Telefonieren über das Internet: Voice over IP im Praxistest

Als Referenz für VoIP mit Kabel Deutschland gilt eine Internet- und Telefonie-Flatrate von KDG für knapp 23 Euro pro Monat. An einem Kabel-Modem Thomson THG540K hängt via LAN-Kabel eine AVM FRITZ!Box Fon WLAN 7270.

Ein DLP-Chip von Texas Instruments (Bild: TI).
Das Gespann KDG 32.000 und AVM 7270 bringt schöne Daten-Durchsatz-Peaks bis 33 MBit/s auf den Laptop, aber störenden Hall auf die VoIP-DECT-Telefone (Foto: Harald Karcher).

Zuerst zum Daten-Durchsatz: Bei kleinen Downloads schafft die Anbindung meist 23.000 bis 33.700 KBit/s, typischerweise 30.000 KBit/s. Das ist ein toller Netto-Wert für 23 Euro und fühlt sich fast so schnell an wie VDSL 50.000. Weitaus langsamer ist jedoch der Upload. Da gehen typischerweise knapp 2000 KBit/s über die Leitung, allerdings sehr stabil mit sehr geringen Schwankungen. Großartig sind dagegen die Ping-Zeiten, mit Schwankungen von 11 bis 26 Millisekunden, typischerweise um die 16 ms. Diese Pings sind deutlich schneller als am VDSL-50.000-Anschluss.

Große Dauer-Downloads sind dagegen nicht so rasant: Aus einem schnellen Server in Köln zieht ZDNet exakt 1 GByte auf einen Sony-Laptop in München in 11:51 Minuten herunter, bei VDSL 50.000 waren es nur 3:21 Minuten.

Dabei zeichnet der Monitor der AVM 7270 einen stabilen Dauer-Durchsatz von gut 12 MBit/s auf, beim VDSL 50.000 waren es 44 MBit/s. ZDNet misst mit einem Sony-Windows-7-Laptop direkt am Ethernet-LAN-Port der AVM 7270, denn über WLAN könnte Geschwindigkeit verloren gehen.

Ein DLP-Chip von Texas Instruments (Bild: TI).
Recht flott und sehr stabil zieht hier die „AVM FRITZ!Box Fon WLAN 7270“ 1 GByte mit konstant 12,25 MBit/s von einem Server in Köln auf einen Laptop in München herunter (Screenshot: Harald Karcher).

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9 Kommentare zu Telefonieren über das Internet: Voice over IP im Praxistest

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  • Am 18. Mai 2010 um 19:04 von miac

    Wohl eher ein Routertest
    Die Überschrift paßt wohl nicht ganz zum Test oder der Autor ist das Problem.

    Ich habe selber mehrere VOIP Anschlüsse eingerichtet, teilweise mit 384 kBit/sec Anschluß.

    Bei allen funktioniert VOIP einwandfrei. Teilweise mit besserer Sprachqualität als im Festnetz, wenn zwei VOIP Anschlüsse untereinander telefonieren.

    Übrigens auch mit DECT Telefonen direkt angemeldet an 7270 Boxen (AVM MT-F und zwei ältere Siemens Dinger). Es gibt keine Reichweitenprobleme, selbst mit ECO DECT.

    Nur bei den langsamen DSL Anschlüssen kommt es bei gleichzeitigem Download zu Problemen und auch nur auf der langsamen Seite.

    Ich selber benutze einen 6000er Anschluß von 1&1 mit einer 7141. Auch bei vollem Download über Downloadmanager gibt es keine Probleme. Das Traffic Shaping funktioniert einwandfrei.

    Im Test hätte ich erwartet, das man die Telefone bzw. die Basisstation mal direkt an die Box anschließt, um DECT Fehler auszuschließen. Deswegen VOIP madig zu machen, finde ich nicht korrekt.
    Auch kein Wort darüber, das man eventuell einen weiteren PPPOE Kanal aufmachen kann.

    Ziemlich schlechter Test.

    • Am 19. Mai 2010 um 16:03 von Harald Karcher

      AW: Wohl eher ein Routertest
      Hallo MIAC, in Sachen 7270 haben Sie doch völlig recht: Die von Ihnen erwähnte AVM 7270 erbringt auch in meinem Praxis-Test an Kabel 32.000-VOIP weitaus mehr DECT-Reichweite UND weit mehr DECT-Voice-Qualität als die VDSL-Box (!) AVM 7570 an 1&1 VDSL 50.000-VOIP. Im echten Praxis-Leben sah das bis vor kurzem so aus: Wenn Gespräche auf der VDSL-Box (!) AVM 7570 herein kamen, rief ich meist auf der AVM 7270 via Kabel 32.000-VOIP zurück, weil VOIP-DECT über die AVM 7270 eben wie gesagt viel besser klingt als über die VDSL-Box (!) AVM 7570. Allerdings klangen beide VOIP-Setups, mit der 7270 und mit der 7570, nie ganz so gut wie über ISDN. Inzwischen hat 1&1 die VDSL-Box (!) AVM 7570 sogar ganz regulär eingezogen und gegen die monatelang nicht lieferbare, höherwertige VDSL-Box AVM 7390 umgetauscht. Zum Verständnis: Ich bin bei beiden Providern ein ganz regulärer, echter, zahlender End-Kunde, daher der Einzug der AVM 7570 und kostenlose Umtausch auf die neue AVM-Super-Box 7390. Keine Ahnung, was mit den zurück gezogenen AVM 7570 Boxen jetzt passiert?

