Oracle kündigt In-Memory-Option für seine Datenbanken an

Oracle-CEO Larry Ellison hat auf der Hausmesse OpenWorld 2013 in San Francisco eine neue Option für Oracles Datenbank 12c angekündigt. In-Memory-Technik soll wie bei SAPs Konkurrenzprodukt HANA Abfragen deutlich beschleunigen. Bestehende Anwendungen müssen dafür nicht angepasst werden.

„Es wird Abfragen 100-mal schneller machen. Man kann die gleichen Daten in identische Maschinen laden und es ist 100-mal schneller, man erhält die Ergebnisse in Gedankenschnelle“, erklärt Ellison bei der Ankündigung des neuen Angebots. Zu den Kosten machte er keine Angaben.

Weiterhin führte Ellison aus, dass auch Transaktionen deutlich schneller verarbeitet werden als bisher. „Wir wollten nicht, dass die Transaktionen langsamer werden, indem Daten hinzugefügt oder geändert werden. Wir haben deshalb einen Weg gefunden, um das Query Processing zu beschleunigen und damit mindestens die Transaction Processing Rates zu verdoppeln.“

Wie auch bei SAP HANA reicht es nicht aus, die Daten einfach in den Arbeitsspeicher zu laden. Auch die Architektur der Datenbanken muss angepasst werden. In traditionellen Datenbank-Architekturen werden die Daten in Reihen gespeichert. Schnelle Abfragen lassen sich erreichen, indem in wenigen Reihen viele Spalten enthalten sind. Werden Daten jedoch in Spalten abgelegt, erhöht sich die Abfragegeschwindigkeit.

Nun werde Oracle sozusagen beide Möglichkeiten gleichzeitig anbieten, erklärt Ellison. Damit können vereinfacht ausgedrückt Transaktionen vergleichsweise schnell in Reihen gespeichert und zugleich Analysen deutlich effektiver über Spalten abgearbeitet werden.

Wer heute eine Tabelle in Oracles Datenbank anlegt, muss sich auch entscheiden, welche Spalten davon indexiert werden. „Wir haben diese analytischen Indizes durch die In-Memory-Option abgelöst. Lasst uns diese analytischen Indizes vergessen und sie durch Column-Store ersetzen“, so Ellison weiter.

Dem Oracle-CEO zufolge müssen Unternehmen auch nicht die gesamte Datenbank mit der In-Memory-Option versehen. Es könnten auch einzelne Teile davon mittels In-Memory beschleunigt werden. Dadurch werde die Lösung natürlich günstiger. Häufig genutze Daten ließen sich im DRAM speichern, einige im Flash und andere auf Platten. Die Daten würden dann automatisch in die verschiedenen Speichermedien migrieren, basierend auf den Nutzungsmustern. Und bezahlt werden müsse nur für die Kapazität der Disk. Oracle verfügt hier bereits über sehr ausgereifte Technologien.

Unternehmen sollen jederzeit mit solchen Projekten beginnen können. Es müssten keine Funktionen angepasst, keine Daten neu geladen oder migriert werden, versicherte Ellison. Die Verbesserung ergebe sich alleine aus den Anpassungen in der Struktur der Datenbank.

Auch die neuen Multienancy-Optionen für Cloud-Anwendungen laufen mit der In-Memory-Technik. Dabei fährt Oracle laut eigenen Angaben nicht zwei Versionen der gleichen Datensätze. Es speichert lediglich die Transaktionen für die zeilenbasierte Storage, jedoch nicht ein zweites Mal für die Spalten. Um diese Technologie optimal nutzen zu können, stellte Ellison auch die passende Hardware M6-32 vor, Codename: Big Memory Machine.

[mit Material von Martin Schindler, silicon.de]

Björn Greif

Björn kam nach seinem Magisterstudium und Ausflügen in den Sportjournalismus 2006 als Volontär zu ZDNet. Im Anschluss wurde er Redakteur und hat mehr als 12.600 Nachrichten zu tagesaktuellen Themen verfasst, mit Schwerpunkt auf Business, Hardware und Mobile.

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