Die Abmessungen des Nokia N8 entsprechen in etwa denen des iPhones. Gleiche Höhe, gleiche Display-Diagonale, etwas schmaler, aber dafür etwas dicker. Wenn die beiden Geräte nicht direkt nebeneinander auf dem Tisch liegen, hat man das Gefühl, das N8 wäre ein gutes Stück kleiner. Dafür sind die Ober- und die Unterkanten verantwortlich, die sich in alle Richtungen verjüngen und zusammenlaufen.

Durch die kompakte Bauform wirkt es vergleichsweise schwer, tatsächlich wiegt es aber nur 134 Gramm und damit drei Gramm weniger als das aktuelle iPhone 4, ein Gramm weniger als das HTC Desire und 32 Gramm weniger als das Desire HD. Das N8 verfügt über ein Unibody-Gehäuse und besteht unten und an den Seiten aus Metall und oben aus schwerem Glas. Es fühlt sich extrem hochwertig und stabil an, wenn man es in die Hand nimmt. Die harten Materialien wirken zwar kühl, aber insgesamt ist das N8 ausgesprochen ansprechend.

Einzig störend sind unter Umständen die oberen und unteren Randstücke, die aus Kunststoff gefertigt sind. Sie sind auch in einem etwas anderen Farbton lackiert als die Metallbestandteile. Bei dem Testgerät in Schwarz fällt das zwar kaum auf oder wirkt sogar fast gewollt, aber speziell bei den farbigen Varianten fällt der Farbunterschied stärker auf. Neben Schwarz ist das N8 auch in Silber und Grün zu haben. Der Nokia-eigene Online-Shop bietet darüberhinaus mit Blau und Orange zwei weitere, auffällige Farbvarianten an.

Das zentrale Element auf der Oberseite ist das berührungsempfindliche 3,5-Zoll-Display. Damit hat es die gleiche Diagonale wie die iPhone-Anzeige und löst mit 640 mal 360 Bildpunkten weniger auf als das aktuelle iPhone (960 mal 640), aber mehr als die früheren Apple-Handy-Generationen (480 mal 320). Insgesamt bewegt sich das Display qualitativ und im Vergleich zur Konkurrenz eher im oberen Bereich. Die Darstellung ist scharf und hell, die Farben brillant, die Blickwinkel groß. Kein Wunder eigentlich, denn schließlich verbauen die Finnen ein AMOLED-Display. Auf dem Niveau der aktuellen Super-AMOLEDs, die Samsung in seinen Modellen Wave und Galaxy S verbaut, ist das N8 zwar nicht, aber es liegt über dem Durchschnitt. Auch in der Sonne kann man Inhalte noch gut erkennen.

Die Touchscreen-Scheibe besteht aus vergleichsweise stabilem und kratzfestem Gorilla-Glas und wird von einem Rahmen aus Metall eingefasst, der in glänzender Gehäusefarbe lackiert ist. Über der Anzeige ist das Nokia-Logo zu sehen, links davon ein kleiner N8-Schriftzug, rechts davon der Helligkeitssensor und die Frontkamera. Nicht auf den ersten Blick zu erkennen ist der Näherungssensor, der sich zwischen Nokia-Logo und Lichtsensor versteckt.

Unterhalb der Anzeige befindet sich die einzige mechanische Taste der Vorderseite, die bei Bedarf beleuchtet ist. Das sieht gut aus, allerdings ist die Position unten links etwas ungünstig gewählt. Wer das Gerät in der rechten Hand hält, muss den Daumen verbiegen, um an den Knopf zu gelangen.

Ganz oben gibt es eine 3,5-Millimeter-Klinkenbuchse zum Anschluss von Standard-Kopfhörern. Daneben verbirgt sich die Mini-HDMI-Schnittstelle – eines der N8-Highlights – unter einer Klappe. Mit dem entsprechenden Adapter, der im Lieferumfang enthalten ist, und einem normalen HDMI-Kabel, verbindet sich das Handy vollkommen unkompliziert mit jedem aktuellen Fernseher oder Projektor. Rechts davon gibt es, Nokia-typisch, eine Ein-Aus-Taste, über die im laufenden Betrieb auch das Profil (Lautlos, Draußen, Flugzeugmodus et cetera) festlegen lässt.

Ganz unten befindet sich unter anderem das CE-Logo und die Mini-Ladebuchse. Nokia ist seinem eigenen Stecker treu geblieben, bietet aber zusätzlich auf der linken Geräteseite eine Micro-USB-Buchse, über die das Laden des Akkus ebenfalls möglich ist. Direkt neben dem USB-Anschluss auf der linken Seite befindet sich eine kleine LED, die beim Laden weiß leuchtet. Ansonsten beherbergt der linke Rand noch einen MicroSD-Speicherkarten- und SIM-Kartenslot. Beide sind hinter etwas filigranen, aber überraschend stabilen Schutzkappen aus Kunststoff verborgen, um Schmutz und Staub aus dem Gerät zu halten.

