Lenovo plant Innovationszentrum für Supercomputing in Stuttgart

Lenovo will in Stuttgart ein Innovationszentrum für High-Performance-Computing (HPC) errichten. Das hat der chinesische Hersteller auf der Supercomputing-Konferenz SC14 in New Orleans bekannt gegeben. Die neue Einrichtung in Deutschland soll als ständiges Benchmark-, Forschungs- und Entwicklungszentrum fungieren.

Der Bau des Hochleistungsrechenzentrums in Stuttgart wird Lenovo zufolge im Dezember beginnen und voraussichtlich im Januar 2015 abgeschlossen sein. Dazu arbeitet es unter anderem mit Intel und Mellanox zusammen.

Als technische Basis für das Rechenzentrum werden Intels neue Server-CPUs der Modellreihe Xeon E5 2600 v3 samt der Co-Prozessoren Xeon Phi dienen. Mellanox steuert seine InfiniBand-Interconnect-Technik bei, die einen erhöhten Datendurchsatz (EDR) von bis zu 100 GBit/s liefert.

Während das Kernrechenzentrum am Lenovo-Deutschland-Standort Stuttgart angesiedelt sein wird, soll das Lenovo HPC Innovation Center (LIC) auf die Rechenleistung und Kapazitäten von mehreren spezialisierten Partner-Rechenzentren in ganz Europa zurückgreifen. Dort werden eigenständige Forschungszentren unterhalten, um unter anderem die regionale Forschung voranzutreiben.

„Die Einsatzbereiche von HPC reichen von der Entdeckung neuer Energiereserven bis hin zur biomedizinischen Forschung zur Verbesserung der weltweiten Gesundheitsversorgung“, sagte Adalio Sanchez, Senior Vice President von Lenovos Enterprise Systems Group. „Mit unserem Wissen helfen wir unseren Kunden, aus den neuen HPC-Trends, inklusive Cloud und Big Data Analytics, Kapital zu schlagen, ihre Wettbewerbsfähigkeit auf dem Markt zu erhöhen und damit Wachstum zu fördern.“

In New Orleans hat Lenovo auch seinen „Peta Cube“ demonstriert, der ihm zufolge Rechenleistung im Petaflop-Bereich in einem 42U hohen und 1,2 Quadratmeter großen Raum in zwei Racks ermöglicht. Früher benötigte man für dieselbe Rechenleistung ein Areal von knapp 6000 Quadratmetern und 296 Racks mit einem Gesamtgewicht von fast 230 Tonnen. Das neue System basiert auf einem NeXtScale-Server mit Wasserkühlung und Intels Knights-Landing-Architektur. Damit sollen auch Kunden Zugriff auf Petaflop-Rechenkapazität erhalten, denen bisher das nötige Budget zum Unterhalt eines solchen Systems fehlte.

Björn Greif

Björn kam nach seinem Magisterstudium und Ausflügen in den Sportjournalismus 2006 als Volontär zu ZDNet. Im Anschluss wurde er Redakteur und hat mehr als 12.600 Nachrichten zu tagesaktuellen Themen verfasst, mit Schwerpunkt auf Business, Hardware und Mobile.

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