Desktop-Virtualisierung: neue Chancen und Risiken

„Es gibt Vorteile, wenn das Client-Management mit Standardisierung und Cloning verändert wird. Der Kosteneffekt stellt sich durch Standardisierung im Projekt ein“, erklärt Siller. Dem pflichtet Hans Soermer, Senior Systems Engineer bei Citrix bei: „Unsere großen Kunden Amazon, Google, Youtube und Salesforce haben Architekturen aufgebaut, die die Bestandteile der Desktops zerlegen und multiplizieren. Ebenso müssen kleine Unternehmen agieren: Es geht darum, den Desktop neu zu definieren und Schichten miteinander zu koppeln.“ Diese „Schichten“ sind Profile, Anwendungen, Betriebssystem und Maschine. „Sie muss man pflegen, nicht einzelne Desktops“, so Soermer.

Ein VDI-Projekt ist eine echte Herausforderung, wie Rüdiger Nelzer, Senior Systems Engineer bei VMware betont: „Der Desktop ist die Königsklasse der Virtualisierung, denn die Anwender sind nicht berechenbar. Man braucht Sicherheitssoftware und eine durchdachte Planung.“ Tatsächlich ist die Sicherheit bei der Planung von VDI-Projekten oft ein Stiefkind: Insbesondere hakt es, wenn Virenscanner ohne Anpassung an die virtuelle Infrastruktur eingesetzt werden.

Auch bei der Prozessorkapazität kann es zu Problemen kommen, daher sollten etwa Updates nicht für alle Virenscanner gleichzeitig durchgeführt werden. Das ist aber nicht primär ein Sicherheits-, sondern ein Performance-Problem. Die Empfehlung von Trend Micro lautet deswegen, die Sicherheit in die Cloud zu verlagern und Signaturdatenbanken nicht mehr lokal, sondern gehostet vorzuhalten. Der Hersteller betont diesen Aspekt besonders, Wettbewerber schlagen aber bereits einen ähnlichen Weg ein.

Storage als Problem

Ein anderer Stolperstein ist Storage. Auf herkömmlichen Rechnern kosten einige Gigabyte Speicher fast nichts, aber wenn sie auf Network Attached Storage (NAS) verlagert werden, geht das richtig ins Geld. „Storage ist eine unterschätzte Thematik“, erklärt Jörg Mecke, Serviceline-Manager-IT-Consulting bei PC-Ware. Auch über die Auslastung des Netzwerkes sollte man sich bereits im Vorfeld Gedanken machen.

Hierbei gilt es, Best Practices zu beachten und Storage sowie Netzwerke als eigene Themen im Projekt zu behandeln. „Die Datensicherung steht in Projekten zu Unrecht an letzter Stelle. Wir wünschen uns, dass dafür die Schnittstellen von VMware, Microsoft und Citrix besser werden“, erklärt Sven Haubold, Channel Account Manager Recovery Management&Database Modelling bei CA Technologies.

Thin Print druckt von virtuellen Desktops aus

Eine weitere Frage, der besondere Beachtung gebührt, ist das Drucken. Der Berliner Softwarehersteller Thin Print hat sich auf dieses Thema spezialisiert. Gundula Bischoff, Sales Director DACH, warnt: „Das Bereitstellen virtueller Desktops ist einfach, aber es gibt Probleme, wenn alle Treiber installiert werden sollen.“ Thin Print setzt dagegen auf „Driver Free Printing“ und hält alle nötigen Druckertreiber auf einem dedizierten Druckerserver zentral vor.

Außerdem ermöglichen es die Berliner, von mobilen Geräten wie dem iPhone und dem iPad zu drucken und zu faxen. Es wird automatisch per IP-Ranges oder Mapping erkannt, welcher Drucker sich gerade in der Nähe des Anwenders befindet und die Druckausgabe auf genau dieses Gerät geleitet. Thin Print kann Dokumente bis zu 98 Prozent komprimieren und arbeitet dabei mit Bandbreitenbegrenzung, um zu verhindern, dass ein einziger Druckauftrag alle virtuellen Desktops lahmlegt.

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