Google testet Internet-Ballons in Australien

Google plant in Partnerschaft mit dem Netzbetreiber Telstra einen Test für Ballon-Internet in Australien. Der Versuch, der dem Project Loon des Forschungslabors Google X zuzuordnen ist, wird aus 20 Flugkörpern bestehen, die im Dezember das westliche Queensland überfliegen werden. Dabei handelt es sich um das Inland des Bundesstaats, der im Nordosten von Australien liegt und nach der Fläche etwa fünfmal so groß wie Deutschland ist.

Die Heliumballone nutzen Winde in der Stratosphäre, um sich zu bewegen. Die von ihnen transportierten Basisstationen und Antennen können 4G-Mobilfunk ähnelnde Signale über Entfernungen von etwa 20 Kilometern übertragen.

Telstra stellt dem Projekt Basisstationen zur Verfügung, die mit den Ballonen kommunizieren sollen. Es gibt auch die benötigten Funkfrequenzen frei.

Erste Versuchsläufe von Google hatten im Juni 2013 schon in der Gegend um das neuseeländische Christchurch stattgefunden. Google zufolge sind die Eigenschaften der Stratosphäre in der Region für Ballonflüge besonders geeignet.

Das Unternehmen würde langfristig gern einen Ring aus Ballonen bilden, die um die Erde kreisen und auch den zwei Dritteln der Menschheit eine Verbindung ermöglichen, die bisher nicht vernetzt sind. Zusätzlich könnten die Ballone im Fall von Naturkatastrophen Kommunikation ermöglichen. Das Projekt wurde im Forschungslabor Google X konzipiert, das auch die Computerbrille Google Glass hervorbrachte und sich mit selbstlenkenden Autos beschäftigt.

Im Juni 2014 – also etwa ein Jahr nach dem Start – konnte Project Loon eine erste Schule mit dem Internet verbinden. Sie befindet sich in Campo Maior, einer kleinen abgelegenen Ortschaft in Brasilien. Google meldete parallel, die Ballons erreichten nun längere Flugzeiten. Mitte 2015 soll Project Loon aus der Experimentierphase treten und in mindestens einem Land dienstbereit sein.

[mit Material von ZDNet Australia]

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Florian Kalenda

Seit dem Palm Vx mit Klapp-Tastatur war Florian mit keinem elektronischen Gerät mehr vollkommen zufrieden. Er nutzt derzeit privat Android, Blackberry, iOS, Ubuntu und Windows 7. Die Themen Internetpolitik und China interessieren ihn besonders.

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