Apple übernimmt Musik-Analyse-Firma

Apple hat das Londoner Start-up Semetric übernommen, das den Musik-Analysedienst Musicmetric betreibt. Das konnte der Guardian aus in diesem Monat geänderten Eintragungen im britischen Handelsregister entnehmen, die eindeutig auf Apple als neuen Eigentümer verweisen. Zu vermuten ist, dass Apple den zugekauften Service für den erwarteten Neustart des übernommenen Musik-Streamingdienstes Beats Music nutzen will.

Der iPhone-Hersteller hält sich jedoch noch bedeckt und wollte den Kauf nicht direkt bestätigen. Ein Sprecher griff auf die gewohnte Formel zurück, dass Apple von Zeit zu Zeit kleinere Technologiefirmen kaufe, seine Pläne aber grundsätzlich nicht öffentlich mache. Semetric wiederum lehnte eine Stellungnahme zu der Meldung ab.

Musicmetric wurde 2008 eingeführt, um Musiklabels und anderen Branchenkunden zu helfen, sowohl Verkaufsdaten als auch BitTorrent-Downloads und Social-Network-Statistiken zu ihren Künstlern zu verfolgen. Es verspricht seinen Abnehmern, „Big Data in große Chancen zu verwandeln“ – ob es um das geplante erste Musikalbum, eine weltweite Tour oder die Suche nach neuen Talenten gehe.

Die Plattform erweiterte sich in den folgenden Jahren auf Youtube-Videos und Audio-Streaming. Vor Kurzem traf Semetric eine Abmachung mit dem Streamingdienst Spotify, auch dessen Daten in sein Dashboard zu integrieren. Es war außerdem dabei, seinen Dienst auf E-Books, Fernsehserien, Filme und Videospiele auszudehnen.

Die Semetric-Übernahme fügt sich gut zum Neustart des Musik-Streamingdienstes Beats Music, den Apple angeblich in veränderter Form in iTunes integrieren will. Es könnte den Analysedienst als hauseigenes Tool für Labels und Künstler verwenden, um sie damit Verkäufe, Streams und parallel dazu die Social-Media-Resonanz einsehen zu lassen.

Der Kauf unterstreicht auch Apples ernsthafte Pläne für einen Beats-Music-Neustart. Es will damit offenbar zuletzt rückläufigen Verkaufszahlen im iTunes Store entgegenwirken. Der iPhone-Hersteller drängt Rechteinhaber angeblich zu niedrigeren Lizenzgebühren, um den Preis für ein monatliches On-Demand-Abonnement unter 9,99 Dollar drücken zu können. Er soll außerdem beabsichtigen, eine auf Beats Music basierende Streaming-App mit einem künftigen iOS-Update auf alle iPhones und iPads zu befördern.

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Bernd Kling

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