Was man über Notebook-Displays wissen sollte

Wer sich mit Notebooks beschäftigt, wird zwangsläufig über Begriffe wie Glare und Non-Glare stolpern. Bei Glare-Type-Displays handelt es sich um Bildschirme mit einer spiegelnden Oberfläche, bei Non-Glare-Type-Displays ist die Oberfläche dagegen matt. Über Sinn und Unsinn wurde und wird oft diskutiert, die Faktenlage ist aber eigentlich eindeutig.

TFT-Panels haben eine Glasoberfläche und damit von Haus aus eine glatte, gut reflektierende Oberflächenstruktur. Klassische Non-Glare-Type-Displays verfügen über eine spezielle diffuse Beschichtung oder eine generell mattierte Oberfläche, die das Umgebungslicht streut. Glare-Type-Displays werden von den Herstellern mit höheren Kontrastwerten („hohe Brillanz“) beworben, da matte Displays durch die Streuung einen geringeren Kontrast aufweisen. Vor allem bei extremen Helligkeitsunterschieden sieht man dies recht deutlich.

Da die meisten Glare-Type-Displays aber auf günstigen TN-Panels basieren, kommen sie trotz spiegelnder Oberfläche nicht an die Kontrastwerte hochwertiger matter IPS- oder VA-Panels heran. Viele Hersteller bieten ihre Notebooks nur mit Glare-Type-Panel an, da sie aufgrund des vergleichsweise brillanten Bildeindrucks auf den Einbau hochwertiger, aber eben auch teureren Panel-Typen verzichten können. Aus rein ergonomischer Sicht sind Glare-Displays aber die eindeutig schlechtere Wahl: Vor allem in Umgebungen mit starken Lichtquellen (Lampen, Sonnenlicht) reflektieren sie jede Lichtquelle deutlich und fungieren generell wie ein Spiegel.

Für den beruflichen Einsatz sind Spiegeldisplays nicht geeignet. Denn hier kommt noch die Bildschirmarbeitsverordnung (90/270/EWG) ins Spiel, die fordert, dass Bildschirme weitgehend frei von Reflexionen und Spiegelungen sein müssen. Die ISO-Norm 9241-7 teilt Monitore dabei in drei unterschiedliche Reflexionsklassen ein: Klasse I (geringste Reflexionen) ist für den allgemeinen Bürogebrauch geeignet, Klasse II ist nicht für alle Büroumgebungen geeignet und Klasse III (Glare-Type-Displays) erfordert ein spezielle, kontrollierte Umgebungsbeleuchtung für den Einsatz.

Tipp

Wer sein Notebook viel im Büro oder auch im Freien nutzen will, sollte kein Gerät mit Glare-Display kaufen. Wer es primär zum Spielen oder Anschauen von Filmen nutzt, kann dagegen zugreifen. Zudem gibt es Dienstleister, die ein Glare-Panel durch eine zusätzliche Beschichtung entspiegeln. Manche Notebooks mit Glare-Displays werden schon mit Entspiegelungsfolien ausgeliefert.

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1 Kommentar zu Was man über Notebook-Displays wissen sollte

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  • Am 16. Februar 2015 um 18:37 von Gramfeld

    Danke für den Beitrag, gut zusammengefasst die ganzen Punkte.
    Dann weiß ich wo ich beim nächsten Monitorkauf bei http://www.noteboox.de wieder vorbeischaue. Schade nur das bei vielen Notebooks die man überall sieht nichtmal dabei steht was die denn für einen Bildschirm einsetzen.

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