Apple startet Beta-Programm für OS X 10.10 Yosemite

Apple will am morgigen Donnerstag eine Betaversion seines kommenden Desktop-Betriebssystems OS X 10.10 Yosemite veröffentlichen. Damit erhalten Verbraucher erstmals die Möglichkeit, die jüngste OS-X-Ausgabe auszuprobieren. Bisher stand sie nur Entwicklern in einer Vorabversion zur Verfügung.

Wie Apple auf der Website zu seinem „OS X Beta Program“ anmerkt, erhalten nur die erste Million Nutzer, die sich für das Programm anmelden, Zugang zu der Beta von Yosemite. Interessenten müssen sich mit ihrer Apple-ID registrieren. Sobald die Software verfügbar wird, erhalten sie einen Einlösungscode, der ihnen den Download und die Installation der Beta aus dem Mac App Store erlaubt. Etwaige Probleme oder Bugs können sie direkt über den eingebauten Feedback-Assistenten an Apple melden.

Die Betaversion von OS X 10.10 Yosemite soll ab morgen auch Nicht-Entwicklern zur Verfügung stehen (Bild: Apple).

Um die Beta installieren zu können, muss OS X 10.9 Mavericks auf dem System laufen, das Apple vor rund einem Jahr veröffentlicht hatte. Allerdings empfiehlt sich, die Vorabversion von OS X Yosemite auf einem Zweitrechner zu testen, da sie aktuell noch einige Fehler enthalten könnte. Außerdem rät das Unternehmen aus Cupertino Betatestern dazu, vor der Installation ein Backup ihres aktuellen Systems anzufertigen.

Einige für Yosemite angekündigte Features werden laut Apple in der Beta noch nicht enthalten sein. Dazu zählen Telefonanrufe, SMS, Handoff, Instant Hotspot und iCloud Drive. Spotlight-Empfehlungen gebe es nur in den USA. Zudem könne es mit der Beta zu Problemen mit einigen Anwendungen und Diensten kommen. Beim Ändern oder Erstellen eines in der iCloud gespeicherten Dokuments werde dieses nur mit Macs oder iOS-Geräten synchronisiert, auf denen die Beta von OS X Yosemite respektive iOS 8 laufe.

Das Anfang Juni auf der Entwicklerkonferenz WWDC offiziell vorgestellte OS X 10.10 übernimmt Designelemente von iOS wie die flachen Icons und die Pastellfarben des Mobilbetriebssystems. Auch die Werkzeugleisten, Menüs und Schaltflächen wurden überarbeitet und sollen ein einheitlicheres Look and Feel bieten als Mavericks. Das neue transparente Benachrichtigungscenter enthält eine „Heute“ genannte Übersicht mit bevorstehenden Terminen und Geburtstagen, die sich über Widgets aus dem Mac App Store erweitern lässt. Der neue Online-Speicher iCloud Drive ist unter iOS 8 sowie OS X 10.10 verfügbar. Die Handoff-Funktion soll die Zusammenarbeit zwischen Macs und iOS-Geräten verbessern.

Apple hat aber auch seinen Browser Safari überarbeitet und ihm eine schlankere Toolbar verpasst. Neu ist eine Übersicht mit allen geöffneten Tabs. Ein einzelner Tab lässt sich zudem nun für Private Browsing isolieren. Außerdem ist Safari 8 deutlich schneller als sein Vorgänger und kann sogar Google Chrome in einigen Tests überflügeln. Der E-Mail-Client unterstützt neuerdings verschlüsselte Nachrichten. Nutzer können zudem Dateianhänge mit einer Größe von bis zu 5 GByte verschicken – unabhängig von möglichen Größenbeschränkungen beim Empfänger. Dafür wird der Dateianhang auf iCloud Drive hochgeladen. Der Download erfolgt über einen Link in der E-Mail.

Wie vor einem Jahr OS X 10.9 Mavericks wird Apple auch den Nachfolger Yosemite kostenlos anbieten. Die finale Version soll im Herbst als Gratis-Download im Mac App Store zur Verfügung stehen. Damit will Apple die Kundenbindung erhöhen und sicherstellen, dass seine Nutzer die jüngste Betriebssystemversion verwenden.

[mit Material von Shara Tibken, News.com]

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Björn Greif

Björn kam nach seinem Magisterstudium und Ausflügen in den Sportjournalismus 2006 als Volontär zu ZDNet. Im Anschluss wurde er Redakteur und hat mehr als 12.600 Nachrichten zu tagesaktuellen Themen verfasst, mit Schwerpunkt auf Business, Hardware und Mobile.

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