Smartphones den Kontakt zum Router gänzlich verloren. Die Übertragungsraten lagen jedoch mit 5,1 und 0,6 MBit/s etwas bis merklich niedriger als in der Nähe des Routers. Besonders der Upload ist stark eingebrochen.

Soundausgabe und Webcam

Das Apple MacBook ist mit Stereo-Lautsprecher ausgestattet, die direkt unter dem Display sitzen. Trotz des kompakten Designs sorgen diese für einen ordentlichen Sound. Die Lautstärke war erstaunlich hoch. Die Maximalwerte lagen bei via Youtube gestreamten Musik-Videos im Schnitt bei 80 – 85 dB. Das reicht auch, um einen kleineren bis mittleren Raum zu beschallen. Auch klanglich machen die Lautsprecher eine überraschend gute Figur.

Für Videotelefonie ist eine Webcam direkt über dem Display integriert. Sie löst leider nicht mit 720p auf, sondern nur mit 640 mal 480 Pixel. Bei guten Lichtverhältnissen reicht das für Videotelefonie aus. Sobald das Licht von hinten kommt, wird man selbst allerdings nicht mehr richtig belichtet. Bei schwächerer Beleuchtung macht sich schnell ein deutlich erkennbares Rauschen bemerkbar. Die zwei Mikrofone sitzen auf der rechten Seite des Gehäuses. Beim Test mit Facetime war man stets gut verständlich.

 

MacBook-2015 (Bild: ZDNet.de)Das Apple MacBook 12 ist mit einem 5050-mAh-Akku mit 39,7 Wattstunden ausgestattet, der das Gerät laut Apple für bis zu 9 Stunden beim Surfen im WLAN-Netz und bis zu 10 Stunden bei der Wiedergabe von iTunes-Filmen mit Strom versorgen soll. Die Angaben beziehen sich auf das teurere Modell mit 1,2-GHz-Core-M-CPU und wurden mit einer Bildschirmhelligkeit von 12 bis 75 Prozent ermittelt.

Bei durchschnittlichen Arbeiten wie das Schreiben von Text und verbundenem WLAN-Netz erreichte das MacBook eine ordentliche Laufzeit von über 8 Stunden. Nach einem Tag hatte es bei moderater Nutzung noch 28 Prozent. Nutzt man das Notebook intensiver reicht ein Akku etwas über 6 Stunden. Beim Surfen im WLAN-Netz reichte eine volle Akkuladung für knapp 5,5 Stunden bei halber Helligkeit. Beim Videostreaming via Youtube hielt es rund 5 Stunden durch. Im Standby-Betrieb verbraucht es im Schnitt 6 Prozent pro Tag, womit es auf hochgerechnete 400 Stunden kommt.

Im Vergleich zu Windows-Konkurrenten wie dem Dell XPS 13 muss ich das MacBook 12 in Sachen Akkulaufzeit nicht verstecken. Es hält teilweise sogar etwas länger durch. Zu  beachten ist natürlich, dass es ein kleineres und niedriger auflösendes Display und auch deutlich weniger Leistung bietet als ein XPS 13. Im Vergleich zu der langen Laufzeit eines MacBook Air (2015) kann das 12-Zoll-Modell jedoch nicht mithalten. Besonders bei weniger intensiven Arbeiten liegt es deutlich hinter dem Air-Modell mit 13 Zoll. Bei fordernderen Tätigkeiten kann sich das Air dagegen nicht mehr deutlich absetzen.

Fazit

Das neue Apple MacBook mit 12-Zoll-Retina-Display besticht vor allem durch sein sehr hochwertiges und vor allem kompaktes Design. Es ist das dünnste und leichteste MacBook, das Apple jemals gebaut hat, wodurch es optimal für den mobilen Einsatz geeignet ist. Die Core-M-CPU bietet allerdings nicht ausreichend Leistung, um das Notebook für anspruchsvolle Arbeiten wie Videoschnitt zu empfehlen. Das war aber auch nicht zu erwarten. Die fehlende Anschlussmöglichkeiten wiegen da schon schwerer. Nur einen USB-Typ-C-Anschluss dürfte für viele zu wenig sein.

Zum Schreiben von Texten, dem Abrufen von E-Mails, Surfen oder Anschauen von Videos ist das Apple MacBook dank einer vollwertigen Tastatur, einem hervorragenden Trackpad, einem hochauflösenden und hellen Retina-Display sowie ordentlichen Stereolautsprechern aber wie gemacht. Dank seines lüfterlosen Designs läuft das MacBook 12-Zoll absolut lautlos, wird auf der anderen Seite aber auch nicht unangenehm warm. Die Akkulaufzeit kommt zwar nicht ganz an die eines MacBook Air 13 Zoll heran, sie ist aber dennoch ordentlich, wodurch auch das neue MacBook bei moderater Nutzung einen 8-Stunden-Tag übersteht.

