Qualcomm entlässt 600 Mitarbeiter

Qualcomm hat angekündigt, weltweit rund 600 Mitarbeiter zu entlassen. Ein Sprecher bestätigte gegenüber News.com, das Geschäft werde dadurch neu fokussiert und in einige neue Bereiche ausgeweitet. Der weltgrößte Hersteller von Chips für Mobilgeräte ist derzeit durch eine von China ausgehende Kartelluntersuchung seiner Geschäftspraktiken und eine abgeschwächte Prognose fürs Finanzjahr 2015 in leichter Bedrängnis.

Dem Sprecher zufolge fallen 300 Stellen in Kalifornien weg, wo sich Qualcomms Zentrale (in San Diego) und eine Reihe weiterer Niederlassungen befinden. International werde es eine „ähnliche Zahl“ an Entlassungen geben. Qualcomm meldete Ende September rund 31.300 Angestellte einschließlich Teilzeitkräften und solchen mit Zeitverträgen. Davon waren rund 300 Stellen im Lauf der vorangegangenen zwölf Monate entstanden.

In Qualcomms Erklärung heißt es: „Wir untersuchen regelmäßig unsere Geschäftsbereiche, um zu ermitteln, wo mehr Effizienz möglich ist und Prioritäten angegangen werden können. Gelegentlich bedeutet das eine Anpassung der Größe oder der Zusammensetzung unserer Teams, um manche Projekte zu verkleinern oder einzustellen und andere zu vergrößern.“

Welche Bereiche konkret gemeint sind, wollte Qualcomm allerdings nicht sagen. Ein Teil der Betroffenen soll Angebote für andere Unternehmensbereiche bekommen, dem Rest will man Abfindungen und Übergangslösungen offerieren.

Mit anhaltenden Untersuchungen durch Regulierungsbehörden in China, der EU und den USA haben die Entlassungen dem Sprecher zufolge nichts zu tun. Sie sind „auf bestimmte Projekte und Programme“ fokussiert und „reflektieren aktuelle geschäftliche Prioritäten“.

In China untersuchen Behörden seit November 2013 einen möglichen Verstoß von Qualcomm gegen Kartellgesetze. Es droht eine Strafe in Höhe von mehr als einer Milliarde Dollar. Vergangenen Monat räumte das Unternehmen ein, dass auch in Europa und Nordamerika Untersuchungen seiner Geschäftspraktiken laufen. Die Untersuchung in China habe bereits finanzielle Auswirkungen, erklärte Qualcomm. Mehrere Lizenznehmer meldeten deshalb niedrigere verkaufte Stückzahlen, was sich auf Qualcomms Einnahmen mit Lizenzen negativ auswirkte: Im vergangenen Quartal berichtete es in diesem Bereich 1,9 Milliarden Dollar Umsatz oder minus 4,9 Prozent. Patentlizenzen machen rund zwei Drittel von Qualcomms Umsätzen aus. Das Unternehmen reduzierte deshalb seine Prognose fürs kommende Fiskaljahr.

Den lange erwarteten Einstieg in dem Markt für ARM-basierte Serverchips kündigte CEO Steve Mollenkopf vor drei Wochen auf einem Analystentreffen an. Allerdings nannte er weder einen Zeitrahmen noch technische Einzelheiten oder Preise. Bis 2020 soll der von ihm anvisierte Markt ein Volumen von 15 Milliarden Dollar erreichen.

Qualcomms Aktienkurs hat im Jahresverlauf 2014 rund 2 Prozent verloren. Im gleichen Zeitraum legten die im Index S&P 500 vertretenen Firmen im Mittel um 11 Prozent zu.

[mit Material von Ben Fox Rubin, News.com]

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Florian Kalenda

Seit dem Palm Vx mit Klapp-Tastatur war Florian mit keinem elektronischen Gerät mehr vollkommen zufrieden. Er nutzt derzeit privat Android, Blackberry, iOS, Ubuntu und Windows 7. Die Themen Internetpolitik und China interessieren ihn besonders.

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