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Chromecast-Alternative Matchstick verzögert sich wegen DRM-Support

Der über Kickstarter finanzierte Chromecast-Konkurrent Matchstick wird nicht wie geplant im Februar, sondern voraussichtlich erst im August 2015 erscheinen. Grund für die Verzögerung ist ein Wechsel zu Microsofts Digitalem Rechtemanagement (DRM) PlayReady, wie die Entwickler mitteilen. Zugleich wolle man den mit Firefox OS ausgestatteten HDMI-Streaming-Stick mit einem Quad-Core-Prozessor aufrüsten und noch auftretende WLAN-Verbindungsprobleme beheben.

„Mit einem neuen Prozessor ergeben sich neue Möglichkeiten“, so das Matchstick-Team. „Viele Premium-Inhalteanbieter wie Netflix setzen DRM-Support voraus. Matchstick hat sich dem Ziel verpflichtet, DRM als unabhändiges Projekt mit der Open-Source-Community zu entwickeln. DRM ist eine Barriere und zu unserem Schwerpunkt geworden. Während wir an einer finalen Lösung arbeiten, suchen wir weiter nach Möglichkeiten, die gesamte Matchstick-Erfahrung zu verbessern.“

Das bloße Versprechen, seinen DRM-Code als Open Source zu entwickeln, reichte aber offenbar nicht aus, um seine Unterstützer zu besänftigen. Im inzwischen über 1500 Einträge umfassenden Kommentarbereich auf Kickstarter fordern einige Backer die Rückerstattung ihrer Fördersummen und fragen, warum das Matchstick-Team in einer solch späten Phase die Produktspezifikationen ändert.

„Ihr habt freie Hardware und freie Software versprochen. Jetzt kann DRM möglicherweise nicht als Open Source entwickelt werden und Microsofts Modul wird es sicher nicht sein“, stellte ein Unterstützer fest. „Das bedeutet, ihr euer Versprechen nicht einhalten könnt, und jeder einzelne Unterstützer dieser Kickstarter-Kampagne entschädigt werden sollte. Und ihr solltet eine neue Kickstarter-Kampagne für euer neues geschlossenes DRM-System starten.“

Das Ende September 2014 gestartete Kickstarter-Projekt hatte innerhalb eines Tages das Crowdfunding-Ziel von 100.000 Dollar erreicht. „Zur Vorstellung von Googles Chromecast haben wir uns über die Möglichkeiten gefreut, waren letztlich aber enttäuscht, als sie von ihrem ultimativen Versprechen Abstand genommen haben – jegliche Inhalte auf jedem HD-Bildschirm, zu jeder Zeit, an jedem Ort“, erklärte Matchstick-Sprecher Shawn Bow damals in einem Beitrag in Mozillas Blog. „Wir entschieden, etwas besseres und offeneres zu machen, und um dies zu erreichen, mussten wir ein Betriebssystem auswählen, das zur Grundlage für die anpassbare und freie Plattform Matchstick werden sollte. Diese Plattform ist Firefox OS, das uns ermöglicht, den ersten Streaming-Stick unabhänig von jedem Walled-Garden-Ökosystem zu entwickeln.“

In ihrer jüngsten Mitteilung vom Wochenende führen die Entwickler nun aus, das man das Produkt aktualisieren wolle, damit es mehr ist als ein gehackter Chromecast. „Wir haben seit Herbst viel über Matchstick gelernt. Am wichtigsten war die Erkenntnis, dass wir sowohl den Nerv der Nutzer als auch der Inhalteanbieter treffen müssen. Wir hoffen, ihr stimmt darin überein, dass es besser ist, jetzt ein kleines Opfer für einen später größeren Nutzen zu bringen.“

Wie Chromecast wird der Matchstick sich via HDMI an einen Fernseher anschließen lassen, um darauf Filme, Musik, Apps und Spiele von einem Mobilgerät mit Android, iOS oder Firefox OS zu streamen. Ebenso können in Chrome oder Firefox geöffnete Websites auf dem großen Bildschirm angezeigt werden. Die Datenübertragung erfolgt per WLAN.

[mit Material von Chris Duckett, ZDNet.com]

Björn Greif

Björn kam nach seinem Magisterstudium und Ausflügen in den Sportjournalismus 2006 als Volontär zu ZDNet. Im Anschluss wurde er Redakteur und hat mehr als 12.600 Nachrichten zu tagesaktuellen Themen verfasst, mit Schwerpunkt auf Business, Hardware und Mobile.

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