Die 5-Megapixel-Kamera hat die gleiche Auflösung wie die des Nexus One oder die des Galaxy S. Eigentlich hätten es beim Vorzeige-Androiden durchaus auch 8 Megapixel sein dürfen, am besten noch mit Xenon-Blitz. Insgesamt hinterlässt die Kamera aber einen ordentlichen Eindruck. Es gibt diverse Einstellungsmöglichkeiten für den Fokus, die Auflösung und die Belichtungszeit, insgesamt neun Szenenprogramme wie Nachtaufnahme, Strand, Makro sowie Farbeinstellungen und so weiter. Wer sich tiefer in die Einstellungsmöglichkeiten der Kamera gräbt, findet Punkte wie Weißabgleich und Geotagging.

Der LED-Blitz ist im Vergleich zu anderen Handys extrem hell und bringt auch bei schummrigen Beleuchtungsverhältnissen Licht ins Dunkel – aber fast schon zu viel. Unterm Strich ist eine leichte Überbelichtung aber immer noch besser als gar keine Foto-LED (und damit auch keine Taschenlampe). Sie schaltet sich entweder automatisch zu, ist dauerhaft eingeschaltet oder ganz aus.

Freunde der Videotelefonie freuen sich über die zweite Kamera auf der Vorderseite. Sie nimmt Fotos in VGA-Auflösung auf, was in diesem Einsatzbereich durchaus üblich ist. Und wie beim iPhone 4 lässt sich die Ansicht in der Kamera-App mit einem Fingertipp zwischen Vorder- und Rückseite umschalten.

Die Hoffnung auf HD-Videoaufnahmen hat Google genommen. Vielleicht gibt es später ja einen offiziellen oder inoffiziellen Patch, der Videos in 720p ermöglicht, aber bis dahin muss man sich mit maximal 720 mal 480 Pixeln bei 30 Bildern pro Sekunde begnügen. Die maximale Länge von Videoclips ist vom Einsatzzweck und der Voreinstellung abhängig: MMS-Videos dürfen maximal 30 Sekunden lang sein, Youtube-Videos 10 Minuten und „normale“ Videos 30 Minuten.

Die Qualität der Aufnahmen sowohl von Bewegt- als auch von Standbildern ist durchaus zufriedenstellend, reißt aber nicht zu Begeisterungsstürmen hin. Die Farben wirken angenehm natürlich, und auch bei Innenaufnahmen ohne Blitz gelingen Fotos ausreichend hell, aber das bei Handy-Kameras übliche Bildrauschen kommt auch hier häufig vor. Vor allem harte Kanten wirken stark gestört.

Bilder und Videos lassen sich komfortabel per Fingertipp über verschiedene Kanäle weiterleiten beziehungsweise verbreiten, darunter USB, Bluetooth, E-Mail oder MMS. Dazu gibt es eine Upload-Möglichkeit zu Youtube und Picasa. Wer die Ergebnisse seiner Kreativität lieber auf dem Handy betrachtet, hat die unveränderte Galerie von Android 2.2 zur Verfügung – was durchaus in Ordnung geht. Und wer sich damit überhaupt nicht anfreunden kann, findet, wie bei Android üblich, im Market diverse Alternativen.

Wenn es um die Musikwiedergabe geht, gibt es ebenfalls keine Neuerungen. Der MP3-Player ist bereits bekannt. Er verfügt über die üblichen Optionen wie die Anzeige des Album-Covers, Zufallswiedergabe und einen Flugzeugmodus. Alles funktioniert und macht keine Probleme, aber in diesem Bereich sollte Google demnächst noch einmal Hand anlegen, um den Abstand zu Apple zu verringern.

Leistung

Die Sprachqualität des Nexus S kann sich durchaus sehen lassen. Die Gesprächspartner verstehen sich klar und deutlich, der Lautsprecher hat genug Kraft, um gegen den Lärm einer Großstadt antreten zu können, und Stimmen hören sich nicht blechern, sondern natürlich an. Im Test lässt sich ein ganz leichtes Zischen im Hintergrund feststellen, was aber nicht als besonders störend betrachtet wird. Ein ganz besonderes Lob: Ein paar Gesprächspartner konnten nicht einmal einwandfrei feststellen, dass von einem Handy aus anrufen wurde, und dachten zunächst an ein Festnetztelefon.

Auch die integrierte Freisprechfunktion gibt kaum Anlass zur Kritik. Die maximale Lautstärke des Lautsprechers ist überdurchschnittlich, und die Qualität der Ausgabe von Stimmen reiht sich unter die besten ein, die jemals bei einem Handy im Test gehört wurde. Anrufe per Bluetooth-Headset funktionierten im Test problemlos – deren Qualität ist aber hauptsächlich vom eingesetzten Headset abhängig.

Google gibt für das Nexus S eine Akkulaufzeit von 6 Stunden beim Dauergespräch an, im Standby soll es knapp 18 Tage durchhalten. In der Praxis dürfte dem Smartphone bei intensiver Nutzung dennoch täglich der Saft ausgehen. Die Tests sind noch nicht endgültig abgeschlossen – dieser Punkt wird noch einmal überarbeitet.

Insgesamt reagiert das Smartphone übrigens gigantisch schnell auf Nutzereingaben.

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