Interessenten sollten sich auch die Preisgestaltung näher ansehen. Die Einstiegsvariante kostet beispielsweise genauso viel wie das günstigste und wesentlich schnellere MacBook Pro Retina mit 13 Zoll. Wer mehr auf ein geringes Gewicht und mehr Anschlüsse Wert legt, ist mit einem MacBook Air besser bedient. In diesem Fall muss er aber auf ein Retina-Display verzichten.

Letztendlich ist das MacBook 12-Zoll nur für jene geeignet, die mit den Limitierungen leben können und Wert auf ein präzise verarbeitetes Notebook mit OS X bei möglichst geringem Gewicht legen.

MacBook-2015 (Bild: ZDNet.de)

[Mit Material von Christian Schartel, CNET]

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Neueste Kommentare 

8 Kommentare zu MacBook 12-Zoll mit Retina-Display im Test

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  • Am 14. Mai 2015 um 10:28 von Karsten Rech

    „Dennoch ist das Design des neuen MacBook das absolute Maß aller Dinge“
    Nun ja, das ist für mich eher das neue Google Pixel.

  • Am 14. Mai 2015 um 11:42 von WDSE

    Gutes und faires Review, von jemanden, der sich mit OSX auskennt. Danke

    • Am 15. Mai 2015 um 12:29 von hicks

      nur geht es hier nicht um osx, sondern um das macbook.
      design top, preis/leistung flop.

  • Am 18. Mai 2015 um 7:40 von WiWaWu

    Finde Preis auch zu hoch. So um die 1000€ währen angebracht wenn man mal bedenkt das der Prozessor allein mal 50€ billiger ist als der Standart vom MacBook Air. Ok Festplatte ist etwas größer aber ich hätte ihn billiger gemacht, so als Einsteiger MacBook, als Ablöse für MacBook Air. Das war das normale Macbook auch immer. Aber naja

  • Am 18. Mai 2015 um 10:08 von dieterdreist

    zu teuer, und inakzeptable Anschluss/Adaptersituation. 90 EUR um einen Monitor anzuschließen, weitere Adapter für Ethernet und Drucker, das ist nur was für Heimanwender, die vor allem wireless im Internet surfen und sonst nix machen

    • Am 18. Mai 2015 um 11:02 von PeerH

      Eher das Gegenteil: das ist für mobile Anwender, die kein Mehrgewicht schleppen wollen, und eben viele Anschlüsse nicht brauchen. Deswegen wurde es ja so minimalistisch gebaut. Wer unterwegs überwiegend surft, Texte schreibt, und keine Peripherie Geräte drum herum braucht, für den ist es eine Alternative. Mit sehr gutem Display und guter Tastatur/Touc, aber eben keinem Hochleistungsprozessor.

      Wem es zu teuer ist: es gibt ja noch das MacBook Air oder das MacBook Pro. :-)

  • Am 19. Mai 2015 um 19:18 von Max

    Inhaltlich ein sehr guter Test, aber nochmal Korrekturlesen (lassen) wäre gut gewesen… – der Fehlerteufel zeigt sich an einigen Stellen doch sehr. ;-)

  • Am 4. Februar 2016 um 14:04 von Peter Nalbach

    Bisher schleppte ich immer ein MacBook Pro 15″ zur Arbeit. Lange suchte ich eine leichte Alternative. Es bot sich das Air 11″ an, aber wenn man einmal Retina hatte, führt kein Weg mehr zurück. Das 12″-Display ist phantastisch und auch die kurzhubigen Tasten mag man, nach einer Eingewöhnungszeit, nicht mehr missen. Der Mackel des einen USB-C Port ist vielleicht bei der persönlichen Konfiguration etwas störend, aber selbst die Installation von BootCamp mit Win 10, lief problemlos und über USB drucke ich seit Jahren schon nicht mehr. Jetzt benutze ich den USB-C lediglich zum aufladen. Die Leistung ist für kaufmännische Anwendungen, wie Lohnbuchführung, Bilanzierung, Banking, etc. völlig ausreichend. Ok – der Preis ist schon happig, aber gemessen an der Freude, die es mir, beim täglichen Weg zur Arbeit, bereitet, kein Kriterium. Wenn ich manchmal mit dem Rennrad ins Büro fahre, stecke ich es mir einfach hinten ins Trikot. Da gibt es wenig Alternativen.

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