Das HTC HD7 zählt zu den ersten fünf Windows-Phone-7-Geräten in Deutschland und setzt sich direkt an die Spitze des Quintetts, in jedem Fall hinsichtlich der Display-Größe. Mit 4,3 Zoll überragt es das Omnia 7 von Samsung und das Optimus 7 von LG. Das HD7 ist exklusiv bei O2 erhältlich und kostet dort 529 Euro ohne Vertrag.

Design

Bereits auf den ersten Blick ist die Ähnlichkeit mit dem HD2, seinem Vorgänger mit Windows Mobile 6.5 unverkennbar. Fast auf den Millimeter gleichen sich die Abmessungen der beiden Geräte. Und zwar ihm wahrsten Sinne des Wortes, denn das HD7 ist mit 12,1 mal 6,8 Zentimetern genau einen Millimeter breiter als das HD2, und mit 1,1 Zentimetern genauso dick. Auch das Gewicht ist fast identisch, denn mit 160 Gramm wiegt das neue Modell gerade 3 Gramm mehr.

Hier wie dort kommt ein 4,3-Zoll-LCD mit einer Auflösung von 800 mal 480 Pixeln zum Einsatz. Das Display ist angenehm scharf, wobei es nicht ganz an die Brillanz des höher auflösenden iPhone-4-Displays heranreicht. Auch beim Farbumfang und den Blickwinkeln muss man im Vergleich zum Super-AMOLED von Samsungs Omnia 7 Abstriche machen. Insgesamt erscheint die HD7-Anzeige aber angenehm hell, gestochen scharf und ist angenehm anzusehen.

Unterhalb des Displays sind die drei obligatorischen Windows-Phone-Tasten als Soft-Touch-Buttons ausgeführt: Zurück, Home und Suchen. Oberhalb der Anzeige trägt das Gerät den HTC-Schriftzug.

Zwischen der Echtglas-Touchscreenscheibe und dem Rahmen des Gerätes gibt es oben und unten einen jeweils knapp 3 Millimeter breiten Spalt. Speziell, wenn man das Smartphone im Querformat hält, wirkt es so, als wären hier Stereo-Lautsprecher untergebracht. Das Schutzgitter, das sich in einer leichten Senke verbirgt, verstärkt diesen Eindruck noch. Dabei handelt es sich allerdings nur um einen optischen Trick. Oberhalb der Anzeige gibt es zwar tatsächlich einen Lautsprecher, der ist jedoch ausschließlich fürs Telefonieren gedacht – und bei der Wiedergabe von Videos oder Musik nutzt das HD7 den Schallwandler auf der Rückseite. Ebenfalls unter diesem Gitter ist übrigens auch die Status-LED untergebracht.

Außen um das HD7 zieht sich ein Rahmen, der dunkel lackiert ist und metallisch glänzt. Er wirkt extrem solide, und auch der Lack macht einen robusten Eindruck. Auf der rechten Geräteseite gibt es zwei silberne Tasten. Eine davon ist als Wippe ausgeführt und dient der Regelung der Lautstärke. Diese Position ist ungewohnt, denn normalerweise sitzt das Element auf der linken Seite. Unterhalb befindet sich der zweistufige Auslöser der Kamera. Auch seine Position könnte etwas günstiger gewählt sein. Vor allem aber sollte er sich etwas leichter bis zum Anschlag drücken lassen – denn die zweite Stufe ist vergleichsweise schwergängig. Wer nicht aufpasst, verwackelt beim Versuch, den Knopf zu drücken, gerne mal das Bild.

Oben rechts hat der Hersteller den Ein-Aus-Lock-Taster untergebracht, der einen etwas besseren Druckpunkt haben könnte. Die linke Seite des Rahmens ist komplett unbelegt. Ganz unten ist die Micro-USB-Buchse zum Nachladen des Akkus sowie zum Übertragen von Daten integriert. Rechts davon findet sich eine kleine Aussparung, unter der sich das Mikrofon verbirgt. Auch die 3,5-Millimeter-Klinkenbuchse zum Anschluss des mitgelieferten Headsets oder von Standard-Kopfhörern ist unten angebracht. Wer das Smartphone als MP3-Player in der Hosentasche nutzt, muss es also mit dem Kopf nach unten in die Tasche stecken und es beim Ändern von Track oder Lautstärke ganz herausziehen und umdrehen.

