Jolla erreicht Crowdfunding-Ziel für erstes Sailfish-OS-Tablet

In nicht einmal drei Stunden kamen die angepeilten 380.000 Dollar zusammen. Inzwischen wurden bereits rund 3000 Einheiten angefordert. Das 7,9-Zoll-Gerät kommt mit einer Intel-Quad-Core-CPU, 2 GByte RAM, 32 GByte erweiterbarem Speicher, WLAN und zwei Kameras.

Jolla hat heute auf Indiegogo eine Crowdfunding-Kampagne für ein erstes Tablet mit Sailfish OS gestartet, die in nur etwas über zwei Stunden das angepeilte Finanzierungsziel von 380.000 Dollar erreichte. Gegen 16.30 Uhr hatten Unterstützter bereits mehr als 600.000 Dollar zugesichert.

Die ersten 1000 Geräte bot der finnische Hersteller zum vergünstigten Preis von 189 Dollar vor Steuern an. Sie waren innerhalb kürzester Zeit ausverkauft. Gleiches gilt für weitere 1000 Einheiten zum Preis von 199 Dollar. Gegen 17.30 Uhr hatten Unterstützer auch schon über 800 der nächsten 2000 verfügbaren Geräte zum Preis von 204 Dollar angefordert.

Das Jolla Tablet kommt als erstes Gerät mit Sailfish OS 2.0 (Bild: Jolla).

Zusätzlich fallen 20 Dollar Versandkosten an. Wer diese bei seiner Bestellung vergessen hat, kann sie auch einzeln bezahlen. Außerdem bietet Jolla für 10 Dollar an, den Namen des Unterstützers auf der Website „Jolla The First Ones“ zu veröffentlichen und ihn regelmäßig mit Informationen über das Projekt zu informieren. Von dieser Option haben bisher aber nur knapp 100 Nutzer Gebrauch gemacht.

Ähnlich wie das gestern vorgestellte Nokia-Tablet N1 und Apples iPad Mini 3 besitzt das Jolla Tablet ein knapp 7,9 Zoll großes IPS-Display mit einer 4:3-Auflösung von 2048 mal 1536 Bildpunkten (Pixeldichte: 330 ppi). Angetrieben wird es von einem nicht näher spezifizierten 64-Bit-Prozessor von Intel, dessen vier Rechenkerne mit 1,8 GHz takten. Mit 2 GByte RAM bietet das Sailfish-OS-Tablet doppelt so viel Arbeitsspeicher wie das iPad Mini 3. Der interne Speicher ist wie beim N1 32 GByte groß, anders als Nokia oder Apple integriert Jolla aber zusätzlich einen MicroSD-Kartenslot zur Speichererweiterung.

Das Jolla Tablet wird es wie das N1 nur mit WLAN (nach 802.11a/b/g/n) geben. Bluetooth 4.0, GPS beziehungsweise Glonass, eine Micro-USB-Port und eine 3,5-Millimeter-Kopfhörerbuchse sind ebenfalls an Bord. Die Kameraausstattung entspricht mit einem rückseitigen 5-Megapixel-Modell und einer 2-Megapixel-Front-Webcam der des aktuellen iPad Mini. Mit Maßen von 20,3 mal 13,7 mal 0,83 Zentimetern und einem Gewicht von 384 Gramm ist das Jolla-Modell aber etwas dicker und deutlich schwerer als die Geräte von Nokia (6,9 Millimeter; 318 Gramm) und Apple (7,5 Millimeter; 331 Gramm). Auffällig ist die deutlich geringere Akkukapazität von 4300 mAh (iPad Mini 3: 6471 mAh; Nokia N1: 5300 mAh). Wie sich diese auf die Laufzeit auswirkt, ist aber unklar.

Die Finnen wollen das Tablet als erstes Gerät mit Sailfish OS 2.0 ausstatten. Das Betriebssystem basiert wie Ubuntu Touch OS auf einer Steuerung durch Gesten. Einen Home- oder Zurück-Button gibt es nicht. Das System unterstützt echtes Multitasking und zeigt auf Wunsch alle geöffneten Apps in einer Übersicht an, in der auch Einstellungen vorgenommen werden können. So muss die App nicht im Vollbildmodus geöffnet sein, um etwa ein Video zu pausieren oder ein neues Musikstück auszuwählen. Version 2.0 des OS bringt zudem neue Anpassungsoptionen mit den Funktion „Ambiences“ und „Events“. Letztere listet Benachrichtigungen, Kalendereinträge und andere relevante Informationen übersichtlich in einer Ansicht auf. Eine Besonderheit von Sailfish OS ist, dass auch Apps installiert werden können, die für Android entwickelt wurden. Sie lassen sich aber nicht direkt über Google Play, sondern lediglich über Drittanbieter-Marktplätze beziehen. Daneben können Nutzer auch native Apps aus dem Jolla-Store herunterladen.

Zum Marktstart soll das Jolla Tablet zur unverbindlichen Preisempfehlung von 249 Dollar vor Steuern erhältlich sein. Unterstützer der Crowdfunding-Kampagne erhalten es als erste voraussichtlich im Mai 2015. Der Hersteller vertreibt das Gerät in der EU, der Schweiz, Norwegen, Russland, den USA, Indien, China und Hongkong.

Jolla war von früheren Nokia-Mitarbeitern gegründet worden, die die quelloffene MeeGo-Plattform weiterentwickeln und weiter nutzen wollten. Das gleichnamige Smartphone startete vergangenen November in Finnland. Seit Dezember 2013 kann es auch über Jollas Onlineshop bezogen werden. Ob und wann Sailfish OS 2.0 für das Smartphone erscheinen wird, ist noch offen.

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2 Kommentare zu Jolla erreicht Crowdfunding-Ziel für erstes Sailfish-OS-Tablet

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  • Am 19. November 2014 um 19:35 von InsiderOfTech

    Natürlich kann man den Google Play Store installieren und auch nutzen. Er ist bloss nicht vorinstalliert. Man kann jeden Android-Store nutzen.

    Dennoch sollte man die nativen Apps nicht vergessen, die nicht selten besser sind als die Originale, weil die Programmierer auf die Benutzerwünsche eingehen und dies umsetzen. Im Moment sicher die beste Plattform, die es gibt. Jetzt müssen nur noch die Verbraucher ihren Prozessor im Kopf upgraden, um das begreifen zu können.

    • Am 19. November 2014 um 21:59 von Planowitsch

      Viele Verbraucher würden sich ein SailfishOS Gerät wahrscheinlich sogar holen, nur viele wissen garnicht das es was anderes als Apple MS und Google gibt. Und wenn man im MediaMarkt, Aldi, Saturn usw geht bekomt man auch nur den Mainstream angeboten. So hat es die Nische schwer auch wenn sie – wie z.B. das Jolla Phone – durchaus zu überzeugen wissen.

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