Die rechte Seite bietet den obligatorischen Wippschalter zur Regelung der Lautstärke. Er lässt sich dank spürbarer Markierungen vorbildlich ertasten und hat einen angemessenen Druckpunkt. Darunter gibt es einen Schiebeschalter aus geriffeltem Metall, der nicht einrastet, sondern von Federn immer wieder in seine Ausgangsposition gedrückt wird. Er übernimmt die Funktion der Display- und Tastensperre. Eine schöne und praktische Lösung. Unten auf der rechten Seite haben die Entwickler den zweistufigen Auslöser der Kamera angebracht.

Auf der Rückseite des N8 steht eine rechtwinklige Einheit aus dem ansonsten flachen Rücken hervor, in der sich Lautsprecher, Kamera-Linse und Xenon-Blitz verbergen. Die 12 Megapixel benötigen offensichtlich Platz. Auch wenn herausstehende Kameras in der Vergangenheit häufig kritisiert wurden, hier wirkt die Umsetzung nicht störend.

Ausstattung

Die Smartphone-Ausstattung des N8 befindet sich auf höchstem Niveau. Quad-Band-GSM, UMTS samt Up- und Downloadturbo HSPA, WLAN nach dem schnellen n-Standard, das noch sehr seltene, schnelle Bluetooth 3.0 und selbstverständlich auch GPS.

Noch viel beeindruckender ist die darüber hinausgehende Ausstattung. Hier gibt es einige Merkmale, die die Konkurrenz kaum oder gar nicht zu bieten hat. Da ist der HDMI-Port, der in hervorragend funktioniert. Er spiegelt das Bild der Handy-Anzeige auf den Fernseher (oder Monitor oder Beamer), womit man also nicht nur bestimmte Daten wie Diashows oder Videos ausgeben, sondern auch auf dem TV-Schirm surfen oder videotelefonieren kann. Dazu passt perfekt, dass sich das Nokia problemlos mit Bluetooth-Geräten koppelt. Wenn man beispielsweise eine Maus anbindet, erscheint ein kleiner Mauszeiger auf dem Handydisplay. So macht das Surfen mit angeschlossenem Fernseher oder die Auswahl von Fotos oder Videos noch mehr Spaß. Getippt wird stilecht auf einer Bluetooth-Tastatur.

Im Lieferumfang ist ein Adapter enthalten, der beim Handy in die Micro-USB-Buchse gesteckt wird und auf der anderen Seite einen USB-Host-Port bietet. Hier lassen sich „normale“ USB-Geräte anschließen – eine Maus etwa, eine Tastatur oder auch ein USB-Stick oder eine externe Festplatte. Letztere ist aufgrund des hohen Energiebedarfs im mobilen Betrieb zwar ein wahrer Akku-Killer, aber bei welchem anderen Smartphone kann man ein Word-Dokument, das auf einer USB-Platte gespeichert ist, im Notfall öffnen oder per E-Mail verschicken? Praktisch: Es ist auch ein proprietärer Ladestecker vorhanden. Das entsprechende Netzteil liegt ebenfalls im N8-Karton bei. Damit kann einem auch die energiehungrigste Festplatte nicht mehr wirklich etwas anhaben – vorausgesetzt, es gibt in der Nähe eine Steckdose. Die meisten N8-Käufer werden die Funktion aber ohnehin nicht benötigen. 16 GByte Speicher sind bereits integriert, und mittels Speicherkarte werden es bis zu 32 GByte mehr.

Auch in puncto Kamera hat das Nokia-Flaggschiff die Nase vorne. 12 Megapixel und Xenon-Blitz setzen Maßstäbe. Die HD-Videoaufnahme in 720p zählt schon eher zum Standard. Freunde der gerade wieder aufkommenden Video-Telefonie werden sich auch über die VGA-Kamera auf der Vorderseite freuen.

Der 1200 mAh starke Akku ist fest im Gerät eingebaut. Aufgrund der Unibody-Bauweise gibt es keinen Akkudeckel, was auch der Grund dafür ist, dass SIM- und Speicherkarte am Rand eingesteckt werden. Zum Tausch des Energiespeichers ist offiziell der Nokia-Service nötig. Experimentierfreudige Käufer dieses Smartphones können die zwei Torx-Schrauben an den Seiten aber auch selbst öffnen und den Akku auswechseln, allerdings auf Kosten der Garantie.

Der Touchscreen beherrscht Multitouch und den Zwei-Finger-Zoom. Standardmäßig gibt er auch ein spürbares Feedback beim Drücken und Loslassen von virtuellen Schaltflächen von sich – und das fühlt sich schon fast so an, als hätte man wirklich einen Knopf gedrückt. So gut konnte das keines der bisher getesteten Smartphones.

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1 Kommentar zu Nokia N8 im Test: Kamera-Smartphone mit Symbian 3 und HDMI

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  • Am 17. November 2010 um 18:02 von KNSC

    Bericht Nokia N8 Pro und Contra
    Pro

    * wirkt sehr wertig und stabil
    * Ausstattung innovativ und auf höchstem Niveau

    Contra

    * Oberfläche und Bedienung wirken altbacken
    * trotz gutem Touchscreen nur mäßig schnelle Reaktionen
    * Software insgesamt nicht auf dem Niveau der Konkurrenz

    Wer hat diese Pro und Contra Argumente nur geschrieben. Meiner Meinung nach passen diese nicht mit einander.
    Schlechte Bewertung!

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