Die Rückseite ist komplett aus mattschwarzem Kunststoff mit gummierter Oberfläche ausgeführt. Unten trägt das HD7 den Windows-Phone-Schriftzug. Darüber setzt ein Streifen aus Metall Akzente. Die oberen zwei Drittel der Rückseite werden vom Akkudeckel bedeckt. Er zeigt das silbern glänzende HTC-Logo und hat eine ovale Aussparung, in der die zwei Foto-LEDs, die Linse der 5-Megapixel-Kamera sowie der Lautsprecher untergebracht sind. Besonders trickreich: Hier lässt sich ein solider Metallbügel ausklappen, der als Standfuß dient. Die Mechanik wirkt stabil und rastet mit einem kräftigen Klacken in beiden Positionen ein. Insgesamt wirkt das HD7 erfreulich hochwertig und solide verarbeitet.

Ausstattung

Große Überraschungen hat das HD7 nicht zu bieten, was allerdings nicht sonderlich verwundert: Display-Auflösung (800 mal 480 Pixel), Prozessorgeschwindigkeit (1 GHz) & Co. sind bei allen Smartphones mit dem neuen Mobil-Windows von Microsoft vorgeschrieben.

Selbstverständlichkeiten sind Quad-Band-GSM, UMTS mit Up- und Downloadturbo HSPA (bis 7,2 MBit im Downstream), Bluetooth 2.1 sowie WLAN. Hier unterstützt das HTC sogar den flotten n-Standard, die neue Bluetooth-Version 3.0 allerdings nicht. Ein GPS-Empfänger ist natürlich auch an Bord. In dieser Smartphone-Klasse sind auch die Sensoren für Annäherung, Helligkeitsregelung und Beschleunigung (beziehungsweise Drehung) eine äußerst praktische und übliche Beigabe.

Für Musik, Videos, Apps et cetera stehen dem HD7-Nutzer 16 GByte interner Speicher zur Verfügung. Eine Erweiterungsmöglichkeit via microSD-Karte gibt es allerdings nicht – auch das ist von Microsoft so vorgeschrieben. Findige Bastler haben allerdings einen entsprechenden Speicherkartenslot neben dem SIM-Kartenleser unterhalb der Kunststoffhülle entdeckt. Offiziell ist er aber nicht für den Nutzer zugänglich, und das Austauschen der Karte erfordert das Zurücksetzten des Geräts auf Werkseinstellungen. Außerdem könnten Tuningmaßnahmen an dieser Stelle negativen Einfluss auf Garantie und Gewährleistung haben.

Die Kamera auf der Rückseite nimmt Fotos mit einer Auflösung von 5 Megapixeln auf. Videos landen auf Wunsch in HD-Qualität (720p) im internen Speicher des Geräts. In der Dunkelheit sorgen gleich zwei Foto-LEDs für einen hellen Moment. Ab Werk fungieren sie zwar nicht als Taschenlampe, inzwischen ist im Windows-Phone-App-Store Marketplace aber eine Anwendung vom Gerätehersteller HTC aufgetaucht, die diese Funktion nachliefert – sehr erfreulich.

Softwareseitig sind die üblichen Merkmale von Windows Phone 7 vorinstalliert: der Zune-Mediaplayer, die mobile Version von Microsoft Office, ein Kalender, ein ordentlicher, aber im direkten Vergleich zu iPhone und Android etwas langsamer Webbrowser sowie ein paar typische Tools wie Taschenrechner oder Kalender. Auch an Bord ist der HTC-Hub mit animierter Wettervorhersage und Uhr, der ein bisschen an die Sense-Oberfläche des Vorgängers HD2 erinnert.

Weitere Informationen zur Software verrät unser Artikel Eine Woche Praxistest: So gut ist Windows Phone 7. Umsteiger von Windows Mobile, Symbian oder Android sollten sich darüber im Klaren sein, dass das neue Windows Phone ein paar Einschränkungen mit sich bringt – so ist es beispielsweise nicht möglich, Dateien via Bluetooth zu übertragen, per USB auf den internen Speicher als Wechsellaufwerk zuzugreifen oder Grundfunktionen wie Copy & Paste zu nutzen. Zumindest letzteres soll aber im kommenden Jahr nachgereicht werden.

O2-Kunden dürfen sich demnächst über eine kostenlose Turn-by-Turn-Navigationslösung freuen. Derzeit ist der Telmap Navigator nur eine Verknüpfung auf dem Homescreen. „In Kürze“ soll aber der Download der eigentlichen Software möglich sein.

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