  • Am 18. Mai 2010 um 23:45 von Kehl

    es geht auch anders
    beispielsweise mit NATJA.

    klar, man kann nicht alles kennen und auch nicht alles testen. Schade jedoch dass man auch im Fazit die VoIP Telefonie auf keinem guten Stand lässt. Internet Provider, die Internet und Telefon gleichzeitig anbieten und sich nicht auf eines der beiden konzentrieren. Das man hier keine Qualität erwarten kann, versteht sich für den gewieften Endverbraucher schon fast von selbst. Aber gerade Lösungen wie hier ( http://www.natja.info ) beweisen, dass VoIP auch anders gehen kann.
    Abschließend würde ich sagen, dass VoIP für den/die Einzel- oder Privatmann/frau zur Zeit keine perfekte Sprachqualität zu einem Consumer Preis erwarten kann. Änderung schaffen neue Codecs, die nun auch HDvoice ermöglichen…. to be continued!?

  • Am 19. Mai 2010 um 7:30 von Schwartz

    IP-Telephonie
    Sehr guter Beitrag, nachvollziehbar, nützlich und plastisch!

  • Am 19. Mai 2010 um 8:49 von Amigaman

    1&1 Voip
    Das testergebnis kann ich NICHT bestätigen! ich nutze den reine 1und1 Voip Anschluss OHNE Festnetz und habe mit einem DECT Telefon keinerlei Qualitätsprobleme in beiden Richtungen.

    Können Sie das mal bitte gegenprüfen?!!

  • Am 19. Mai 2010 um 11:13 von JVe

    1&1 VOIP
    Das Testergebnis ist für mich sehr sehr verwunderlich.

    Ich habe einen 1&1 Voip Anschluss ohne Festnetz aber nur DSL 2000.
    (ca. 2000 Downstream 264 Upstream)
    Das funktioniert (ohne Rauschen, ohne Hall) einwandfrei, und das auch bei laufenden Download einer 4 GB OpenSource-DVD.

    Im Test VDSL 50.000 und DSL 32.000 per Kabel.
    Wenn man damit kein Voip mit guter Qualität schafft, liegt das vielleicht auch an Einstellungen.
    Die Leitungs-Kapazität reicht dafür dicke aus.

    mfg
    JVe

  • Am 19. Mai 2010 um 11:50 von Marc

    schlechte qualität meist einseitig
    Man möge beachten das man leicht dem Glauben verfallen kann, seine Leitung hat eine einwandfreie Qualität, nur weil man nichts Schlechtes bemerkt.
    Das der Gesprächspartner beim Telefonat damit zu tun hat das er sich doppelt/verzöger/verzert hört oder fast nichts verstehen kann, findet oft genug unbemerkt statt.
    Ich würde den Anbietern da fast schon unterstellen das der Fokus ganz klar auf die Qualität des Leitungsinhabers liegt, denn nur ein kleiner Teil der Gesprächspartner kommt auf die Idee, oder sieht es als sinnvoll an, anzumerken, dass die Gesprächsqualität im Augenblick doch ziemlich bescheiden ist.

    • Am 20. Mai 2010 um 10:12 von Peter

      AW: schlechte qualität meist einseitig
      Das habe ich mit KD 32.000 auch schon festgestellt: als Anrufer über VOIP hört man den Gesprächspartner verlustfrei, die Angerufenen beschweren sich aber des öfteren über die schlechte Übertragungsqualität (Hall, Rauschen, Verzögerungen etc.).

      Auch habe ich die VOIP-Daten aus der Fritbox 7270 per Telnet ausgelesen und in eine Auerswald 5020 VOIP eingelesen: auch dort dieselben Probleme.

      Kann jemand mir mal technisch erklären, warum man als Anrufer den anderen problemlos hört, der Angerufene (ob nun mit ISDN oder auch VOIP ist egal) die o.g. Probleme „hört“?

  • Am 20. Mai 2010 um 13:09 von Tom_S

    Testergebnisse nicht bestätigt
    Auch ich nutze seit Jahren VoIP von 1&1, inzwischen mit DSL 16.000 und möchte hier mal meine Erfahrungen beisteuern.

    Meine Konfiguration: 1&1 DSL 16.000 (3 genutzte Voip-Nummern), Telekom ISDN (2 genutzte ISDN-Nummern), AVM 7270 mit Siemens Gigaset SL1, 1x T-plus und hagenuk-Billigmodell direkt über DECT verbunden, T-Europa (über S0 an 7270) mit 1x T-plus über DECT verbunden.

    In der Anfangszeit von VoIP (mit 1&1 DSL 2000) gab es öfters Hall oder Echos bei der Internet-Telefonie, welches aber schon damals durch verschiedene Einstellungen in der Fritz!Box auf ein recht erträgliches Maß reduziert werden konnte.

    In der aktuellen Konfiguration steht die Qualität der VoIP-Gespräche der der ISDN-Gespräche in nichts nach, weshalb bei mir auch überwiegend VoiP genutzt wird (auch geschäftlich) und über kurz oder lang wohl ISDN wegfallen wird.

    Auch die DECT-Anbindung an der Fritz!Box funktioniert trotz direkter Nachbarscheft (ca. 50 cm) zur auch aktiven T-Europa-Basisstation einwandfrei.

    Daher kann ich die Test-Ergebnisse so nicht wirklich nachvollziehen (evtl. lag es doch an der Konfiguration?).

    Es ist übrigens auch bekannt, daß manche Telefone an Fritz!Boxen bessere Ergebnisse bringen als andere, und das unabhängig von grundsätzlicher Qualität oder Preis des Telefons!

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