FTC fordert strengeren Datenschutz für internetfähige Geräte

Sie warnt vor einem Missbrauch der gesammelten Nutzerdaten und die Gefahr durch Hacker. Hersteller sollen schon bei der Entwicklung internetfähiger Geräte grundlegende Sicherheitsmaßnahmen berücksichtigen. Die Vorschläge der FTC sind allerdings nicht rechtlich bindend.

Die Federal Trade Commission (FTC) hat sich einem Bericht der New York Times zufolge für einen strengeren Datenschutz für internetfähige Geräte ausgesprochen. Die Handelsbehörde sieht zwar die möglichen Vorteile von Smart Devices wie Fitnessarmbändern, sie warnt aber auch vor einem Missbrauch der durch sie gesammelten Daten oder die möglichen Sicherheitsrisiken durch Hacker.

„Viele von uns nutzen diese Geräte“, zitiert die New York Times die FTC-Vorsitzende Edith Ramirez. „Wenn Verbraucher das Gefühl haben, dass ihre Daten nicht geschützt sind, dann werden sie auch nicht das notwendige Vertrauen haben, sie einzusetzen.“

In einem Untersuchungsbericht (PDF) fordert die FTC die Hersteller auf, schon bei der Entwicklung von internetfähigen Geräten und Sensoren grundlegende Sicherheitsmaßnahmen einzurichten, und nicht erst im Nachhinein. Sie ermutigt Firmen zudem, nach neuen Wegen zu suchen, ihre Richtlinien für die Sammlung und Verarbeitung von Daten zu kommunizieren, und zwar auch dann, wenn Sensoren so klein sind, dass sie über keine eigene Anzeige verfügen.

„Wir befinden uns noch in einem Stadium, in dem wir noch Einfluss auf die Entwicklung des Internets der Dinge nehmen können“, so Ramirez weiter. „Diese wichtigen Datenschutzprinzipien haben immer noch einen Platz in unserer heutigen Zeit.“

Die New York Times weist darauf hin, dass der Bericht der FTC zwar konkrete Vorgaben für den Datenschutz enthält, es sich aber nur um Vorschläge handelt, deren Umsetzung die Behörde nicht erzwingen könne. Deswegen habe die FTC den US-Kongress aufgefordert, ein Bundesgesetz für den Schutz der Privatsphäre von Verbrauchern zu verabschieden. Es sei aber unwahrscheinlich, dass ein solches Gesetz im republikanisch geführten Parlament eine Mehrheit finde.

Sicherheits- und Datenschutzexperten erwarten laut New York Times, dass zumindest einige der größeren Firmen die Vorschläge der FTC berücksichtigen, und sei es auch nur, um das Risiko staatlicher Ermittlungen zu minimieren. „Ich glaube, dass jeder zustimmt, dass die Industrie bei der Lösung von Sicherheitsproblemen im Bereich Internet der Dinge besser werden muss“, sagte Justin Brookmann vom Center for Democracy and Technology der New York Times. Kleinere Firmen nähmen den Bericht wahrscheinlich „gar nicht zur Kenntnis“.

Gartner schätzt, dass die Zahl der internetfähigen Geräte in diesem Jahr weltweit auf 4,9 Milliarden steigen wird. Bis zum Jahr 2020 soll sich ihre Zahl auf 25 Milliarden erhöhen.

Themenseiten: Datenschutz, Federal Trade Commission, Internet, IoT, Privacy

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