Windows Phone 7: Das leistet das Mobil-OS in der Praxis

Das Vergnügen fängt bereits beim ersten Blick auf den Homescreen von Windows Phone 7 an. Eventuell vergraulen die Entwickler so vielleicht den einen oder anderen Anhänger des bisherigen Windows-Mobile-Interfaces, aber die Tendenz geht es hier stark in Richtung iPhone. Die kleinen, filigranen Schriften, Icons und Buttons sind passé, der Homescreen wird dominiert von farbigen Rechtecken und Quadraten, den sogenannten Tiles, die teilweise animiert sind. Beispiel Kontakte: Das etwa zwei mal zwei Zentimeter große Rechteck ist im Inneren in neun weitere Rechtecke unterteilt, die abwechselnde Fotos von Kontakten anzeigen.

Wer Verknüpfungen zu einzelnen Kontakten auf dem Homescreen ablegt (das erfolgt durch einen langen Fingertipp im Adressbuch), bekommt ein zusätzliches Rechteck – das ebenfalls wieder animiert ist. Mal wird der Name angezeigt, mal nicht, mal ist das Bild ganz zu sehen, mal halb, mal gar nicht. Das sieht gut aus, wenn auch die ständigen Bewegungen vielleicht nicht jedermanns Sache sind.


Animiert: Der Homescreen ist ständig in Bewegung. Bilder scrollen durch, verschwinden und tauchen wieder auf.

Das Rechteck, das einen zu den eigenen Fotos führt, zeigt beispielhaft ein Bild an und tauscht es regelmäßig durch. Das Icon des Musik- und Videoplayers stellt ein Albencover dar, und auch hier wird gewechselt. Das sorgt für Abwechslung auf dem Homescreen, aber nicht unbedingt dafür, dass man die richtigen Buttons auf Anhieb erkennt. Immerhin bleibt die Position gleich, solange man sie nicht manuell per langem Fingertipp, wie beim iPhone oder bei Android-Geräten, ändert.

Bei Phone 7 ist ständig etwas in Bewegung. Startet man eine App, drehen sich die Icons seitlich aus dem Bildschirm heraus, während sich kurz danach das gestartete Programm im Vollbild hereindreht. Sind die Animationen am Anfang nett anzusehen, kann es auf Dauer etwas nerven, da die ständigen Animationen mit je ein bis zwei Sekunden auch Zeit kosten. Das ist durchaus gewollt und ein Trick, den Apple schon beim ersten iPhone eingesetzt hat: Wenn der Nutzer ein Icon antippt, muss das damit verknüpfte Programm starten. Das dauert, unabhängig davon, ob ein Microsoft- oder ein Apple-Betriebssystem im Hintergrund arbeitet. Aber während der Bildschirm flüssig animiert, hat der Anwender einfach nicht den Eindruck warten zu müssen. Die zwei Sekunden, die Windows Phone Icons durch die Gegend dreht, reichen der App im Hintergrund, um zu starten – und alles scheint flüssig zu laufen.

Das Praktische daran ist auch, dass Platz für aktuelle Informationen bleibt. So zeigen die Tiles beispielsweise ungelesene E-Mails, frische SMS-Nachrichten oder verpasste Anrufe auf den ersten Blick im Homescreen an.

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ZDNet.de Redaktion

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