Windows Phone 7: schnell wie Android, proprietärer als iOS

Was die Offenheit des Systems angeht, orientiert sich Microsoft eher an Apples iPhone als an Googles Android. Hardwarehersteller können den Startbildschirm nicht durch eine eigene Oberfläche ersetzen. So kann etwa HTC seine bei vielen Nutzern beliebte Sense-Oberfläche nicht implementieren. Auch Startbildschirme für spezielle Einsatzgebiete, etwa in einer Autohalterung, lassen sich nicht realisieren.


Android erlaubt einen Austausch des Startbildschirms. So kann etwa HTC seine Sense-Oberfläche implementieren. Ebenso ist es möglich, vorübergehend einen „Launcher“ zu wählen, der unter bestimmten Bedingungen praktisch ist, beispielsweise im Auto.

Speicherkarten sind ebenfalls nicht zugelassen. Handyhersteller müssen mindestens 8 GByte Flashspeicher bereitstellen. Anwendungen gibt es nur über Microsofts eigenen Marketplace. Die Installation von anderen Quellen ist nicht möglich. Das Multitasking ist stark eingeschränkt und für ISVs kaum nutzbar. Wie liberal Microsoft die Aufnahme von Anwendungen in den Marketplace handhaben wird, muss sich erst zeigen. Apple weist etwa 20 Prozent der eingereichten Anwendungen für das iPhone zurück.

Für die Zukunft ist ein sogenanntes „Sideloading“ geplant. Es ermöglicht Firmen, selbst entwickelte Anwendungen für Firmentelefone auf einem Windows Phone 7 zu installieren. Wie das funktionieren soll, konnte Greg Sullivan gestern noch nicht sagen. Man darf aber davon ausgehen, dass es sich um eine Art geschlossene Benutzergruppe im Marketplace handeln wird.

Anwendungen dürfen Dritthersteller nur auf Basis von Silverlight und XNA mit Managed Code entwickeln. Native Applikationen sind nicht möglich. Für die meisten Apps ist eine Implementierung in Managed Code sinnvoll. Der Großteil aller Apps holt Informationen aus dem Internet und formatiert sie passend für die kleinen Bildschirme von Mobiltelefonen. Oft werden die Informationen für den Offline-Betrieb zwischengespeichert.

Es gibt aber Anwendungen, die nativ implementiert werden sollten. Dazu zählen beispielsweise Adobe Flash oder ein alternativer Browser wie Opera Mobile. Letzteres will Microsoft allerdings ohnehin nicht erlauben. Eventuell werden Wettbewerbshüter diese Pläne jedoch durchkreuzen. Auch ein Navigationsprogramm für Autofahrer, wie es Google für Android-Handys kostenlos bereitstellt, dürfte als native Anwendung besser performen. Adobe hat offensichtlich eine Ausnahmegenehmigung erhalten, um Flash für Windows Phone 7 zu entwickeln. Bereits heute ist bekannt, dass Flash zum Marktstart noch nicht verfügbar sein wird.

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ZDNet.de Redaktion

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