So wird man unerwünschte Geschenke online wieder los

Für Bücher, Hörbücher, Filme, Musik und Spiele bieten sich andere Portale an. Wer zum Festpreis verkaufen will und sich nicht grämt, dass die Verkaufsplattform hohe Gebühren einstreicht, kann es als Verkäufer bei Amazon versuchen. Die Angebotserstellung ist einfach und geht aufgrund der bei halbwegs aktuellen Produkten fast immer vorhandenen Artikelstammdaten schnell.

Allerdings wird von Amazon auch bei privaten Verkäufern eine gewisse Professionalität vorausgesetzt, zum Beispiel, was die Reaktionsgeschwindigkeit beim Versand anbelangt. Auch schreibt Amazon die Versandkosten vor, schlägt sie automatisch auf den Preis auf und verlangt eine saftige Provision von etwa 15 Prozent des Verkaufspreises. Dafür ist das Angebot aber auch drei Monate lang online, lässt sich in der Zeit kostenlos bearbeiten und nach Ablauf der Frist unkompliziert wieder einstellen, falls es nicht zum Verkauf kam.

Booklooker.de

Im Wettbewerb zu Amazon steht bei Medien und Büchern Booklooker. Angebote einzustellen ist dort wie bei Amazon kostenlos und funktioniert meist gut durch Eingabe der ISBN. Kommt es zum Verkauf, wird eine Verkaufsprovision von 6,9 Prozent zuzüglich Mehrwertsteuer fällig. Die zwar aktuellen, aber nicht gerade aus der Bestsellerliste stammenden Angebote im ZDNet-Versuch hatten während einer zweiwöchigen Versuchsphase aber sehr geringe Zugriffszahlen. Vielleicht sorgt die Kooperation mit dem Weltbild Marktplatz, einem Angebot des Augsburger Weltbild Verlages, mittelfristig für mehr Zugriffe.

Momox.de

Außerdem gibt es noch verschiedene Tauschringe und Ankaufseiten, auf denen sich der unerwünschte Zuwachs im Bücher- CD- oder DVD-Regal abstoßen oder umtauschen lässt. Geld für Silberlinge verspricht Momox. Die Eingabe der EAN-Nummer reicht aus, um ein Angebot zu erhalten. Ist durch ein oder mehrere Produkte die Mindestsumme von 10 Euro erreicht, kann der Verkaufsvorgang abgeschlossen werden: Der Verkäufer packt die Ware ein, verschickt sie und Momox überweist den Betrag. Allerdings möchte Momox natürlich auch Geld verdienen: Ware, für die kein Markt besteht, wird daher gar nicht erst angekauft, andere nicht immer zu dem Preis, den sich ein Verkäufer wünscht. Wer die CD-Sammlung der Ex-Freundin loswerden will und den Weg zum Mülleimer scheut, kann es aber durchaus einmal versuchen. Und mit aktuellen Titeln stehen die Chancen auch nicht schlecht.

Hitflip.de

Einen anderen Weg geht Hitflip: Die Plattform bringt Tauschinteressenten für Filme, Bücher, Hörbücher und CDs zusammen. Geld fließt dabei allerdings nur für die Vermittlungsleistung an Hitflip: Von einem zuvor einzuzahlenden Guthaben werden 0,99 Cent oder 1,99 Euro abgezogen, wenn ein Artikel beim Besteller eintrifft. Die Teilnehmer untereinander feilschen um „Flips“, die interne Währung: Durch Weggeben eigener Produkte erhält man Flips, mit denen man dann wiederum bei anderen Medien eintauschen kann.

Balu.de

Nach demselben Prinzip funktioniert Balu. Gehandelt werden sie selben Produktgruppen, allerdings heißt die interne Währung dort Chips. Zu tauschende Objekte können einen Wert zwischen 1 und 10 Chips haben. Diesen setzt der Verkäufer nach Gutdünken fest. Bei der Wertermittlung hilft ihm eine Übersicht der Tauschhistorie des Produkts – falls es bereits einmal in Balu getauscht wurde. Geld fließt auch hier nur an die Plattform-Betreiber – und zwar 10 Cent pro getauschtem Chip-Punkt. Die meisten Bücher sind zwischen 1 und 3 Chips erhältlich. Die Versandkosten zahlt sowohl bei Hitflip als auch bei Balu der Verkäufer: So ist sichergestellt, dass er die günstigste Versandart wählt.

Fazit

Trotz aller Nachteile ist Ebay immer noch die Plattform, auf der man Unerwünschtes am zuverlässigsten los wird. Allerdings auch nicht mehr immer zu den Preisen, die man sich dafür vorstellt. Und aufgrund der geltenden Bewertungsrichtlinien müssen auch private Verkäufer ihren Kunden gegenüber äußerst zuvorkommend sein – ganz egal wie unverschämt sich diese verhalten.

Bei Amazon und den anderen Portalen ist das etwas anders. Allerdings erfordert es einige Geduld, wenn man seine überschüssigen Habseligkeiten zu akzeptablen Preisen losschlagen will: Es scheint deutlich mehr Anbieter als Bieter zu geben. Die Kleinanzeigenportale eignen sich vor allem für das, was auch früher schon gut über Kleinanzeigen verkaufbar war: Möbel, Gartengeräte, Maschinen, Autozubehör und Sportausrüstung – kurzum, alles was beim Versand sehr teuer ist. Kommentare mit den vorgstellten und Erfahrungen mit anderen, hier nicht berücksichtigen Portalen und Angeboten, sind willkommen.

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ZDNet.de Redaktion

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