In der Praxis wirkt das Arc fast unverschämt schnell. Das überrascht in Anbetracht des fehlenden Dual-Core-Prozessors. Die Gedenksekunden, die sich der Prototyp vor ein paar Monaten noch gegönnt hat, sind völlig verschwunden. Nur selten lässt sich ein Ruckler bei der Bedienung bemerken – aber Scrollen, Zoomen und so weiter macht in Anbetracht der flotten Reaktionen richtig viel Spaß.

Der Akku hat eine Kapazität von 1500 mAh und reiht sich damit in das übliche Feld ein. Wie bereits im Vorhinein vermutet, kommt man auch bei diesem Android-Modell nicht umher, täglich das Ladegerät auszupacken – natürlich in Abhängigkeit der Nutzung, aber bei der Synchronisierung mit E-Mail-Konten und Facebook ist am Abend selbst bei Wenig-Surfern und -Telefonierern der Akku maximal noch halb voll.

Bei der Kamera sind die Erwartungen hoch. Sony setzt auf den rückseitig belichteten (BSI) Exmor-R-Sensor wie beim iPhone 4 und höherwertigen Digicams – das lässt hoffen. Ganz so perfekt wie erwartet schneidet die Kamera im Arc dann aber doch nicht ab. Im Vergleich zum iPhone 4 beispielsweise entdeckt man beim Sony Ericsson weniger Details auf den Fotos – und das, obwohl das iPhone mit 5 Megapixeln eine signifikant niedrigere Auflösung bietet als das Xperia (8 Megapixel). In dunklen Umgebungen erscheinen Fotos auf dem Handy-Display deutlich heller als bei konkurrierenden Smartphones wie den akutellen LG-Optimus-Androiden. Auf dem PC-Bildschirm bei hundertprozentiger Vergrößerung lässt sich hier aber dennoch ein starkes Farbrauschen erkennen, wie man es auch von anderen Handy-Cams her gewöhnt ist. Außerdem fällt eine aggressive Nachschärfung auf, die sich teilweise in Artefakten äußert. Und wie bei „echten“ Digicams mit BSI-Bildsensoren hat auch das Arc Probleme mit kontrastreichen Motiven. Kompaktkameras kompensieren das mit Multi-Shot-Modi.

Dennoch, und das darf man nicht vergessen: Das hier ist ein Handy und keine Kamera. Und dafür können sich die Bilder wirklich sehen lassen. Vor allem, wenn sie bei anständiger Beleuchtung aufgenommen werden – dann ist die Qualität sogar für Ausdrucke im typischen 10-mal-15-Format ausreichend. Und auch in schummrigen Bars geknipste Fotos sehen bei Facebook et cetera gut aus und sind signifikant besser als die Aufnahmen, die die meisten Android-Geräte erstellen.

Fazit

Das Xperia Arc gehört zu den begehrenswertesten Smartphones, die es derzeit zu kaufen gibt. Es sieht attraktiv aus, ist gut ausgestattet, hat ein hervorragendes, liebevoll gestaltetes und logisches User-Interface, eine überdurchschnittliche Kamera und reagiert extrem schnell. Damit ist der Aufstieg in die absolute Oberklasse geschafft – und der Hersteller darf problemlos in einer Liga mit Apple und HTC genannt werden.

Über die Schwächen wie den fehlenden Dual-Core-Prozessor oder das schmutzempfindliche Plastikgehäuse kann man in Anbetracht der ansonsten tollen Ergebnisse hinwegsehen. Wer mehr Wert auf die Haptik legt, sollte einen Blick auf das iPhone 4 oder das HTC Desire S werfen.

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