IDC: Tablet-Markt leidet unter sinkenden iPad-Verkäufen

Während sich der weltweite PC-Markt langsam erholt, hat sich das Wachstum bei den Tablet-Verkäufen in diesem Jahr deutlich abgeschwächt. Ein Hauptgrund dafür ist laut den Marktforschern von IDC, dass Apple auf das Gesamtjahr gerechnet erstmals rückläufige Absatzzahlen bei seinem iPad verzeichnet. Bisher hatte es den von ihm 2010 erst geschaffenen Markt stets angetrieben.

Aktuellen Zahlen von IDC zufolge geht das Wachstum im Tablet-Markt 2014 auf 7,2 Prozent zurück. Im Vorjahr lag es noch bei 52,5 Prozent. Zugleich sinken die PC-Verkäufe weniger stark als erwartet. Die Marktforscher rechnen jetzt mit einem Rückgang um 2,7 Prozent, Ende August hatten sie noch ein Minus von 3,7 Prozent vorausgesagt.

Die Negativentwicklung im Tablet-Markt begründet IDC damit, dass Verbraucher ihre Geräte nicht so schnell ersetzen wie erwartet. „In den Anfangstagen des Tablet-Markts ging man davon aus, dass die Lebenserwartung der Geräte der von Smartphones ähnelt, die alle zwei bis drei Jahre ersetzt werden“, kommentiert Ryan Reith, Program Director von IDCs Worldwide Quarterly Mobile Device Tracker. „Es hat sich aber herausgestellt, dass viele Tablet-Besitzer länger als drei Jahre an ihren Geräten festhalten und zum Teil sogar über vier Jahre.“

IDC rechnet nun damit, dass in diesem Jahr weltweit 235,7 Millionen Tablets ausgeliefert werden. Mehr als zwei Drittel davon entfallen auf Android-Geräte (67,7 Prozent oder 159,5 Millionen Geräte), gut ein Viertel auf Apples iPads (27,5 Prozent oder 64,9 Millionen Geräte) und 4,6 Prozent auf Windows-Modelle (10,9 Millionen Geräte). Während die iPad-Verkäufe im Jahresvergleich um 12,7 Prozent zurückgingen, konnten Android-Geräte um 16 Prozent zulegen. Windows-Tablets verzeichneten sogar ein Absatzplus von 67,3 Prozent.

IDC-Prognose für den weltweiten Tablet-Markt 2014

Betriebssystem Absatzvolumen in Millionen Marktanteil Wachstum im Jahresvergleich
Android 159,5 67,7% 16%
iOS 64,9 27,5% -12,7%
Windows 10,9 4,6% 67,3%
Andere 0,5 0,2% -70,6%
Gesamt 235,7 100% 7,2%

Für den weltweiten PC-Markt sagt IDC für 2014 insgesamt 306,7 Millionen ausgelieferte Einheiten voraus. Die Regionen Westeuropa und Japan hätten sich besser entwickelt als noch im Vorquartal erwartet. Das sei jedoch eher eine kurzfristige Entwicklung als ein Anzeichen einer mittel- oder langfristigen Erholung.

„Im besten Fall sehen wir für PCs einen deutlichen Anstieg beim Austausch bestehender Geräte seitens Nutzern, die in den vergangenen Jahren ihr Geld für Smartphones und Tablets ausgegeben haben und jetzt entscheiden, ihren PC dringend aktualisieren zu müssen“, sagt Loren Loverde, Vice President von IDCs Worldwide PC Tracker. Doch Hybridgeräte, der Umstieg auf Mobilgeräte und finanzielle Sorgen zügelten das Wachstum.

„Da die jüngere Generation immer mobiler sowie webbezogener wird und insbesondere Wachstumsregionen konvergente Geräte bevorzugen (oder die Wirtschaftlichkeit in Bezug auf die Zahl der anzuschaffenden Geräte), sieht sich der PC-Markt weiterhin einem harten Wettbewerb ausgesetzt. Der Fokus wird weiterhin auf dem Austausch älterer Geräte liegen, was ein eingeschränktes Wachstumspotential bedeutet.“

[mit Material von Edward Moyer, News.com, und Zack Whittaker, ZDNet.com]

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Björn Greif

Björn kam nach seinem Magisterstudium und Ausflügen in den Sportjournalismus 2006 als Volontär zu ZDNet. Im Anschluss wurde er Redakteur und hat mehr als 12.600 Nachrichten zu tagesaktuellen Themen verfasst, mit Schwerpunkt auf Business, Hardware und Mobile.

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