Microsoft erhöht Dividende und kündigt Aktienrückkauf an

Microsoft hat Pläne angekündigt, seine Dividende zu erhöhen und zusätzliche Aktien zurückzukaufen. Damit will es offensichtlich jenen Teil der Aktionäre beruhigen, die die Übernahme von Nokias Handysparte kritisieren und an Microsofts Fähigkeit zu Innovationen zweifeln.

Laut Pressemeldung steigt die Dividende pro Aktie um 5 US-Cent auf 28 US-Cent. Für Rückkäufe hat das Unternehmen weitere 40 Milliarden Dollar bereitgestellt. Sie sollen den Kurs hochhalten.

Die Ankündigung erfolgt wenige Tage vor einem Treffen mit Börsenanalysten am Donnerstag. Dort wird sich das Unternehmen zahlreichen kritischen Fragen stellen müssen. Schließlich übernimmt es nicht nur Nokias Hardwaresparte, auch die Nachfolge von CEO Steve Ballmer ist weiter offen. Und nicht zu vergessen: Ballmer hatte Microsoft erst diesen Sommer neu aufgestellt und dabei auf Geräte sowie Dienste fokussiert.

Diese Entscheidungen haben den Spielraum für den nächsten CEO deutlich verringert: Sich jetzt wieder vom Hardwaregeschäft loszusagen, dürfte teuer werden. Als wahrscheinlich gilt deshalb, dass ein Insider die Führungsrolle einnehmen wird.

Analysten vermuten, dass Microsoft auf der anstehenden Konferenz einige schlechte Nachrichten zur erwarteten Gewinnspanne verbreiten wird. Vor allem die Nokia-Übernahme muss sich hier negativ auswirken. Analyst Raimo Lenschow von Barclays glaubt, dass die Bruttomarge in den Bereich um 65 Prozent fallen wird. Vor vier Jahren hatte Microsoft noch über 80 Prozent vorweisen können.

Außerdem wird Microsoft wohl über die Monetarisierung seiner Clouddienste sprechen – besonders von Office 365. Lenschow hält dieses Angebot für Microsofts nächsten Goldesel: „Der Übergang zu SaaS mit Office 365 verbessert Microsofts Wertschöpfung, da Kunden jährliche Abogebühren um 100 Dollar (je nach Kunde und Paket) zahlen, statt alle fünf bis acht Jahre eine Lizenzgebühr im Bereich von 150 Dollar.“

Andere Analysten äußern Kritik an der Geräte-Strategie. Jason Maynard von Wells Fargo argumentiert, dass der Konzern sich vielmehr darauf konzentrieren müsste, seine Software auf Geräte zu bringen: „Wir glauben, dass Microsoft eine frische horizontale Vision benötigt, die den Einsatz von Apps und Diensten auf allen Geräten und sowohl im Geschäftsumfeld als auch bei Privatanwendern umfasst. Wir finden, dass Office von der Leine gelassen werden und nicht dem Schutz von Windows dienen sollte.“

[mit Material von Larry Dignan, ZDNet.com]

Tipp: Kennen Sie das Who is Who der IT-Industrie? Überprüfen Sie Ihr Wissen – mit 15 Fragen auf silicon.de.

Florian Kalenda

Seit dem Palm Vx mit Klapp-Tastatur war Florian mit keinem elektronischen Gerät mehr vollkommen zufrieden. Er nutzt derzeit privat Android, Blackberry, iOS, Ubuntu und Windows 7. Die Themen Internetpolitik und China interessieren ihn besonders.

Recent Posts

Neue Datenanalyse-Software für die Thüringer Polizei

Ob schnelles Bild zur Lage, kollaborative Ermittlung oder strategische Analysen auf Basis von polizeilichen Vorgängen:…

1 Stunde ago

US-Bundesstaat Arizona verklagt Google wegen Täuschung von Verbrauchern

Es geht um die Sammlung von Standortdaten. Der Generalstaatsanwalt von Arizona unterstellt eine fehlende Zustimmung…

2 Stunden ago

Poco F2 Pro: Xiaomi erhöht heimlich Preis um 100 Euro

Statt 499 Euro verlangt Xiaomi für das Poco F2 Pro nun 599,90 Euro. Das Unternehmen…

3 Stunden ago

Handelsstreit mit USA: Auslieferung von Huawei-CFO rückt näher

Der Supreme Court lehnt eine Einstellung des Auslieferungsverfahrens ab. Es sieht genug Anhaltspunkte für eine…

3 Stunden ago

Bug-Bounty-Plattform HackerOne gibt 100 Millionen Dollar für Sicherheitslücken aus

Für die ersten 20 Millionen Dollar benötigt das Unternehmen noch fünf Jahre. Danach kommen in…

6 Stunden ago

Forscher finden 26 USB-Bugs in Linux, Windows, macOS und FreeBSD

Sie entwickeln ein spezielles Fuzzing-Tool für USB-Treiber. Es emuliert ein USB-Gerät und erzeugt ungültige und…

8 Stunden ago