Google macht Textverarbeitung Docs offline nutzbar

Nutzer von Google Docs (in Deutschland „Text & Tabellen“) können ab sofort Textdokumente auch offline bearbeiten, also ohne aktive Internetverbindung. Gleiches soll in Kürze auch mit Präsentationen und Tabellen möglich sein, wie Google auf seiner Entwicklerkonferenz I/O in San Francisco angekündigt hat.

Der Offline-Modus funktioniert allerdings nur in Kombination mit Chrome oder Chrome OS und wenn er zuvor in Google Drive aktiviert wurde. In ihm stehen nur die Optionen zur Verfügung, die keinen Interntzugriff benötigen. Auf Übersetzungswerkzeuge, die Hilfe, das Einfügen von Bildern und Zeichnungen müssen Nutzer beispielsweise verzichten. Offline vorgenommene Änderung werden mit Google Drive synchronisiert, sobald wieder eine Netzwerkverbindung besteht.

Grundlegende Offline-Funktion hatte Google schon im September 2011 für seine Office-Suite reaktiviert – auf Basis von HTML 5. Mit Gears bot es schon früher eine Möglichkeit an, die Browser-Erweiterung bewährte sich in der Praxis jedoch nicht, sodass Google deren Entwicklung im Februar 2010 einstellte. Bis dato konnten Nutzer Textdokumente in Docs offline nur lesen und nicht bearbeiten.

Offline-Zugang für Docs ist ein wichtiger Schritt für Google. Denn Nutzer fragen sich bei Webanwendungen immer, was geschieht, wenn die Internetverbindung einmal abreißt. „Wir wollen die Leute davon überzeugen, dass Web-Apps genauso immun gegen Netzwerkausfälle sind wie native Anwendungen“, sagt Alan Warren, Senior Director für Google Docs und Drive. Das spielt für Google deshalb so eine große Rolle, weil es Unternehmen dazu bringen will, für seine kommerzielle Online-Bürosoftware Google Apps 50 Dollar pro Jahr und Mitarbeiter zu zahlen. Bisher nutzen viele Organisationen Gmail und Google Kalender, die auch offline auf Mobilgeräten funktionieren. Aber zweifellos will Google, dass sie auch vermehrt seine Textverarbeitung, seine Tabellenkalkulation und sein Präsentationsprogramm verwenden.

Letzteres wird laut Warren als nächstes Offline-Support erhalten, weil es auf derselben Technik basiert wie die Textverarbeitung. Für die Tabellenkalkulation brauche man etwas mehr Zeit, weil die Backend-Software, also der Teil der Anwendung, der auf Googles Servern läuft, überarbeitet werden muss.

[mit Material von Stephen Shankland, News.com]

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ZDNet.de Redaktion

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